It‘s Gospeltime mit den Joyful Voices

Der Chor im Einsatz, am Piano Hanno LotzFoto: bg

Oberursel (bg). Seit vielen Jahren sind die Joyful Voices am Pfingstwochenende im Großeinsatz. Am Samstag in der altehrwürdigen Christuskirche. Sie wurde im Jugendstil Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und 1914 eingeweiht; und am Pfingstmontag in der Auferstehungskirche in der Ebertstraße, Hausherr ist dort Pfarrer Jan Spangenberg.

Dicht gedrängt standen die über 100 Chorsängerinnen und Chorsänger rund um den Altar.

Seitlich davon hatte die kleine Band, bestehend aus Hanno Lotz am Piano, Uli Wanka am E-Bass und Burkhard Mayer an der Percussion, noch Platz gefunden. Die energiegeladene Gunilla Pfeiffer hatte alle Akteure stets fest im Blick und dirigierte sie mit traumwandlerischer Sicherheit durch das Programm.

Es war ein toller Anblick, der sich der versammelten Gemeinde bot. Der gesamte Chor hatte das obligatorische Schwarz mit grünen Farbtupfern aufgepeppt. Grün – das Zeichen der Hoffnung, wie schön, sagte der Pfarrer der Christuskirche, Reiner Göpfert, zur Begrüßung. Das Haus war wieder einmal proppenvoll. Er sprach über die Bedeutung von Pfingsten, das einigen als Geburtstag der Kirche gilt. Dabei wissen viele Menschen mit Pfingsten nicht wirklich etwas anzufangen. Was war da eigentlich los und was wird da gefeiert? Eigentlich ist es ein Wunder, was die Bibel darüber erzählt, sagte der Pfarrer in seiner Predigt. Wie mit einem Atem neu eingehaucht, kam ein lebendiger Geist über die Jünger Jesu. Die ängstliche, verzagte Schar war plötzlich wie ausgewechselt. Ein bisschen wie neugeboren.

Der Hausherr der Christuskirche berichtete in Worten, worüber die Joyful Voices vielstimmig sangen. Gospel sind echte Mutmacher und Balsam für die Seele. In schwierigen Zeiten sind sie ganz besonders wichtig. Ihr Gospelprojekt stand in diesem Jahr unter dem Titel „Born again“, ein fetziger Klassiker der Gospelliteratur. Dabei glänzte Brigitte Schultz als Solistin. Die Joyful Voices waren bei diesem Titel in ihrem Element. Das Gotteshaus kam plötzlich ins Swingen, die Menschen ließen sich anstecken, klatschten und swingten begeistert mit bei dem schwungvollen Einsatz der fast 130 Sänger. Bereits mit dem ersten Song „You‘re King“ von Geraldine Latty hatte Frontman Peter Hong alle zum Mitsingen animiert und für fröhlich vibrierende Stimmung im Gotteshaus gesorgt. Beim Gospelgottesdienst wurde viel gesungen, auch die Liturgie wie das „Glaubensbekenntnis“ und das „Vater unser“ wurden musikalisch gestaltet. Die Gemeinde war dabei herzlich eingeladen, fröhlich mitzusingen, gerade bei den Liedern, die auch im neuen Kirchen-Gesangbuch EG+ zu finden sind, wie „Ich sing dir mein Lied“ oder „May The Lord Send Angels“. Den Solopart übernahm dabei Esther Kirsten. Die Texte waren auf den Liedzetteln abgedruckt, die jeder am Eingang erhalten hatte.

In den 50 Tagen zwischen Ostern und Pfing-sten war der stimmgewaltige Chor von Kantorin Gunilla Pfeiffer gründlich auf seinen Auftritt vorbereitet worden. Bei den Proben hatten sie schwierige Stücke mit viel Engagement einstudiert. Dabei herrschte gute Laune, es wurde viel gelacht und viel gelernt, vor allem die Texte. „Noten weg“, lautete dazu das Kommando von Gunilla Pfeiffer, die mit ihrem Schwung und Elan alle begeistern kann. Mit dem facettenreichen Repertoire sorgte der Chor für zauberhafte Klangteppiche im Gotteshaus – beim zu Herzen gehenden „Like Mighty Water“ von Pekka Simojoki oder dem ergreifenden „Shackles“ mit der wunderbaren Solistin Talia Houser. Zum Abschluss zog der Chor alle Sänger „Born Again“ singend durch das Kirchenschiff zum Ausgang und verabschiedete sich vom begeisterten Publikum, das bewegt und glücklich strahlend den Heimweg antrat.



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