Perfektes Marktwetter für die Feyerey

„RegiLau“ spielte schwebend vor der Bühne ihre Harfe.Foto:Tappenden

Oberursel (gt). Zum 15. Mal trafen sich die Mitglieder und Gäste von Ursellis Historica auf den Portwiesen für die Oberurseler Feyerey, die in diesem Jahr zum 15. Mal stattfand. Am Samstag herrschte „perfektes Marktwetter“, erklärte Schatzmeister Achim Lameyer. Das heißt, es war nicht zu heiß, es wehte ein leichter Wind und es blieb trocken.

Das gute Wetter lockte die Besucher noch vor der offiziellen Eröffnung an. Um 13 Uhr war der Parkplatz auf der Rolls Royce Wiese so voll, dass sie zum Ausweichparkplatz an die Alte Leipziger weitergeschickt wurden. Währenddessen unterhielten die Musiker von Viesematente, der Gaukler Laurino und die Tanzgruppe „Reifenberger Härmleins“ die Besucher an der Bühne.

Umzug mit Hindernissen

Obwohl sich die Bürgermeisterin als auch das Brunnenpaar verspäteten, startete der Umzug der Mitwirkenden trotzdem. „Das gab es noch nie, der Umzug kommt zu früh“, kommentierte Herold Colonia von der Bühne und schickte sie nochmal los, um eine Ehrenrunde um den Platz zu drehen. Als sie zurückkamen, waren die Ehrengäste zwar eingetroffen, die Umzugsteilnehmer waren jedoch nicht mehr in der gleichen Reihenfolge, was beim Herold für Verwirrungen bei seinen Begrüßungen sorgte.

Bürgermeisterin Antje Runge bedankte sich bei Ursellis Historica für die Organisation der Feyerey, die das Städtchen mit „Leben, Freude und Geschichte“ füllen würde. Anschließend rief sie den Marktfrieden auf. Brunnenkönigin Tanja I. besuchte das Fest zum ersten Mal und war überrascht, wie viele Leute da waren. Schließlich überreichte Brunnenmeister René zwei Bembel an den Herold und an den Vorsitzenden von Ursellis Historica, Marcus Keimling. „Es lebe der Handel, es lebe die Gemeinschaft“ erklärte der Herold und nach einem dreifachen „Vivat“ vom Publikum wurde die erste Hinrichtung an der Wasserguillotine durchgeführt.

Vielfalt an Marktständen

Fast fünfzig Marktstände erstreckten sich über die Wiesen auf beiden Seiten des Weges. Vor allem an den Essensständen bildeten sich im Laufe des Nachmittags lange Schlangen. Hier wurden unter anderem Fleischspieße, Flammlachs, Käsespätzle und Kassler mit Kraut angeboten. Bei der Bäckerei gab es Schafkäsebeutel und „Bohnenbüddel“ - Teigtaschen, die mit einer leicht pikanten Bohnenkomposition gefüllt waren. Direkt an der Bühne boten sich mehrere Möglichkeiten zu Erfrischungen an, sei es die heimischen Getränke am gemeinsamen Stand „Zum garstigen Gnom“ vom Alt Oberurseler Brauhaus und der Kelterei Steden oder die Erzeugnisse von nördlichen Ländern an der Midgard Schänke, wo man für sich in diesem Jahr mit einem Schild „Teuer und Unfreundlich“ warb. Ebenfalls neben der Bühne stand die Grafentaverne, wo man auch Kirschbier und Johannissaftschorle erwerben konnte.

Schwerter, Schilde und Co.

Auf der oberen Wiese stand der Turnierplatz. Hier fanden im Laufe des Nachmittags Feldschlachten statt. Zwei Mannschaften traten aufeinander, bewaffnet mit Schwertern, Schildern und Äxten mit langen Stielen. Ebenfalls am Turnierplatz fand die Reitershow mit den Steppenreitern Anton Zühlke und Knut Klug statt. In einer Geschichte, die von Herold Colonia erklärt wurde, hätten die Wikinger Frankfurt erobert und dank Einsatz der Bürgermeisterin Oberursel verschont. Dennoch soll das Land an die Eroberer gehen und nun kämpften die beiden Wikinger darum, wer die Brunnenstadt bekommen soll. Dabei zeigten sie ihr Können mit Lanzen, Pfeil und Bogen sowie mit Äxten, mit denen sie auf eine Zielscheibe vom Pferd aus schossen. Als der Kampf nach diesen Runden unentschieden stand, haben sie beschlossen, die Sache auf nordische Art mit Wetttrinken zu lösen. Im anschließenden Schwertkampf haben sie sich jedoch gegenseitig gestochen und schließlich entschlossen, die Stadt unter sich aufzuteilen.

Kinderprogramm

Neu in diesem Jahr war die Kinderrallye, die sich über alle drei Wiesen erstreckte. An einigen Marktständen waren Zahlen angebracht, die mit Buchstaben kombiniert wurden. Hat man alle Buchstaben in der richtigen Reihenfolge zusammen bekommen, ergab sich das Lösungswort „MARKTRECHT“. Dafür gab es eine kleine Belohnung an der Marktwache.

Besonders bei kleinen Kindern beliebt war das mittelalterliche Riesenrad, das sechs Plätze für Kinder bis 1,20m anbot. Außerdem gab es die Möglichkeit ein Amulett in Zinn zu gestalten und Märchen im Zelt von Walburga zu hören.

Mittelaltermarkt

Der Mittelaltermarkt bot auch die Möglichkeit, sich bestens mit Kleidung und Ausrüstung zu versorgen. Neue Gewandungen konnte man ebenso am Markt erwerben wie Wolle, Leinen, Seide und Lederwaren. Schwerte, Schilder und Steinschleudern waren ebenfalls alle am Markt zu finden, außerdem gab es für Bogenschießer ein Bogenhospital, in dem Reparaturen durchgeführt werden konnten. Der „Bechermacher“ töpferte sogar neue Ware vor Ort, die bis 1280C im Holzbrennofen gebrannt wurden. Natürlich sollte ein Zelt im Mittelalter gut riechen und dafür boten sich die Räuchermischungen an. Für Sauberkeit sorgten handgesiedete Seifen und ein Besuch in Michels Badestube. Und weil man seine Einkäufe auch transportieren musste, stand direkt am Ausgang vom Marktplatz der Korbmacher mit seiner Ware.

Mittelalterliches Rahmenprogramm

Auf der dritten Wiese Richtung Altstadt hatten die besuchenden Gruppen ihre Zelte aufgeschlagen und hier hatte man den besten Blick auf die St.Ursula Kirche.

Am späteren Nachmittag stellte die Harfenfrau „Regi Lau“ ihre Schaukel vor der Bühne auf. Während sie hier schwebend und drehend vor der Bühne saß, spielte sie Lieder aus dem Norden auf der Harfe und sang auch eigene Kompositionen. Anschließend spielte die Gruppe „Die Streuner“ mehrere Sets auf der Bühne. Vor der Bühne gab es kaum freie Plätze.

Sogar ein Brautpaar besuchte die Feyerey. Nach ihrer Vermählung ging Mark Saßmannshausen mit seiner Braut Bianca zum Schmied, um im wahrsten Sinne des Wortes einen Funken überspringen zu lassen. Ihren Hochzeitstag werden sie nun jedes Jahr auf der Feyerey feiern können.

Höhepunkt Feuershow

Am Abend folgte eine ganz besondere Feuershow: die Gruppe „Finyx Fire„ trat gemeinsam mit den Steppenreitern Anton Zühlke und Knut Klug auf. Kurz bevor es losging, fing es an zu regen. „Wir kommen den Wünschen der Feuerwehr nach, die Wiese vorher zu befeuchten“, scherzte Herold Colonia. Der Regen hörte rechtzeitig auf, auch wenn es während der Show nochmal nieselte.

Gemeinsam forderten die Feuerkünstler und die Steppenreiter das Feuer zum Tanzen auf. Mit musikalischer Begleitung bunter Bodenbeleuchtung, traten sie manchmal abwechselnd, manchmal zusammen auf. Die Steppenreiter zeigten Tricks mit brennenden Seilen, während sie sich mit den Pferden im Kreis drehten. Jess und Pippa von Finyx Fire - die Kronen mit Flammen trugen - tanzten mit allerlei brennenden Geräten, während Kevin mit brennenden Stäben jonglierte. Zum Schluss sind die Reiter durch brennendes Heu geritten. Es war der „wahrhaftige Höhepunkt des Wochenendes“, sagte der Herold beim Verabschieden.

Beliebtes Spektakel

Trotz voller Parkplätze wurde der Besucherrekord von vor drei Jahren am Ende doch nicht gebrochen. Dennoch besuchten am Wochenende rund 13.000 Menschen das Mittelalterfest, erklärte Achim Lameyer.

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