Oberursel. Die Sportvereine der Stadt und ihre Akteure jubeln nicht nur in der Heimat und in den Ortsteilen Oberstedten, Stierstadt oder Weißkirchen. Ihre Athleten hinterlassen auch sportliche Spuren in China und Japan, sind bei den Special Olympics unterwegs und schicken sportliche Botschaften durch die gesamte Republik. Ihre Verdienste hat die Stadt bei der alljährlichen Sportlerehrung ausgezeichnet, in der vollen Stadthalle feierten sich die kleinen und großen Stars miteinander.
Der Beifall und die Jubelrufe finden kein Ende an diesem Abend in der Stadthalle. Das Schaulaufen der Stars dauert ungefähr zwei Stunden. Rund 300 erfolgreiche Sportler gilt es zu ehren für das, was sie geleistet haben, auf der Empore feiern Fans und Freunde, Eltern und Geschwister mit. Jubel brandet auf beim Gang auf die Bühne, für jeden und jede gibt es hier Beifall, sie alle haben ihn verdient, sie alle geben ihn weiter an ihre Sport- und Spielkameraden aus dem eigenen Team oder Verein und an die anderen, die auch große Leistungen vollbracht haben in diesem Jahr 2025.
Jeder weiß, was diese Wertschätzung für den anderen bedeutet. Fairness, Respekt, Miteinander und Solidarität sind wichtige Werte, die in den Sportvereinen vermittelt werden – egal ob Kreismeister oder Bezirksmeister, Deutscher Meister oder Welt-Champion.
Die Bürgermeisterin eröffnet die Party mit einem zeitgeistigen Superlativ. „Das ist mega hier“, sagt sie zur Begrüßung, „applaudiert euch mal selbst, das habt ihr verdient.“ Antje Runge meint damit nicht nur die Jungs und Mädchen, die Frauen und Männer, die sich hier eine Urkunde als ewigen Beleg für ihre Leistung und einen kleinen Sachpreis abholen. Sie meint auch das gesamte Umfeld und die viele ehrenamtlich aktiven Menschen, die als Trainer, als Vereinsvorstände und Eltern-Taxi dies alles ermöglichen. Gemeint sind die 47 Sportvereine in der Stadt mit rund 20.000 Mitgliedern bei knapp 48.000 Einwohnern. „Das ist mega“, weil die Vereine mit ihren Grundsätzen auch „klare Säulen der Demokratie“ seien. Weil der Sport eine „Stütze der Stadtgesellschaft ist, gelebte Integration und Inklusion“. Die auch Alexander Lenz und Saskia Jandausch hier erleben, Sportler aus dem Team der Oberurseler Werkstätten, die bei den Special Olympics Hessenmeisterschaften im Rolli-Sprint erfolgreich waren.
Flotte Moderation
Das schnelle Rauf-auf-die-Bühne-und-wieder-runter-von-der-Bühne, das dank der flotten Moderation von Susanne Schwarzenberg kleine Pausen im Ehrungsmarathon bietet, ist so in Ordnung, ein Interview mit jedem ist einfach nicht möglich in diesem Zeitrahmen. Ans Mikrofon werden die Stars gerufen, die es in noch jungem Sportlerleben schon weit gebracht haben.
Wie der kleine Radfahrer Leo Degenkolb, Sohn des legendären Champions John Degenkolb, der in allen Disziplinen auf der Straße und der Bahn oder beim Berg-Zeitfahren in seiner Altersgruppe in Hessen keine Konkurrenz mehr hat. Oder Theresa Furthner, die es im Rope Skipping bis zur Weltmeisterschaft im japanischen Kawasaki geschafft hat.
Nike Kallinich wurde Deutsche Meisterin im Feldhockey im Team des Mannheimer HC.
Leo Degenkolb trainiert in Sossenheim, Theresa Furthner bei der HTG in Bad Homburg, Anna Wenzel und Friededrike Janz, Vize-Hessenmeisterinnen im Florettfechten der U 13, trainieren in Oberhöchstadt; es sind nur ein paar Ausnahmen, die hier genannt sind. Viele Sportler müssen sich die passenden Vereine außerhalb der Stadtgrenzen suchen, weil ihre Sportart hier in keinem Verein betrieben wird. In Oberursel gibt es nun mal kein Gewässer, das zum Rudern taugt. Aber sie leben in Oberursel und sind Repräsentanten der Stadt.
Der Schwimmclub SCO kommt mit 80 Kids auf die Bühne, die Fußballerinnen des 1. FFV sind mit der gesamten Mannschaft und Trainerin Simone Petermann da, die Eintracht-Fußballer im traditionellen grünen Trikot der Teams vom Eschbachweg und und und...
Timo Günther spielt für einen Ur-Oberurseler Verein Handball, aber er ist eben auch international unterwegs. In der Halle gehört er zum Team der Oberliga, im Sommer ist er mit den „Orscheler Beachmopeten“ auf Sandplätzen und an Stränden unterwegs. Beachhandball hat bei der TSG Oberursel Tradition, die „Mopeten“ sind fast immer beim DM-Finale in Cuxhaven dabei, waren auch schon für das Euro-Finale im sizilianischen Palermo qualifiziert. Seit ein paar Jahren gibt es ein Frauen-Team, die „Flying Ducks“, der Nachwuchs hat die ersten Hessen-Titel geholt. Und Timo hat es bis in die Nationalmannschaft geschafft, die 2025 Europameister geworden ist und auch bei den World Games in China erfolgreich war.
Es war still in der Stadthalle, als vorne auf einer Leinwand ein flotter Vier-Minuten-Clip vom fliegenden Timo hoch über internationalen Sandplätzen gezeigt wurde.
Alexander Lenz und Saskia Jandausch von den Oberurseler Werkstätten, die bei den Special Olympics dabei warenFoto: j


