Oberursel stellt wichtige Weichen für die Zukunft (1)

Oberursel (ow). Bürgermeisterin Antje Runge zieht Bilanz für 2025 und gibt einen Ausblick für das nächste Jahr: „Das Jahr 2025 stand in Oberursel in besonderer Weise im Zeichen von Beteiligung, Dialog und aktiver Mitgestaltung. Wir sind in zentralen Fragen der Stadtentwicklung weitergekommen, haben uns gemeinsam den aktuellen Herausforderungen zu Wirtschaft, Klimawandel und sozialen Fragen gestellt und den weiteren Weg für ein gutes Zusammenleben in Oberursel gestärkt. Dafür ist vor allem der direkte Kontakt mit den Menschen wichtig“, so Bürgermeisterin Antje Runge.

Bezahlbarer Wohnraum

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und eine nachhaltige Stadtentwicklung gehörten 2025 zu den zentralen Schwerpunkten – mit einer klaren Strategie: Wachstum im Innenbereich steuern, soziale Verantwortung übernehmen und ökologische Rahmenbedingungen gleichermaßen berücksichtigen.

Vor dem Hintergrund eines immer teurer werdenden Wohnungsmarkts hat die Stadt Oberursel 2025 mehrere konkrete Projekte zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorangebracht. Bei allen neu verhandelten Vorhaben wurden mindesten 30 Prozent geförderter Wohnraum festgesetzt. Ein wichtiges Beispiel ist das neue Wohn- und Gewerbequartier Neumühle in Stierstadt. Dort entstehen im ersten Bauabschnitt 36 Wohnungen, darunter 16 öffentlich geförderte Mietwohnungen, die gezielt Haushalten mit mittlerem Einkommen zugutekommen.

Am Sankt-Hedwigs-Weg wurde ein Bebauungsplan für eine behutsame Nachverdichtung auf den Weg gebracht, um in einem Haus mit 12 Wohnungen einhundert Prozent öffentlich geförderte Wohnungen zu schaffen.

Ein weiteres Schlüsselprojekt ist das geplante Wohnquartier an der Hohemarkstraße im Oberurseler Norden. Auf einem ehemaligen Schulungsareal sollen rund 80 Wohneinheiten entstehen, davon 30 Prozent als bezahlbarer Wohnraum. Das Quartier verbindet familienfreundliche Angebote, Hochwasserschutz, Grünflächen und nachhaltige Bauweise zu einem modernen Wohnumfeld.

Im Bereich Wohnen sind für 2026 mehrere konkrete Entwicklungsschritte vorgesehen. Für das städtische Grundstück an der Mutter-Teresa-Straße ist geplant, im Februar 2026 die Vergabe im Erbbaurecht zu beschließen. Dort sollen rund 18 bezahlbare Wohnungen entstehen.

Westlich der Geschwister-Scholl-Straße ist das Umlegungsverfahren abgeschlossen. 2026 beginnen die Erschließungsarbeiten, anschließend werden neun städtische Grundstücke vermarktet. An der Billwiese ist die Entwicklung eines Wohnquartiers mit 94 Mietwohnungen geplant, wobei 30 Prozent der Wohnfläche für preisgünstiges Wohnen vorgesehen sind.

Die Offenlage des Bebauungsplans soll im ersten Quartal 2026 erfolgen, ein Satzungsbeschluss ist für den Sommer vorgesehen. Darüber hinaus wird an der Marxstraße die Entwicklung einer Wohnbaufläche vorbereitet.

Stadtentwicklung

Oberursel verfolgt einen integrierten Ansatz der Stadtentwicklung, der strategische Leitlinien ebenso umfasst wie konkrete Maßnahmen vor Ort. Zwei zentrale Instrumente prägen diesen Prozess: der Stadtentwicklungsplan (STEP), der die langfristige Entwicklung der gesamten Stadt steuert, und das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Fördergebiet „Oberursel Zentrum“.

Ein wesentlicher Meilenstein für 2026 ist die Beschlussvorlage des aktualisierten integrierten Stadtentwicklungsplans als strategisches Planungsinstrument, das festlegt, wie Oberursel sich in den kommenden Jahrzehnten entwickeln soll. Er betrachtet die bauliche Entwicklung, Wohnen, soziale Infrastruktur, Mobilität, Energie sowie den klimagerechten Stadtumbau in einem gesamtstädtischen Zusammenhang und formuliert übergeordnete Entwicklungsziele.

Während der STEP den gesamtstädtischen Rahmen setzt, ermöglicht die Aufnahme des Bereichs „Oberursel Zentrum“ in das Städtebauförderprogramm des Bundes und des Landes Hessen eine gezielte städtebauliche Entwicklung im Herzen der Stadt. Ende November 2025 erhielt Oberursel die Zusage des Hessischen Wirtschaftsministeriums.

Ziel der Förderung ist es, die Innenstadt in den nächsten zehn Jahren als lebendige, sozial durchmischte und klimaangepasste Stadtmitte zu sichern und weiterzuentwickeln. Dazu gehören die Revitalisierung öffentlicher Gebäude, die Sicherung und Modernisierung kultureller und bildungsbezogener Einrichtungen, die Stärkung der lokalen Wirtschaft sowie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Eine besondere Rolle spielt das Rathausareal, das als zentraler Anlaufpunkt der Bürgerschaft eine wichtige Rolle spielt und auch Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld hat. Im Zuge der geplanten Rathaussanierung sollen außerdem die Volkshochschule und die Mediathek in die Überlegungen einbezogen werden, um einen modernen, barrierefreien „Dritten Ort“ zu schaffen. Die Fußgängerzone Vorstadt und angrenzende Einkaufsstraßen sollen in ihrer Funktion der Nahversorgung gestärkt und barierefrei umgebaut werden. Auch der Urselbach rückt bei dem Förderprogramm stärker in den Fokus, um neue Aufenthaltsqualitäten und Freiräume in der Innenstadt zu entwickeln. Mit bereits verabschiedeten Konzepten zur Zukunft der Innenstadt, zur Klimaanpassung und zum Fußverkehr zeigt die Stadt, dass sie den Strukturwandel und die Folgen des Klimawandels aktiv angeht. Startpunkt der Städtebauförderung ist verpflichtend die Erarbeitung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Es legt fest, welche Maßnahmen im Fördergebiet sinnvoll und förderfähig sind. Ein zentraler Bestandteil ist die Beteiligung lokaler Akteurinnen und Akteure sowie der Bürgerschaft.

Zukunft Innenstadt

Im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft Innenstadt“ wurden weitere Projekte umgesetzt, etwa die Eröffnung des OrschelGartens als Gemeinschaftsgarten in der Innenstadt, organisiert durch die Lokale Klimainitiative Oberursel. Der „Grüne Weg“ wurde weiterentwickelt, ebenso klimaangepasste Bepflanzungen. Viele Bürger haben dabei Pflanzpatenschaften übernommen, die für Bäume, Blumenkübel und Grünflächen möglich sind.

20 neue Bänke konnten durch das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ angeschafft werden, zudem wurden zehn Sitzgelegenheiten aufgewertet und drei Wipptiere für Kinder im Innenstadtbereich angebracht.

Die Stadt Oberursel hat nun im Dezember eine Förderzusage aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt III“ erhalten. Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori überreichte den entsprechenden Förderbescheid in Höhe von 200 000 Euro persönlich. Mit den Mitteln können weitere zentrale Plätze und Freiräume neugestaltet und aufgewertet werden. „Unsere öffentlichen Plätze sind Orte der Begegnung – hier treffen sich Menschen, Kinder spielen, Nachbarschaft entsteht. Mit der Förderung können wir diese Lieblingsorte weiterentwickeln und noch lebenswerter gestalten“, betont Bürgermeisterin Antje Runge. Erfolgreich fortgeführt wurde der Altstadtmarkt „Regional.Genuss“, der sich zu einem festen Treffpunkt entwickelt hat. Formate wie „Korea meets Orschel“ oder Aktionen zum Weltkindertag machten Vielfalt erlebbar und förderten den Dialog mitten in der Stadt.

Mit dem Start der digitalen Beteiligungsplattform oberursel-mitmachen.de im August bündelte die Stadt erstmals ihre digitalen Beteiligungsangebote und schuf ergänzend zu persönlichen Dialogformaten eine neue Anlaufstelle für Dialog und Transparenz. Ein zentrales Beteiligungsprojekt des Jahres war die Bürgerbeteiligung zum Stadtentwicklungsplan (STEP). Ergänzend zur Online-Beteiligung fanden vier Stadtspaziergänge statt, bei denen die Bürger gemeinsam mit Bürgermeisterin Antje Runge, Mitarbeitenden der Verwaltung und externen Fachplanenden zentrale Entwicklungsräume der Stadt erkundeten und ihre Perspektiven direkt vor Ort einbringen konnten. Im Fokus standen das Rathausareal, das Gelände der Alten Post (Berliner Straße), das Gewerbegebiet Süd sowie der Urselbach als verbindendes Landschaftselement. Die Resonanz war groß. Die Ergebnisse wurden transparent aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht und bilden nun eine wichtige Grundlage für den sich im Gremiengang befindenden Stadtentwicklungsplan.

Den Wirtschaftsstandort Oberursel stärken

Die Weiterentwicklung der Gewerbegebiete, Unternehmensansiedlungen, digitale Infrastruktur und Tourismus werden in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität Oberursels spielen. Bürgermeisterin Antje Runge verfolgt dabei einen klaren Kurs: Oberursel soll als moderner, verlässlicher und attraktiver Standort für Unternehmen, Beschäftigte, Gründer sowie Gäste weiterentwickelt werden – trotz herausfordernder finanzieller und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Die Entwicklung der Gewerbegebiete, etwa in der südlichen Riedwiese, im Bereich Weißkirchen oder an den Drei Hasen, wird konsequent vorangetrieben. Die Stadt verfolgt das Ziel, Flächen strategisch zu entwickeln und für zukunftsfähige Nutzungen zu sichern. Mit der Neubesetzung der Stelle eines Koordinators für Unternehmensansiedlung und Standortentwicklung ist die Wirtschaftsförderung hier gut aufgestellt.

Digitale Infrastruktur

Ein entscheidender Zukunftsfaktor ist der flächendeckende Glasfaserausbau. Oberursel geht hier konsequent voran und schafft die Grundlage für modernes Arbeiten, digitale Geschäftsmodelle, Homeoffice und touristische Angebote. Durch die Zusammenarbeit mit Telekommunikationsunternehmen sowie durch Fördermittel von Bund und Land wird sichergestellt, dass auch bislang unterversorgte Bereiche angeschlossen werden. Begleitet wird der Ausbau durch transparente Information, Glasfaser-Sprechstunden des Digitalrates und eine enge Abstimmung zwischen Stadt, Anbietern und Bürgerschaft. Ziel ist ein leistungsfähiges digitales Netz für alle Stadtteile – als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Zukunftssicherheit.

Stärkere Positionierung

Oberursel setzt auf eine aktive, dialogorientierte Wirtschaftsförderung. Bürgermeisterin Antje Runge bleibt im direkten Austausch mit den ansässigen Unternehmen, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen und Standortbedingungen kontinuierlich zu verbessern. Dabei stehen sowohl die Bestandspflege als auch die Ansiedlung neuer Betriebe im Fokus. Durch die Beteiligung an der Standortmarketinggesellschaft FrankfurtRheinMain GmbH positioniert sich Oberursel zudem stärker im regionalen und internationalen Wettbewerb um Unternehmen, Fachkräfte und Investitionen.

Gründung, Ausbildung und Fachkräftesicherung

Ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht qualifizierte Fachkräfte. Mit Formaten wie dem Gründerdialog, regelmäßigen Unternehmensbesuchen und der Oberursel Ausbildungstour setzt die Stadt gezielt auf Vernetzung, Nachwuchsförderung und frühe Berufsorientierung. Die Ausbildungstour bringt Jugendliche, Eltern und Unternehmen zusammen und stärkt Oberursel als attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsstandort in der Region. Solche Formate sollen weiter ausgebaut werden, um Fachkräfte langfristig an die Stadt zu binden.

Energieinfrastruktur verantwortungsvoll gestalten

Die Sicherung einer leistungsfähigen Energieinfrastruktur ist ein zentraler Standortfaktor. Beim geplanten Ausbau der 380-kV-Höchstspannungsleitung setzt Oberursel gemeinsam mit benachbarten Kommunen auf ein abgestimmtes Vorgehen. Ziel ist es, die Anforderungen der Energiewende mit dem Schutz von Stadtentwicklung, Wirtschaft, Landwirtschaft und Lebensqualität in Einklang zu bringen. Transparenz, frühzeitige Beteiligung und eine faire Lastenverteilung stehen dabei im Mittelpunkt – als Voraussetzung für Akzeptanz und nachhaltige Lösungen.

Oberursel als attraktives Reiseziel profilieren

Mit der Anerkennung als staatlich anerkannter Tourismusort hat Oberursel eine wichtige Grundlage geschaffen, um den Tourismus gezielt weiterzuentwickeln. Ab Juli 2025 wird ein Tourismusbeitrag erhoben, dessen Einnahmen zweckgebunden in touristische Infrastruktur, Angebote, Veranstaltungen sowie Marketingmaßnahmen fließen. Ein neu einzurichtender Tourismusbeirat wird die Entwicklung steuern und gemeinsam mit Wirtschaft, Hotellerie, Gastronomie, Vereinen und Stadtverwaltung Schwerpunkte setzen. Dabei stehen sowohl der Freizeit- und Naherholungstourismus als auch der Geschäfts- und Tagungstourismus (MICE) im Fokus.

Ziel ist es, Oberursel als attraktives Reiseziel zwischen Metropole und Taunus weiter zu profilieren – zum Nutzen von Gästen, Einheimischen, Handel und Gastronomie.

„Unternehmensansiedlung und Tourismus sind zentrale Bausteine für die Zukunft Oberursels“, betont Bürgermeisterin Antje Runge. „Wir setzen auf Verlässlichkeit, Dialog und klare Prioritäten, um unsere Stadt wirtschaftlich stark, lebenswert und zukunftsfähig aufzustellen.“



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