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Trauer um die Schauspielerin und Sängerin Maria Mucke

Maria Mucke an ihrem 90. Geburtstag

Foto: S. Puck (Archiv)

Kronberg. – Eine der schillerndsten Kronberger Persönlichkeiten, die berühmte Schauspielerin und Sängerin Maria Mucke, ist mit 98 Jahren Anfang vergangener Woche verstorben.

Maria Mucke zeigte schon als Kind ihre Leidenschaft für Tanz und Gesang. An einen ihrer ersten Auftritte erinnerte sich die vor Temperament sprühende Schauspielerin und Sängerin, zu ihrem 95. Geburtstag interviewt, gerne zurück: „Als Sechsjährige bin ich mit dem Holzschuhtanz aus Albert Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“ aufgetreten“, erzählte sie damals. 1928 war die Familie nach Leipzig umgezogen. Maria besuchte die Oberschule für Mädchen, spielte leidenschaftlich gerne Theater, sang in der Kirche und mit 15 Jahren stand ihr Entschluss fest. „Ich will Sängerin werden!“ Weil ihr Gesangslehrer sie für zu jung für eine Ausbildung hielt, entschied sie sich für das Schauspielfach.

Ihre Ausbildung hatte sie an den Städtischen Bühnen Leipzig bei Lina Carstens und an der Musikhochschule bei Gertrud Bartsch erhalten. Bald durfte sie erste Rollen übernehmen. Einer der ersten Meilensteine in der noch jungen Karriere war ihre Rolle in die „Deutschen Kleinstädter“, einem Lustspiel in vier Akten von August von Kotzebue, das sich mit der kleinbürgerlichen Welt beschäftigt. Nach dem Tod der Mutter 1939 führte sie der Weg an das Nationaltheater Weimar. Dort sprang sie an einem Abend für eine erkrankte Kollegin ein und stand mit Johannes Heesters auf der Bühne. Nach dem Krieg zog sie zu Verwandten nach Wiesbaden und lernte bei einer Veranstaltung für deutsch-deutsche Begegnung im Apollo-Theater Orchesterchef Paul Kuhn kennen. Der war von der jungen Frau so beeindruckt, dass er sie sofort unter Vertrag nahm. Sie zog mit ihm und seiner Band „Swinging Stars“ unter anderem durch die amerikanischen Offiziersclubs „Scala“ und „Red Cross“ und machte sich schnell einen Namen. Etwa zur gleichen Zeit begegnete sie Illa Neubronner, der Tochter des Kronbergers Carl Neubronner und eine große Freundschaft nahm so ihren Anfang. Es folgte der Umzug nach Kronberg.

Ganz entscheidend für ihr weiteres Leben war 1948 der Rat eines Freundes, sie solle sich doch beim Radio Frankfurt vorstellen. Die erste Rundfunk-Aufnahme beim Hessischen Rundfunk mit dem Tanzorchester unter Leitung von Willy Berking fand wenig später statt und damit begann ihre Rundfunk-Karriere als Schlager- und Chansonsängerin. Es folgten Aufnahmen mit allen deutschen Sendeanstalten. Zu ihren größten Erfolgen zählten „Zauber von Paris“, „Heut ist ein Feiertag für mich“ und natürlich das legendäre „La-Le-Lu“. Dieses Lied wird auch heute noch immer dem nicht minder berühmten Heinz Rühmann zugeschrieben, doch es war Maria Mucke, die es als erste sang. 1950 schloss sie einen Exklusivvertrag zur Aufnahme von Schallplatten mit der Philips-Tongesellschaft ab. Tourneen führten sie quer durch Europa sowie nach Amerika und Marokko. Der damalige Fernsehprogrammdirektor beim Hessischen Rundfunk hieß Hans-Otto Grünefeldt. Wie das Leben so spielt, lief ihm Maria Mucke während ihrer Aufenthalte in Frankfurt des Öfteren über den Weg. Die Schauspielerin erinnert sich noch heute an ein folgenreiches Gespräch, als sie frisch „entlobt“ war. „Er fragte mich, was denn meine Verlobung machen würde und ich antwortete ihm: „Wer würde mich denn heiraten, würden sie mich heiraten?“ Grünefeldts spontaner Kommentar: „Ja, das würde ich tun!“ Vor den Traualtar ging es 1950. Nach der Geburt von Tochter Susanne wollte die Schauspielerin und Sängerin die Karriere an den Nagel hängen, es war ihr Mann, der sie zum Weitermachen ermunterte. 1953 trat sie erstmals im Fernsehen auf. Als Untermieterin Eva Berg wirkte sie beispielsweise 1954 bei der „Familie Hesselbach“ mit, bei Heinz Schenks „Blauem Bock“ war sie viele Jahre dabei und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass diese Show auch nach Kronberg kam. Eng verbunden war sie auch Hans-Joachim Kulenkampff. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1991 wollte sie sich endgültig ins Privatleben zurückziehen, doch wiederum waren es Freunde, die sie überredeten, einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Sie bewarb sich 1992 als Dozentin für Schlager und Chanson an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Zu ihren bekanntesten Schülerinnen zählt die Chansonsängerin Sabine Fischmann. Von 1993 bis 1995 übernahm sie außerdem Gastrollen am Volkstheater Frankfurt. In früheren Jahren hatte Mucke-Grünefeldt bei zahlreichen Seniorenfeiern und bei der Großveranstaltung „650 Jahre Stadtrechte“ im Jahr 1980 aktiv mitgewirkt. Ihr Leitspruch war: „Alles was ich tue, mache ich gerne, es kommt von Herzen!“ (mw)

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