„Team Bergziegen RSG Königstein“ will als Verein richtig durchstarten

Ambitioniert und professionell aufgestellt, der Verein „Team Bergziegen RSG Königstein“ Foto: privat

Königstein (pu) – Vor fast fünf Jahren, exakt am 1. Mai 2014, trafen sich Daniel Schorr aus Stuttgart und der Königsteiner Tindaro Orifici zufällig während der ŠKODA Velotour (dem Jedermann-Rennen) in Frankfurt. Dass diese Begegnung am für Radfahrer und Fans des Klassikers „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ so bedeutenden Maifeiertag weitaus mehr sein würde als lediglich eine Randnotiz, ahnten zu diesem Zeitpunkt allerdings beide noch nicht.

Gleichwohl trugen die frisch zwischen Baden-Württemberg und Taunus geknüpften Freundschaftsbande schon nach kurzer Zeit Früchte. Eine ambitionierte Gruppe, teils bereits rennfahrerprobt, teils mit dem Vorhaben Rennen fahren zu wollen, hoben noch im gleichen Jahr – am 27. August – das „Team Bergziegen“ aus der Taufe. Von Vereinsstrukturen war vorerst noch nicht die Rede. Ganz oben auf der Agenda stand selbstredend unter anderem das künftige gemeinsame Bestreiten des Jedermann-Rennens beim Radklassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ am 1. Mai.

11. Februar

Doch mit dieser Zwischen-Etappe gaben sich die Initiatoren mitnichten zufrieden, vielmehr überwanden sie Schritt für Schritt eine ganze Reihe an Hindernissen, die es zu überwinden galt, bis am 11. Februar dieses Jahres endlich das ins Auge gefasste Ziel erreicht war: Der offizielle Eintrag des gegründeten Vereins „Team Bergziegen RSG Königstein“ im Vereinsregister des Amtsgerichts Königstein.

Dessen rasante Entwicklung lässt zweifellos aufhorchen. Das RSG steht für Radsportgemeinschaft, wobei die Betonung auf „Sport“ liegt. Diesem Gedanken Rechnung tragend ist der Verein mit den Farben rot und schwarz, der sowohl Mitglied im Landessportbund Hessen als auch den zuständigen Verbänden ist, nichts für den gelegentlichen Sonntags- und Hobbyfahrer. Umso mehr jedoch für diejenigen, die 10.000 Kilometer im Jahr und mehr auf dem Rad verbringen und fit sein wollen. Triathleten sind ebenfalls mit von der Partie. Die Mitglieder des „Team Bergziegen RSG Königstein“ melden für Lizenzrennen, Zeitfahren, Triathlons, Duathlons, Volksläufe, Trailläufe, Radmarathons, Radtourenfahrten und MTB-Veranstaltungen und das mit zunehmendem Erfolg.

2016 wurden nach Angaben des Zweiten Vorsitzenden Tindaro Orifici sieben Podestplätze mit zwei Siegen beim „Alb-Extrem“ und beim „Rad am Ring“ bei zahlreichen Teilnahmen an Lizenz- und Jedermannrennen, Starts bei Radmarathons und Radtourenfahren (RTF‘s) notiert. 2017 waren es sieben Podestplätze mit drei Siegen und im letzten Jahr schon zehn Podestplätze mit zwei Siegen.

Die anfänglich kleine Gruppe ist mittlerweile auf beachtliche etwa 60 Fahrer aus zehn Nationen, unter anderem aus Polen, Serbien, England, Italien, Litauen oder Niederlande, angewachsen. Sie zeichnen durch ihre Erfolge dafür verantwortlich, das Team Bergziegen nicht nur regional, sondern auch international in den Blickpunkt zu rücken.

Getragen und motiviert von diesem Werdegang trafen die Verantwortlichen 2018 die Entscheidung, das Team zu vergrößern und neue Strukturen aufzubauen. Die mehr als erfreuliche Entwicklung basiert nach den Worten Orificis auf einem „sehr professionellen Verhalten“. „Wir haben uns innerhalb dieser fünf Jahre zum nunmehr größten Radsportverein in dieser Region entwickelt“, hebt er heraus. Die Vereinsspitze geht auf diesem Weg als Vorbild voran.

Der gebürtige Königsteiner entdeckte mit 14 Jahren die Liebe zum Rennrad, nachdem der Vater eines Freundes, ein Amateurfahrer, „mich mal mit zum Training nahm“. Etwa 10.000 Kilometer im Fahrradsattel sind bei ihm die Regel, in diesem Frühjahr startete er beispielsweise schon beim Amateurrennen am Tag vor der “Ronde van Vlaanderen“ (Flandern-Rundfahrt), dem populärsten Eintages-Rennen Belgiens und quälte sich 140 Kilometer, zum Teil über das berühmt-berüchtigte Kopfsteinpflaster. Vereins-Vorsitzender Daniel Schorr fährt mit etwa 19.000 Kilometern im Jahr sogar fast das Doppelte. Obwohl der Frontmann nach wie vor im Raum Stuttgart beheimatet ist, funktionieren Kommunikation und Zusammenarbeit des Führungs-Duos problemfrei. Über allem Handeln steht die Philosophie „Gemeinsam sind wir stark“, ganz gleich, aus welchem Umfeld der Sportler kommt. „Auf dem Rad sind wir alle gleich, wenn es den Berg hochgeht, leiden wir alle“, bringt es Orifici auf den Punkt.

Ihn hat der Sport auch in der menschlichen Entwicklung geprägt. „Die Erfahrungen des Radsports haben mir sehr geholfen, man nimmt Ausdauer, Durchhaltevermögen und schwierige Situationen zu meistern mit, das ist eine hervorragende Grundlage, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu meistern!“

Jugendförderung

Diese Fähigkeiten und alles, was rund um den Sport dazugehört wie Einstieg in den Rennradsport, richtiges Verhalten im Straßenverkehr und vieles mehr wollen die gestandenen Aktiven gerne weitergeben. „Unser Fokus liegt seit kurzem auf der Jugendförderung“, informiert Orifici.

Das meist spontane Training mehrmals die Woche und die gemeinsame Fahrt durch den abwechslungsreichen Taunus erfolgt in loser Absprache, in erster Linie über die sozialen Medien beziehungsweise Facebook und die eigene WhatsApp-Gruppe. Das Tempo der Ausfahrt bestimmt der mit der „schlechtesten“ Tagesform und den müdesten Beinen. Treffpunkt ist meist an der Aral Tankstelle am Königsteiner Kreisel. Die Verteilung der Mitglieder unter anderem in Idstein, Stuttgart, Nürnberg und Utrecht (Niederlande) ermöglicht es, dass auch dort Ausfahrten angefragt werden können. „Keiner muss alleine fahren!“, unterstreicht Orifici.

In diesen Tagen gilt die Hauptkonzentration der Frauen und Männer in den rot-schwarzen Trikots mit Sponsor Allianz auf der Brust selbstredend den Vorbereitungen auf das anstehende Heimatrennen am 1. Mai. Die teilnehmenden „Bergziegen“ des Jedermann-Rennens wollen an bisherige herausragende Leistungen mit Podestplätzen anknüpfen beziehungsweise nach Möglichkeit noch eins draufsetzen. Dabei ist unter anderem erneut Team-Gastfahrerin Maren Zemperlin, die letztes Jahr bei „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ als Bergkönigin Platz 3 belegte. Eine Spitzenleistung, denn auch für die Jedermänner steht bekanntlich die Bewältigung des berühmt-berüchtigten Mammolshainer Bergs auf dem Programm.

Lokalmatador Tindaro Orifici ist ebenfalls wieder mit dabei und er fiebert nicht nur auf dieses Rennen, sondern hat Anfang September erneut den Ötztaler Radmarathon „den heiligen Kral unter den Radfahrern“ ganz dick im Kalender stehen. Der dortige Rundkurs führt auf 238 Kilometern von Sölden über vier Alpenpässe (Kühtaisattel, Brenner-, Jaufenpass und Timmelsjoch) nach Südtirol und wieder retour. Unglaubliche 5.500 Höhenmeter meistern die Teilnehmer, die schnellsten unter ihnen gelangen in einer Rekordzeit von etwas mehr als sieben Stunden ins Ziel. Der Königsteiner Radfahr-Enthusiast Orifici peilt für sich persönlich eine Zeit unter elf Stunden an.

In sechs Tagen ertönt jedoch zunächst das Startsignal für das Jedermann-Rennen im Rahmen des Klassikers „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ und der Königsteiner ist sicher, dass das „Team Bergziegen RSG Königstein“ sowohl dort als auch in Zukunft verstärkt auf sich aufmerksam machen wird.

Jeder, der Spaß am ambitionierten Radfahren hat, kann dem Jungverein beitreten. Gastfahrer sind ebenfalls immer willkommen. „Mein Anliegen ist es, dass die Verbindung Radsport und Königstein sowohl regional als auch international an Bekanntheit und Bedeutung gewinnt“, gibt Tindaro Orifici die Richtung vor.

Wer Interesse hat, die Bergziegen für sich zu entdecken, kann sich auf der Homepage teambergziegen-de.jimdo.com, auf Facebook oder Instagram informieren und darüber auch Kontakt mit dem Verein aufnehmen.

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