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Kleingärtner feiern Sommerfest Grüne Oasen weiterhin beliebt

Lothar Vogt, Tanja Röhrig und Adelheid Deere (von links) vom Kleingartenverein mit Kindern der Kleingärtner. Gut gelaunt tollten die Kleinen durch die Anlage, die Großen genossen Sonnenschein und leckeres Grillgut. Foto: Fuchs

Königstein (efx) – Kennen Sie die Thewaltstraße? Nicht die in Königstein, nahe der Frankfurter Straße, sondern jene der Kleingartenanlage „Im stillen Hain“ unterhalb des Schweizer Hauses, an der Grenze zum Woogtal? 29 liebevoll gepflegte Gärten zaubern hier, bestückt mit vielen heimischen Pflanzen, eine Atmosphäre der besonderen Art. Die Mitglieder des Kleingartenvereins sind stolz auf ihre Anlage und luden am vergangenen Wochenende zu ihrem alljährlichen Sommerfest ein. „Wir haben durchaus einige Exoten zu bieten“, erklärt Adelheid Dere, die mit ihrem Mann Musa bereits kurz nach der Eröffnung der Anlage vor rund 40 Jahren in den Kleingärtnerverein eintrat und heute wie gestern aktiv unterstützend tätig ist. „Unsere Tochter ist hier in der Anlage groß geworden und kommt auch mit den Enkelkindern gerne vorbei“, berichtet die Kleingärtnerin stolz. Ehemann Musa kümmert sich im Festausschuss gemeinsam mit den Freunden Detlef Bock und Helmut Löllmann seit Jahren gewissenhaft und engagiert um die Ausrichtung der verschiedenen Festivitäten, zu denen auch das diesjährige Sommerfest zählt.

Die Nachfrage nach Kleingärten ist groß. Alle Parzellen sind derzeit belegt. Das soziale Miteinander unter den Gärtnern ist herzlich. Tanja Röhrig, die in diesem Jahr neu dabei ist, hat den Garten an der Thewaltstraße von ihrem Großvater geerbt. Für sie war es eine Selbstverständlichkeit das grüne Kleinod zu übernehmen und weiterzupflegen. Als gelernte Floristin hat sie einen grünen Daumen und neue Ideen. Positiv empfindet sie, „dass wir hier nicht so strenge Vorschriften haben wie in manch anderen Anlagen. Wir versuchen hier Verein zu sein, also das Zusammenkommen und der gemeinsame Spaß an der Sache zählen!“ Das Konzept kommt an, denn viele junge Familien und Paare bestaunen während des Sommerfestes die Anlage und nehmen an den Führungen durch die kleinen Straßen der Kleingärten teil. Allein drei junge Familien sind im letzten Jahr als Kleingärtner dazugekommen. Die Kinder genießen die Blumen- und Pflanzenpracht. Mittlerweile gibt es sogar eine Warteliste, auf die man sich eintragen lassen kann. Auf den pro Garten maximal zu bepflanzenden 60 Prozent Anbaufläche wachsen Feigen und Kiwis genauso gut wie heimische Äpfel, Himbeeren oder Johannisbeeren. Die restlichen 40 Prozent jedes Gartens dürfen mit einer Hütte bebaut oder als Rasenfläche genutzt werden. Lothar Vogt, der erste Vorsitzende des Königsteiner Kleingartenvereins, kennt alle Mitglieder der Anlage. „Altersmäßig ist hier von zwölf Wochen bis ins hohe Alter von 90 Jahren alles vertreten“, weiß der Vorsitzende. Die einzelnen Flächen hätten eine Größe zwischen ungefähr 200 bis 380 Quadratmetern. Düngen und Spritzen ist nur unter Einschränkungen erlaubt. Hier haben die Gartenprofis Adelheid Dere und Tanja Röhrig einen Tipp parat, bekämpfen sie doch Blatt- und Schildläuse jedes Jahr erfolgreich mit Spülwasser. „Wir mischen Wasser mit ein Paar Tropfen Spülmittel. Das hilft! Schließlich wollen wir die Sachen ja auch essen.“ Spannend ist es jedes Jahr aufs Neue, denn wetterbedingt wächst nicht immer alles gleich gut und kann auch nicht immer jede Obst- oder Gemüsesorte angebaut werden. Dies ist aber nach Ansicht der Kleingärtner gerade das Interessante an ihrer Arbeit, weshalb sie auch Wetterkapriolen als besondere Herausforderung sehen. Der Sturm vor zwei Wochen habe die Anlage weitgehend verschont und die geringeren Schäden seien bereits beseitigt. Zwischen Schwenksteak, Nudelsalat und frisch gezapftem Bier erklärt man, welche Gemüsesorten auch noch im Spätsommer gepflanzt werden können. Endivien- oder Feldsalat, Buschbohnen und Spinat sind dankbar und wachsen nach Auskunft der Profis „immer noch einmal.“ Hortensien und Stauden wie beispielsweise Phlox können auch von Laien gepflanzt werden und verschönern jeden Garten. Auch Bürgermeister Helm mischte sich unter die vielen Gäste in der Kleingärtneranlage und hat seine ganz eigenen Tipps parat: „ Die Pfefferminze der Kleingärtner ist prima. Im vergangenen Jahr habe ich ein Bündel getrocknet und nutze sie immer noch gerne zum Würzen.“ Auch der damit zubereitete Tee sei köstlich und vor allen Dingen spritzmittelfrei. Der von den Mitgliedern selbst gebackene Kuchen und die vielen anderen angebotenen Leckereien kommen gut an. „Ich bin durch die Plakate auf das Fest aufmerksam geworden. Meine Freundin war bereits öfter hier und sagte, dass wir auf jeden Fall vorbeischauen müssen. Und es ist ganz wunderbar!“, berichtet eine Falkensteinerin gut gelaunt. Dass auch der Wettergott den Kleingärtnern wohlgesonnen ist, zeigte sich nicht nur an den kaum merklichen Sturmschäden. Auch während des Sommerfestes strahlt die Sonne und sorgt für einen gelungenen Tag. Wer das Sommerfest verpasst hat, aber gerne einmal mit den Kleingärtnern feiern möchte, sollte sich den 7. Oktober im Kalender eintragen. Dann veranstaltet der Verein sein Erntedankfest in der Kleingartenanlage „Im stillen Hain“. Gerne kann man sich jedoch auch jederzeit über die Tätigkeiten eines Kleingärtners vor Ort bei allen Mitgliedern oder Lothar Vogt informieren.

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