Königstein (kw) – Wer arbeitet, sein eigenes Stück Land ordentlich und ertragreich hält, der darf auch feiern. Dieses Motto haben die Kleingärtner Königstein am Samstag vor einer Woche zum Programm gemacht: das Sommerfest stand an.
2024 hatte der Verein sein 50-jähriges Bestehen groß gefeiert, was aber nicht bedeuten sollte, sich deswegen im Jahr darauf auszuruhen. Das läge auch nicht in der Natur eines Kleingärtners. Jedes Jahr gibt es deshalb auf der Anlage unterhalb der Bahngleise sowohl ein Sommerfest als auch ein Erntedankfest. Beide erfreuen sich sogar immer größerer Beliebtheit wie der Vereinsvorsitzende Lothar Vogt berichtet – gerade auch wegen der Kinderbetreuung, die von einer Erzieherin mit ihrer Mutter organisiert wird.
Der Aufbau für Feste ist ein großer Aufwand und erstreckt sich meist über zwei bis drei Tage, erzählt der Vorstand. Rewe Erolglu Königstein ist neuer Sponsor der Kleingärtner und hat mit einer großzügigen Spende in Naturalien das Sommerfest unterstützt. Salate, Kuchen und vieles mehr wird dagegen von den Vereinsmitgliedern selbst beigesteuert. Der Gewinn der Fests wird reinvestiert in den Verein, zum Beispiel in Zelte.
Der Verein hat 29 Kleingärten und zehn passive Mitglieder, berichtet Lothar Vogt. Er ist seit 38 Jahren Mitglied, seit 25 Jahren Vorsitzender des Vereins – und hat einige Wechsel erlebt. Nur vier der Gründungsmitglieder leben noch. Deswegen ist ihm auch der Übergang von Alt zu Jung sehr wichtig. „Uns liegt es sehr am Herzen, jungen Familien mit Kindern verfügbare Gärten zu geben“, sagt Vogt.
Neue Gartenbesitzer erhalten die Nutzung zunächst für ein Jahr, um zu zeigen, ob es ihnen ernst mit dem Garten und seiner Pflege ist. Gerade in heißen Sommern, wenn der Regen über Wochen ausbleibt und die Wassertonnen irgendwann leer sind, sei der Mehraufwand schon sehr groß.
Detlef Bock argumentiert in die gleiche Richtung. Das „Urgestein des Wertstoffhofs“, das erst vor zwei Jahren mit 80 Jahren Schluss machte bei der Stadt, ergänzt: „Es ist uns wichtig, den Familien zu helfen, damit die Kinder mit der Natur großgezogen werden.“
Einer, der Platz gemacht hat für Jüngere, ist Vereinsmitglied Heinz Eichhorn. Dennoch bleibt er bei den Kleingärtnern ein Aktivposten, denn er trug wie in den Jahren zuvor musikalisch zum Gelingen des Festes bei. Unter den Vereinsmitgliedern wird er auch als „Roland Kaiser der Kleingartenkolonie“ bezeichnet, sagt Lothar Vogt. Wohl dem, der einen Roland Kaiser hat – dann ist das Fest ja schon gerettet. So war schon der Nachmittag sehr gut besucht und bis in die späten Abendstunden wurde gesellig gemeinsam gefeiert.


