Königtein (kw) – Die Schauspielerin, Opernregisseurin und Schauspielerin Adriana Altaras war kürzlich zu Gast in der Stadtbibliothek Königstein. Sie füllte den Saal mit ihrer Präsenz und viel Humor. In einer rundum lebhaften Veranstaltung las sie aus zwei ihrer Bücher und zog das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann.
Als Mitbringsel las Adriana Altaras zunächst einen unbekannteren Text aus einer älteren Veröffentlichung, der sich um Bibliotheken drehte. Auf Wunsch des veranstaltenden Vereins Leselust las sie dann aus „Doitscha – eine jüdische Mutter packt aus“. Sehr komisch beschreibt sie darin den Alltag ihrer jüdisch-deutschen Familie mit ihren zwei Söhnen und dem westfälischen Ehemann in Berlin, der geprägt war von kulturellen Konflikten und pubertären Eklats.
Das zweite Buch „ Besser allein als in schlechter Gesellschaft“ widmet sich vor allem der außergewöhnlichen Beziehung der Autorin zu ihrer Tante Jele in Italien. Diese Frau, die über 100 Jahre alt wurde, war für die Autorin wie eine zweite Mutter. Gemeinsam blicken die beiden Frauen auf ein bewegtes Jahrhundert zurück und auf ein Leben, das trotz aller Widrigkeiten immer wieder Anlass zum Lachen gibt.
Adriana Altaras las sehr kurzweilig aus beiden Büchern, wechselte mühelos zwischen ernsten Passagen und pointierten, komischen Szenen. Immer wieder unterbrach sie die Lesung, um kurze Anekdoten aus ihrem eigenen Leben einzuflechten. Besonders eindrucksvoll griff sie Fragen aus dem Publikum auf, spann die Ideen weiter und leitete in neue Geschichten über. Sie berichtete viel vom jüdischen Leben in Deutschland, aber auch davon, wie intensiv der 7. Oktober 2023 in ihre Welt einbrach und ihre Arbeit grundlegend veränderte. Sie reflektierte den Überfall der Hamas auf Israel als einen Wendepunkt. In Deutschland steigt der Antisemitismus, begleitet von einseitiger Kritik an Israel, die sie ablehnt, ohne die Regierung zu verteidigen.
