Orfeo Chor mit geistlicher Chormusik vom Feinsten

Oberursel (bg). Der Orfeo Chor aus Frankfurt gastierte in der Christuskirche Oberursel. Im Gepäck hatten die rund 30 Sänger anspruchsvolle geistliche Chormusik von der Spätrenaissance bis zum Frühbarock. Sie alle verbindet die Begeisterung für dieses Genre. Für ihren Chorleiter Armin Rothermel war es ein Heimspiel. Er ist ein echt Orschler Bub und hat in jungen Jahren schon auf der mächtigen Kirchenorgel seine ersten Fingerübungen absolviert.

Unter der Anleitung des damaligen Kantor Günther Lehnerer. Die erste Orgel wurde anno 1913 bei der damals bedeutenden Firma Walcker bestellt, 1966 gab es einen Orgelneubau durch die Firma Hillebrand. Doch das köngliche Musikinstrument musste Armin Rothermel an diesem Abend nicht bedienen. Seine musikalische Ausbildung setzte er nach den ersten Anfängen in Oberursel am Dr. Hoch‘s Konservatorium, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, der Staatlichen Musikhochschule in Heidelberg-Mannheim sowie an den Städtischen Bühnen in Graz fort.

Der Chor aus Frankfurt, der 1993 aus einem Projektchor für eine Aufführung von Glucks „Orfeo“ mit dem Philharmonischen Verein Frankfurt 1834 gebildet worden war, sang bei seinem diesjährigen Adventsprogramm ausschließlich A cappella. Er präsentierte auf hohem Niveau viele Highlights der Chorliteratur. Neben Teilen der Missa „O Magnum Mysterium“ des spanischen Komponisten Tomás Luis de Victoria erklangen auch Werke von John Taverner, Michael Preatorius, Guiseppe Antonion Barnabei und vielen anderen. Inhaltlich kreiste das Konzert um das Erscheinen des Lichtes als Symbol der Hoffnung: das Licht in der Krippe in „Nun kommt der Heiden Heiland oder beim bekannten Abendlied aus der Feder von Matthias Claudias „Mond ist aufgegangen“; in der Vertonung von Max Reger das einzige Werk aus dem 20. Jahrhundert. Festliche Glanzpunkte setzte das Posaunenquartett Trombonissimi, unter anderem mit dem Lied „Vollendet ist das große Werk“ aus Haydns Schöpfung oder dem „Christus factus est“ von Anton Bruckner.

Handys kann man ausschalten, – darum bat der Chorleiter nachdrücklich –, das Glockengeläut zur vollen Stunden nicht. Da streckte er die Waffen und die Chor legte eine Pause ein, kurz vor Abschluss des Programms. Danach erklangen alt vertraute Weihnachtslieder, die seit Jahrhunderten gesungen werden und im evangelischen Kirchengesangbuch stehen, wie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Engelsgleich fein und zart sangen danach die Sporanistinnen ihren Solopart die erste Strophe von „Es ist ein Ros entsprungen“, bevor der vielstimmige Chor einsetzen durfte. Auch das Publikum wurde mit einbezogen. Zum Schluß stimmte es gemeinsam mit dem Chor, begleitet von den festlichen Posaunen zwei Strophen des schönen Adventsliedes an. Der Text dazu war im Programm abgedruckt. Hoch von der Empore aus dirigierte Armin Rothermel den Chor, das Posaunenquartett und das Publikum. Bei der Gelegenheit machte er auch gleich Werbung in eigener Sache. Der Orfeo-Chor würde sich über neue Mitglieder sehr freuen. Er probt donnerstags von 19.15 - 21.30 Uhr im Gemeindehaus Niederursel, Karl-Kautsky-Weg 62, in Frankfurt- Niederursel. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus bei allen Musikerinnen und Musiker für das stimmungsvolles Konzert.

Das Posaunen-Quartett Trombonissimi.Foto: bg

Der Orfeo Chor mit Dirigent Armin Rothermel auf der Tribühne der ChristuskircheFoto: bg

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