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Sprinten, Laufen, Wandern – Der Weg war das Ziel beim 6. Benefizlauf des Lions Club

Bilder dieser Art zählten zu den letzten, die stolze Eltern vor einem heftigen Seitensprung mit ihrem Smartphone einfangen konnten – die Profis nutzen dafür Teleobjektive und werden nicht überrannt, weil sie dem eigenen Nachwuchs im Wege stehen... Fotos: Scholl

Königstein (gs/hhf) – Herrlichster Sonnenschein begrüßte am Sonntagvormittag die vielen helfenden Hände und alle ambitionierten Beine zum Start des 6. Königsteiner Benefizlaufs des Lions Club Königstein-Burg. Um 11 Uhr herrschte längst Hochbetrieb an der Registrierung, wo sich – trotz ausgefeilter Organisation – bereits eine Warteschlange gebildet hatte, denn das Wetter hatte sozusagen einen positiven Strich durch alle Planungen gezogen.

Die einen wollten gerne ihre Startnummern und dazu das beliebte Lauf-T-Shirt abholen, während viele andere sich an diesem wunderbaren Morgen kurzentschlossen erst noch auf den Weg gemacht hatten, um spontan am Benefizlauf teilzunehmen.

Über 700 Teilnehmer

Sie alle trafen sich vor der Villa Borgnis, wo die Organisatorinnen des Lions Club Königstein Burg zu eben diesem Zweck ein großes Zelt aufgebaut hatten. Die Veranstalterinnen freuten sich an diesem Morgen besonders darüber, dass aufgrund der zahlreichen Nachmeldungen die magische „700 Teilnehmer-Marke“ genommen werden konnte. Nicht weniger als 719 Läuferinnen und Läufer – darunter 148 Kinder – nahmen letztendlich an dem Benefizlauf teil.

Start und Ziel waren traditionell im Kurpark angesiedelt. Diese ebenso wunderschöne wie auch zentrale Lage – gepaart mit dem wahrhaften Königswetter – lockte aber nicht nur viele Laufbegeisterte in den Kurpark, denn rund um den Start - Zielbereich gab es vielerlei Aktivitäten für die Kleinen und Kulinarisches (nicht nur) für die Großen zu entdecken.

Mit ihrem großartigen Engagement und viel Einsatzfreude ist es den Damen des Lions Club im Lauf der letzten Jahre gelungen, den Königsteinern nicht nur ein tolles, sportliches Ereignis zu bescheren, sondern den Bürgern dieser Stadt gleichzeitig ein Familienfest zu schenken, das sich längst einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Kurstadt erobert hat.

Lions-Frauen: Kinder zuerst

Es waren die Kinder, die mit ihrem 700-Meter-Lauf, der sie in einer großen Runde um den Kurpark führte, den Laufsonntag eröffnen durften. Dementsprechend aufgeregt und quirlig ging es im Startbereich zu, denn wer hat schon die Geduld, die Rückmeldung der Streckenposten abzuwarten, wenn es gilt, sich mit Freunden im Sprint zu messen und nach dem Zieleinlauf mit einer Medaille schmücken zu können? – Maskottchen Leo (nicht verwandt mit führenden Rathausmitarbeitern sondern Symbol der Lions, Anm. d. Red.), ein lebensgroßer Löwe im Ganzkörperkostüm (bewundernswert bei der Hitze: Friederike Kamien), hielt die Rasselbande im Zaum und als der Starschuss dann endlich fiel, blieb den eben noch – vielleicht doch etwas zu unbedacht – fotografierenden Eltern nur noch ein panischer Sprung zur Seite, um bei dem nun erfolgten „Erdbebenstart“ nicht „unter die Räder“ zu kommen.

Vorneweg und hintendran jeweils ein jugendlicher Streckenbegleiter, damit kein Kind verloren gehen konnte. Die Kleinen hatten mächtig Spaß an dem Lauf und kamen abgekämpft, aber überglücklich nach ein paar Minuten wieder im Ziel an. Strahlend nahmen sie ihre Medaillen entgegen, mit dem Gruppenfoto wurde es dann aber schon wieder schwierig, weil Kinder eben quirlig sind und es doch – wie Luca (7 Jahre) es ausdrückte – „noch so unheimlich viel zu tun gibt!“ Sprach‘s und entschwand mit ernster Mine in Richtung Hüpfburg.

Reichhaltiges Rahmenprogramm

Während es sich die erwachsenen „Nichtsportler“ bei einem (?) kühlen Getränk, kleinen Imbiss oder Kaffee und Kuchen an einem schattigen Plätzchen gemütlich machten, widmeten sich die Kinder maßgeblich dem Dosenwerfen („baleng“), der Hüpfburg („juhuu“) oder dem Glücksrad („rat-tat-tat“). Bei letzterem konnte jeder – auch gerne gegen eine Spende – einmal sein Schicksal herausfordern. Es lockten interessante Gewinne vom Bagger über Gesellschaftsspiele bis zu Malbüchern oder Halstüchern.

Bei all dem Trubel waren die Damen des Lions Club in ihren blauen Polohemden allgegenwärtig, jedoch auch mit der Kunst ausgestattet, fast unsichtbar zu sein – dank der hervorragenden Organisation dieses Festes. Ulrike Frech, Activity Beauftragte des Lions Club Königstein Burg, war auch in diesem Jahr federführend für die Gesamtorganisation verantwortlich und genoss sichtlich die hervorragende Stimmung. „Wir freuen uns sehr darüber, dass alle so viel Spaß an diesem Fest haben und natürlich über die hohe Motivation der aktiven Läufer.

Besonders schön ist es, dass wir durch die sportliche Aktivität die Möglichkeit haben, kranke Kinder zu unterstützen. Gerade für sie ist die Möglichkeit der sportlichen Betätigung wichtig für ihren Behandlungserfolg“, erläuterte Frech und kam damit auf den Spendenzweck des diesjährigen Benefizlaufes zu sprechen. Der gesamte Erlös des diesjährigen Laufes geht an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“, dessen Vorstandsvorsitzende Karin Reinhold-Kranz persönlich am liebevoll gestalteten Infostand des Vereins anzutreffen war.

Spendenzweck: Sporttherapie

Die Spende des Lions Club wird überwiegend dem Projekt „Supportive Sporttherapie“ für krebskranke Kinder und Jugendliche im Uniklinikum Frankfurt am Main zugute kommen. Das Sportprojekt besteht seit dem Jahr 2008, wurde von dem Verein initiiert und maßgeblich unterstützt.

„Die positiven Auswirkungen der sportlichen Betätigung für die erkrankten Kinder und Jugendlichen können nicht hoch genug geschätzt werden“, erläuterte Reinhold-Kranz. „Es ermöglicht den Kindern eine Teilhabe am Sport und wirkt sich durchweg positiv auf den Genesungsprozess aus. Oftmals können die Kinder das Krankenhaus dann ein- bis zwei Wochen früher verlassen.“ Angesichts der oft langen Aufenthaltszeiten der krebskranken Kinder in der Uniklinik eine wunderbare Perspektive für die jungen Patienten, deren Unterstützung sich ganz sicher lohnt.

Ebenfalls am Infostand des Vereins anwesend war der Sportler Hasan Kurt, der als Rückwärtsläufer in Kürze einen Weltrekord im „100 km Rückwärtslaufen“ in Angriff nehmen wird. Der Erlös aus dem Spendenlauf wird ebenfalls dem Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“ zukommen.

Ariane Wick befragt die Schirmherren

Zur besten Prime-Time war es dann an den erwachsenen Läufern, sich für ihren Lauf – wahlweise zweieinhalb, fünf oder zehn Kilometer – fit zu machen. Während das Fitnessstudio „Fit4Women“ unter den Parkbäumen für das notwendige Aufwärmtraining sorgte (bei den Temperaturen schon eine Herausforderung für die Motivatorinnen), liefen an zentraler Stelle die Vorbereitungen für den „großen Start“.

Bevor der freigegeben wurde, richteten allerdings Bürgermeister Leonhard Helm und Sportdezernent Jörg Pöschl als Schirmherren der Veranstaltung ihre Grußworte an die Anwesenden. Charmant interviewt durch die beliebte hr-Moderatorin Ariane Wick, bekannten beide, bedauerlicherweise keine ambitionierten Läufer und deshalb auch nicht in der Startaufstellung vertreten zu sein (Pöschl hatte allerdings im Vorfeld versprochen, bewusst seinen Teller leer zu essen, damit das Wetter stimmt und so offensichtlich einen ganz besonderen Beitrag zum Gelingen des Tages beigetragen).

Leonhard Helm bedankte sich stellvertretend bei Sascha Dornbusch, Präsidentin des Lions Club Königstein Burg, und Ulrike Frech herzlich für die „wundervolle Veranstaltung“, die nach seiner Einschätzung mittlerweile „fast Volksfestcharakter“ habe – die Redaktion möchte hier gerne das „fast“ aus dem Zitat streichen... Der große Zuspruch und die hohen Anmeldezahlen für den Lauf zeigten deutlich, dass die Königsteiner doch sehr sportlich seien und er versprach den Bürger/innen, sich für eine Ausweitung und Verbesserung des Sportangebotes in Königstein einzusetzen.

Jörg Pöschl sah das genauso und ergänzte, dass die Stadt die Veranstaltung „im Rahmen der Möglichkeiten“ gerne unterstütze, was sich zum Beispiel auch in gut 150 Helfer-Stunden für die Mitarbeiter des Bauhofes niederschlage, die dafür natürlich bezahlt werden, aber ihrerseits die Bereitschaft zu Überstunden auch am Wochenende beisteuern.

Beide Herren waren sich darin einig, dass der Erfolg dieser Veranstaltung auch darin liege, dass es nicht um das Gewinnen gehe, sondern um das „gemeinsame Lauferlebnis“, was dem Miteinander sehr zuträglich sei.

Originelle Gruppen am Start

Derweil nahmen die erwachsenen Einzelläufer und Laufgruppen Aufstellung, wobei einige Gruppen große Kreativität an den Tag legten. Da waren zum Beispiel die „Zaggische Meedscher“ aus Kelkheim im poppigen Pink, die mit Walkingstöcken bewaffnet an den Start gingen. Oder die Gruppe der Bundeswehrreservisten, die mit acht Mann bereits zum vierten Mal am Lauf in voller Montur inklusive gepacktem Rucksack teilnahmen.

Auch die Wandergruppe des Fördervereins Le Cannet Rocheville-Königstein ließ sich von der Superstimmung motivieren und startete mit zehn Personen zum 2,5 km-Wanderspaziergang.

Ganz in Grün startete auch dieses Mal wieder eine zwanzig Köpfe starke Laufgruppe der Süwag, die seit dem ersten Benefizlauf im Jahr 2013 als Hauptsponsor die Veranstaltung unterstützt. Die Startnummer „1“ gebührte dabei Dr. Joachim-Dietrich Reinking – regionaler Standortleiter der Syna GmbH in Bad Homburg – der bereits zum sechsten Mal auch aktiv am Benefizlauf teilnahm und sich für den 5 km-Lauf angemeldet hatte.

Die Stimmung zum Start war perfekt, wobei die Erwachsenen nicht ganz den Elan der Kinder an den Tag legten, sondern ihre Kräfte zu Beginn besser einteilten – schließlich hatten sie auch den längeren Laufweg.

Die Strecke führte die Läufer zunächst durch die Altstadt, anschließend in das Woogtal und damit um den Burghain herum sowie schließlich zurück in den Kurpark. Allerdings lag davor so etwas wie der „Mammolshainer Berg“ des Benefizlaufes. Das recht steile Teilstück verlangte so manchem schon in der ersten Runde viel Kraft ab, obwohl sich genau hier die Gruppe „Boiada“ aus Wiesbaden postiert hatte, um die Läufer – weithin hörbar – mit rhythmischen Trommelklängen zusätzlich zu motivieren.

Dennoch erklomm so mancher Teilnehmer dieses Stück des Weges im zweiten Durchgang nur noch gehend. Ist aber auch ein „gemeines Stück“, wie eine Läuferin hechelnd zu Protokoll gab. Ob für „nur“ eine Runde (2,5 km) oder vier Runden (10 km) – alle Läufer hatten an diesem Sonntag das gleiche Ziel, nämlich die Freude am Sport und im Anschluss ein schönes, gemeinsames Königsteiner Fest!

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