Ruppertshain (nd) – Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag eine Vernissage im Kindergarten Sancta Maria in Ruppertshain statt. Vier Monate lang hatten die Kinder darauf hingearbeitet. Dementsprechend groß war die Aufregung und die Vorfreude unter den kleinen Künstlern. Besonders erfreulich war, dass die Vernissage mit der Eröffnung des Bewegungsraumes zusammenfiel.
Kleine Hände, große Kunst – Farbenmeer unter dem Kirchendach
Gemeinsam mit der Künstlerin Miriam Lisa Wohlrath, die selbst Mutter eines der Kindergartenkinder ist, hatte der Nachwuchs in vier Projekten verschiedene Maltechniken ausprobiert. Das Vorhaben war in Zusammenarbeit des Elternbeirates und des Fördervereins entstanden. Dabei konnten die Kinder sich nach Herzenslust mit Farben, Schwämmen und Pinseln austoben. Ein besonderer Höhepunkt für die Kleinen war das Projekt „Kunst und Schwerkraft“. Während der größten Sommerhitze durften sich die Künstler mit Wasserpistolen bewaffnen, die mit flüssiger Farbe befüllt waren. Damit wurde dann auf Leinwände geschossen, was zu schönen Farbverläufen führte. Auch der Schwammdruck sorgte für großes Vergnügen. Passend zum Sommer wurden große Eistüten mit bunten Kugeln kreiert. Einfach zum Anbeißen. Das Basteln mit Muscheln und anderen Materialien als auch das freie Malen bereiteten ebenso große Freude. Die Werkstoffe waren alle über Spenden zusammengekommen.
„Für mich war es eine beglückende Erfahrung – es ist ein Riesenprojekt geworden“, so Wohlrath. Ein echtes Herzensprojekt, das sie ehrenamtlich leitete. Der Nachwuchs hatte mindestens genauso viel Spaß. Ungeduldig fragten sie, wann denn die „Malmama“ endlich wieder kommt.
Feierliche Eröffnung
Zur feierlichen Eröffnung des Bewegungsraumes waren viele Vertreter der Kelkheimer Stadtpolitik gekommen, darunter Bürgermeister Albrecht Kündiger. Ebenfalls erschienen war Pfarrer Klaus Waldeck von der Pfarrei St. Franziskus.
Kündiger lobte die neuen Räumlichkeiten des Kindergartens. „Ein großer Kindergarten mit so vielen Möglichkeiten ist etwas Besonderes“, so der Bürgermeister. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Katholischen Kirche habe sehr gut funktioniert. Eine besondere Freude, sei es jedoch, dass nun auch der Bewegungsraum und der bisher gesperrte Teil des Gartens eröffnet werde. Nach langer Wartezeit ist inzwischen auch die fehlende Brandschutztür eingebaut worden.
„So haben wir uns das von Anfang an vorgestellt, dass Kinder Farbe in die Kirche bringen“, erklärte Pfarrer Waldeck.
Bevor das symbolische Band zum Bewegungsraum von den Kindern und Bürgermeister Kündiger durchschnitten wurde, ergriff Kindergartenleiterin Kerstin Starey das Wort. Denn mit dem Bewegungsraum wurde auch die eigentliche Vernissage eröffnet. „Die Vernissage ist eine Geschichte von Mut, Ausprobieren und Spaß haben – die Eltern können staunen, was Kinderhände schaffen können“, so Starey. Inzwischen gibt es sogar ein Lied zum Malprojekt, das vom Vater eines Kindergartenkindes via KI erstellt wurde. Der Nachwuchs kann sich das lizenzierte Lied als Erinnerung auf der Seite des Fördervereins herunterladen.
Tolles Rahmenprogramm
Auch wenn das Durchschneiden des Bandes der Höhepunkt der Vernissage war, gab es zusätzlich ein tolles Rahmenprogramm. Besonders spannend wurde die große Auktion. Die kleinen Künstler hatten dafür ein Gemeinschaftsbild kreiert, welches dann nach amerikanischer Methode versteigert wurde. Jedes Gebot, das abgegeben wurde, musste auch bezahlt werden. Nach einem spannenden Bietergefecht, kam das Kunstwerk schließlich für 300 Euro unter den Hammer. Vom großzügigen Käufer, wurde das Bild direkt dem Kindergarten geschenkt.
Selbstverständlich mussten die Kinder sich nicht von ihren eigenen Werken trennen. Von diesen gab es nahezu 150 bei der Vernissage zu bewundern. Für drei Euro konnte man sich die Gemälde rahmen lassen. Eine tolle Erinnerung für Mama und Papa oder auch ein bezauberndes Geschenk für Oma und Opa. Vom Auktionsbild konnte ebenfalls jeder ein Exemplar im Postkartenformat mitnehmen. Gleiches galt für das Begleitheft zur Vernissage, in dem einige Werke verewigt wurden. Bei köstlichen Tapas und Kuchen ließ man den Nachmittag ausklingen. Das wunderbare Malprojekt und die Vernissage werden nicht nur den Kindern noch lange in Erinnerung bleiben.
Der Nachwuchs kann sich aber schon auf die nächste Veranstaltung freuen. Am 20. Februar kommenden Jahres wird wieder das Kichererbsen Kindertheater auftreten. Um 16 Uhr werden die ehrenamtlichen Schauspieler „Erzähl mal Eule“ in der Schönwiesenhalle präsentieren.

