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Kursana, Stadt und „Bürger helfen Bürgern“ ziehen an einem Strang

Hilfe, die ankommt: 2.500 Euro gab es von Kursana Direktor Matthias Damaschke-Gallen, stellvertretend für die weiteren Co-Veranstalter, den Rotary Club Bad Soden-Königstein, vertreten durch Peter Gatti (li.) und die Stadt Königstein mit ihrem Bürgermeister Leonhard Helm (Dritter v. li.). Geld, das die Vorstandsmitglieder von „Bürger helfen Bürgern“, Dr. Andrea Herbrechtsmeier (re.) und Christiane Kroos, in die projektbezogene Arbeit des Vereins zugunsten von bedürftigen Menschen vor unserer Haustür einsetzen werden.

Foto: Schemuth

Königstein (el) – „In Königstein wird mitunter nicht wahrgenommen, dass Geld gebraucht wird“, lenkt Bürgermeister Leonhard Helm aus gegebenem Anlass den Blick auf eine Problematik, die wir tagtäglich unmittelbar vor unserer Haustür vorfinden und doch oftmals nicht richtig registrieren. Die Rede ist von bedürftigen Bürgern, die unverschuldet in Not geraten sind. Dabei machen die Nöte und Sorgen um das Geld vor keiner Altersgruppe halt, haben Dr. Andrea Herbrechtsmeier, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Bürger helfen Bürgern“, und ihre Vorstandskollegin Christiane Kroos festgestellt. Seit fast 45 Jahren sind die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins zur Stelle, um schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten – sei es finanzieller Natur oder aber in Form einer Sachspende – damit ein Engpass schnell überbrückt werden kann. Dabei arbeite man auch eng mit dem städtischen Sozialamt zusammen, so Christiane Kroos, die seit einiger Zeit als eine der jüngeren aktiven Mitglieder die Aktivitäten des circa 80 Mitglieder starken Vereins um dessen Vorsitzende Angelika Rupf unterstützt. Doch nicht nur mit der Stadt Königstein ist die Zusammenarbeit eine hervorragende; auch vor Ort gibt es viele Vereine und Institutionen, mit denen man kooperiert bzw. gemeinsame Veranstaltungen auf die Beine stellt, sodass die laufenden Kosten der ständigen Projekte abgedeckt werden können. Das Seniorendomizil Kursana Villa Königstein ist ein solch verlässlicher Partner, der vor Kurzem bereits zum zweiten Mal zusammen mit der Stadt und dem Rotary Club Bad Soden-Königstein ein hochkarätiges Benefizkonzert veranstaltet hatte. Im Januar kamen Kulturinteressierte in den Genuss eines Konzertes mit dem Ausnahme-Pianisten Nuron Mukumi zusammen mit dem Bad Vilbeler Kammerorchester im Haus der Begegnung unter der Leitung von Klaus Albert Bauer. Die Früchte dieses wunderbaren Zusammenspiels von Stadt, Kursana und Rotary Club als Veranstalter durften die beiden Vorstandsmitglieder von „Bürger helfen Bürgern“ nun am Dienstag dieser Woche aus den Händen von Kursana-Direktor Matthias Damaschke-Gallen in Empfang nehmen. Auf dem übergroßen Scheck stand es Schwarz auf Weiß: 2.500 Euro gehen diesmal an „Bürger helfen Bürgern“, nachdem man mit dem Erlös des ersten Benefizkonzerts den Freundeskreis Asyl unterstützt hatte.

Auch für Matthias Damaschke-Gallen ist das Ergebnis der Mühen ein sehr lohnenswertes, denn man sei ein Haus für die Königsteiner – in dem es übrigens zurzeit freie Plätze gibt – und wolle auch für diese da sein. Insofern ist die Spende die logische Konsequenz der Haltung, als Einrichtung für Senioren Öffentlichkeitsarbeit machen und Präsenz in Königstein zeigen zu wollen. 2.500 Euro für die „Bürger“, die eine ordentliche Finanzspritze für die Projektarbeit des Vereins darstellen. Zum einen liegt der Fokus auf dem „Haus Raphael“ im Forellenweg. Hier gilt es, Anschaffungen wie Aufstehhilfen und Lifter für die Bewohner zu finanzieren. Auch Seniorenausflüge wollen gestemmt werden, die vier- bis fünfmal im Jahr anstehen, ebenso wie Veranstaltungen für behinderte Mitbürger, die ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden. Eine weitere Säule der Arbeit bildet die Förderung Einzelner, die in Not geraten sind. Manchmal könne es schon eine doppelte Miete oder aber eine Klassenfahrt sein, die eine Familie, die ohnehin schon mit knappen finanziellen Mitteln auskommen müsse, weiter an den Rand treibe, weiß Dr. Herbrechtsmeier.

Zum anderen arbeitet man auch bei der Schulranzen-Aktion eng mit dem städtischen Sozialamt zusammen, sodass die bestehenden Ansprüche auf Hilfen auch diskret und verlässlich überprüft werden können. „Es gibt mittlerweile viele Familien, die es alleine nicht mehr schaffen“, spricht Christiane Kroos eine erschreckende Wahrheit aus, über die einige von uns gar nicht erst nachdenken. Es gibt viele Menschen, die auf Hilfe angewiesen seien und sich laut Christiane Kroos doch nicht trauen würden, diese anzunehmen. Oftmals seien die Hemmschwellen groß. Es gebe auch gewisse Bereiche, so Helm, wo die staatlichen Hilfen noch nicht greifen, weil die Menschen auf dem Papier „zu viel“ hätten und doch nicht über die Runden kommen. Es reiche gerade mal zum Allernötigsten. Doch zum Glück gibt es die „Bürger“, die ebenfalls eine breit gefächerte Altersstruktur als Fundament haben. Während das älteste Mitglied weit über 90 Jahre alt ist, befindet sich das jüngste in den 20ern. „Wir versuchen auch noch weitere Mitglieder für unsere Arbeit zu gewinnen“, sagt Christiane Kroos auch im Hinblick auf das 45-jährige Bestehen des Vereins, das am 16. September auf dem Kapuzinerplatz gefeiert werden soll. Um das Ganze kostengünstig zu halten und dennoch so viele Menschen wie möglich daran teilhaben zu lassen, wird man im Zelt auf dem Kapuzinerplatz feiern, das von dem Königsteiner Narrenclub aufgestellt wird und in dem der befreundete Verein eine Woche später sein Oktoberfest veranstalten wird.

Die „Bürger“ leisten wichtige, breitgefächerte Arbeit, betonte der Rathauschef, der noch einen weiteren Aspekt für erwähnenswert hält: Die Hilfe werde in den meisten Fällen von älteren Menschen für Jüngere geleistet. Das bedeute auch ein Stück weit Solidarität, denen zu helfen, die es brauchen. Mit dem Benefizkonzert habe man zudem ein schönes Event aus der Taufe gehoben, das dazu noch dem guten Zweck diene, waren sich alle Beteiligten einig, dass jeder von einem solchen Konzept profitiert, das schon bald eine Fortsetzung finden soll.

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