Haus Altkönig: Stadtverordnete entscheiden sich für Sanierung

Oberhöchstadt (mw) – Leider hätten es die Stadtverordneten versäumt, sich in den letzten Jahren um das Thema „Haus Altkönig“ hinreichend Gedanken zu machen. Das sei auch „ein bisschen typisch für Politiker“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Fischer-Thöns im Rahmen der jüngsten Parlamentssitzung im Rathaus. Ihre eigene Partei schloss sie hierbei keineswegs von der Kritik aus. Fischer-Thöns konnte sich daran erinnern, sich bereits vor zehn Jahren mit dem damaligen Stadtrat darüber einig gewesen zu sein: „Beim Haus Altkönig, da muss ein Neubau her!“ Damals sei das Geld schließlich in den Neubau am Dalles gesetzt worden. „Das Haus am Dalles wurde gebaut, war aber kein Ersatz für das Haus Altkönig“, erinnerte sie.

„So viel Geld in eine Renovierung zu stecken, ist sträflich, sinnlos und in keinster Weise zu vertreten“, fand sie. Zu der für die Sanierung bereits veranschlagten 1 Million Euro sind nach Begutachtung des Gebäudes noch 650.000 Euro dazukommen, da das 50 Jahre alte Haus Altkönig die gängigen Brandschutzbestimmungen nicht mehr erfüllt. Trotzdem dürfen die Vereine und der Pächter aufatmen, die eine Schließung des Hauses zwecks Neubau über einen längeren Zeitraum befürchteten. Denn die Änderungsvorschläge der Grünen, die den Brandschutzauflagen nachkommen wollten, sich dann aber im Zuge der Neubeplanung des SG0-Geländes erst einmal über eine zukunftsweisende Entscheidung Gedanken machen wollten, wurden abgelehnt.

Am Ende der Diskussion entschieden sich die Stadtverordneten sogar einstimmig bei einigen Enthaltungen für die Sanierung. Nach dieser soll das Haus Altkönig weitere 20 bis 30 Jahre nutzbar sein. „Der Erste Stadtrat und der beteiligte Fachmann haben glaubhaft gemacht, dass die Substanz des Hauses ausreichend gut sei und sich eine Sanierung lohne“, argumentierte die KfB-Co-Fraktionsvorsitzende Dr. Heide Margaret-Esen-Baur. „Uns wurde versichert, dass das Haus nach den Sanierungsmaßnahmen für weitere 20 bis 30 Jahre Bestand haben werde.“ Klar sei damit aber auch, dass zum jetzigen Zeitpunkt parallel keine Neuplanung eines Gemeindehauses zu verantworten wäre, betonte Esen-Baur, deren Wählergemeinschaft sich auch gewünscht hätte, bei inzwischen knapp 2 Millionen Euro für eine energetische Sanierung, zunächst mögliche Alternativen auszuloten. Allen Stadtverordneten war klar, optisch ansprechender wird das Haus Altkönig durch die Sanierung wohl kaum: „Wir haben jedoch auch zur Kenntnis genommen, dass sich die Nutzer des Hauses eine Sanierung wünschen und sich klar gegen einen Neubau aussprechen“, so Esen-Baur. „Wir müssen das Haus sanieren, es ist ein großer Dreh- und Angelpunkt und das alles, was wir da haben, braucht Oberhöchstadt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph König.

Nicht einfach

Er machte deutlich, dass es flächenmäßig gar nicht so einfach möglich sei, ein Haus in diesen Dimensionen mal eben als Neubau neben das jetzige Gebäude zu stellen. „So groß sind die zur Verfügung stehenden Flächen des SGO-Geländes, die neu beplant werden sollen, dann auch wieder nicht.“ Diskutiert wurde außerdem die Bereitstellung der Mittel. Die FDP und die KfB hielten es im Sinne einer „Budgetklarheit“ für richtig, die zusätzlichen 650.000 Euro über den Nachtragshaushalt bereitzustellen. Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) erklärte, es sei nichts Ungewöhnliches, die Mittel, wie vorgeschlagen, zur Deckung der Mehrkosten von überschüssigen Mitteln eines anderen Bauprojekts (in diesem Fall der Taunushalle) zu verwenden. Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) verwies auch auf die unnötigen Zeitverzögerungen, die die Einstellung der Mittel in den Nachtragshaushalt mit sich bringen würde. „Das Bürgerhaus in Oberhöchstadt ist unverzichtbar, aber es war dennoch richtig, auch über Alternativen nachzudenken“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Becker in seinem Wortbeitrag.

Er unterstützte Bürgermeister und Stadtrat auch im Hinblick auf die Mittelverwendung: „Es ist haushaltsrechtlich absolut richtig, die zusätzlichen Mittel für die Sanierung auf diese Weise zu decken“, betonte er. Abschließend wurde der Sanierung und auch die seitens der Stadt vorgeschlagene Deckung der Mehrkosten zugestimmt.

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