Schwere Suche nach bezahlbarem Wohnraum – Ombudsmann berichtet

Hochtaunuskreis. Waldemar Schütze, der Ombudsmannes des Hochtaunuskreises für Anliegen unter anderem von SGB II-Leistungsbeziehern, hat jetzt seinen siebten Bericht vorgelegt. Das Schriftstück macht deutlich, wie wichtig und bei den Kunden akzeptiert der Ombudsmann im Hochtaunuskreis ist. Diese Stelle ist in dieser Form in Hessen einmalig und gilt als beispielhaft über den Kreis hinaus. Der Ombudsmann des Hochtaunuskreises arbeitet ehrenamtlich, unabhängig und hat ein Akteneinsichtsrecht. Als wachsendes Problem seiner Kunden sieht Schütze die immer schwerer werdende Suche von Menschen mit geringen Einkünften nach bezahlbarem Wohnraum.

Das Arbeitsaufkommen des Ombudsmanns hat sich gegenüber dem Jahr 2017 kaum verändert. Die Sprechstunde von Waldemar Schütze wird sehr umfangreich in Anspruch genommen und auch die Kontaktaufnahmen per Telefon und Mail entsprechen in etwa dem Vorjahr. Schütze berichtet von 60 bis 80 Anfragen, Anrufen und persönlichen Vorsprachen in der Sprechstunde im Landratsamt. Die meisten Fälle betreffen Fragen und Klärungsbedarf bei Leistungsbewilligungen im Rahmen des SGB II und Hilfe bei Schriftsätzen an das Kundenreaktionsmanagement. Schütze berät auch zu Fragen der Grundsicherung im Alter (SGB XII) und bei Erwerbsminderung.

Sozialdezernentin und Kreisbeigeordnete Katrin Hechler lobt die Arbeit Schützes. „Wir wollen den Menschen weiterhelfen und der Ombudsmann ist ein wichtiger Baustein in unserer Arbeit für unsere Kunden“, sagt Hechler. Vertrauen und soziale Kompetenz seien der Schlüssel zu jedem Beratungsgespräch. „Waldemar Schütze hat diese Kompetenz und die Menschen, die zu ihm kommen, vertrauen ihm“, sagt Hechler und dankt Schütze für seine ehrenamtliche Arbeit im Jobcenter.

Im Jahr 2015 wurde das Kundenreaktionsmanagement (KRM) als neue Stabstelle im Kommunalen Jobcenter (KJC) des Hochtaunuskreises eingerichtet. Von hier aus werden alle Beschwerden, auch die, die der Ombudsmann weitergibt, erfasst und von den Mitarbeitern des Hilfemanagements bearbeitet. „Wir wollen den Menschen schnell und fachlich kompetent in oft schwierigen Lebenssituationen helfen“, sagt Waldemar Schütze. Er arbeitet eng mit dem Kundenreaktionsmanagement (KRM) zusammen und lobt die Kollegen für die rasche Bearbeitung der weitergegebenen Fälle. Schütze dankt Sozialdezernentin Hechler für ihr Engagement in der Arbeit des Jobcenters.

Der Ombudsmann freut sich über die hohe Kundenorientierung im Jobcenter, die sich aus seiner Sicht stetig positiv weiterentwickle. Die Mitarbeiter lebten den Leitgedanken „Wir helfen gerne“, dem sich das Jobcenter verpflichtet habe. Verbessert hat sich laut Schütze auch die Bearbeitung von Anträgen auf soziale Teilhabe und Bildung, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Hier sei eine zusätzliche zentrale Anlaufstelle eingerichtet worden, die für eine zügige Bearbeitung sorge, berichtet Schütze.

Ein großes Problem seiner Klientel sei die Suche nach bezahlbarem Wohnraum, schildert Schütze. Auch hier sei eine rasche Antragsbearbeitung wichtig, damit es beispielsweise nicht zu Wohnungskündigungen oder Stromsperren der Stromanbieter komme. Doch das Sozialrecht könne nicht die Probleme auf dem Wohnungsmarkt lösen, mahnt Schütze. Auch im reichen Hochtaunuskreis habe er erlebt, dass Alleinerziehende mit mehreren Kindern von Obdachlosigkeit bedroht waren.

Schütze bleibt bei einer Forderung, die er bereits vor einem Jahr formuliert hat: Aus seiner Sicht braucht das Jobcenter mehr Personal. Dies auch deshalb, weil die Zahl der Arbeitslosengeld-2-Bezieher gewachsen sei, da viele anerkannte Geflüchtete nach Abschluss ihres Asylverfahrens nun zu dieser Gruppe zählten.

Als Service im Kommunalen Jobcenter wurde im Frühjahr 2016 ein Schnellschalter eingerichtet. Am Schalter können Antragsunterlagen schnell abgeben werden, damit Kunden nicht unnötig warten müssen. Die Infothek des KJC besuchen täglich etwa 150 bis 180 Kunden, den Schnellschalter nutzen rund 60 Menschen am Tag.

Hintergrund:

Der Ombudsmann des Hochtaunuskreises ist zuständig für die Bereiche des Sozialgesetzbuches (SGB) II, VIII und XII. Im Dezember 2011 wurde die Ehrenamtsstelle geschaffen, um bei Konfliktfällen, vor allem in der Anwendung des SGB II (Hartz IV) vermitteln zu können. Der Ombudsmann leistet für die Hilfemanager/Teamleiter eine konstruktive Zuarbeit bei den Einzelfällen und hilft, Lösungen zu schaffen. Der Ombudsmann ist unabhängig, arbeitet ehrenamtlich und kostenfrei für die Bürgerinnen und Bürger. Er untersucht unparteiisch die ihm vorliegenden Fragen oder Beschwerden. Ist die Beschwerde begründet, setzt sich der Ombudsmann bei der Verwaltung für eine entsprechende Korrektur ein. Derzeit ist Waldemar Schütze der Ombudsmann des Hochtaunuskreises. Seine Sprechstunden sind dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr in Haus 3 des Landratsamtes, 3. Stock, Zimmer 327. Zu erreichen ist Schütze auch unter 06172/999-8888 oder ombudsmann[at]hochtaunuskreis[dot]de.

Blumen für Waldemar Schütze, derm Ombudsmann des Hochtaunuskreises.

Foto: privat

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