Oberursel (bg) – Birgit C. Morgenstern schafft es immer wieder, interessante Künstler aus der großen weiten Welt, der Region und aus Oberursel im Rathaus zu versammeln. Unter dem Motto: „Kunst findet Stadt“ organisierte sie bereits zum sechsten Mal eine Kunstschau der besonderen Art für den Kulturkreis Oberursel. Foyer und Sitzungssaal verwandeln sich dabei in eine echte Kunsthalle. Gezeigt wurden in sprudelnder Bandbreite kreative, witzige, schöne und nachhaltige Glanzstücke. Über 30 Auszustellende waren daran beteiligt. Dieser Kunstmarkt besticht jedes Jahr durch seine große Bandbreite; bestehend aus Gemälden, Druckgrafik, Fotografien, Skulpturen, Glaskunst, handbemaltes Porzellan – einiges davon fast zu schön für den täglichen Gebrauch –, kunstvolle Figuren aus Draht, edle Schmuckstücke ebenso wie anziehender Modeschmuck, filigranen Drechslerarbeiten oder schweren Holzstämme.
Für das überbordende Angebot an Gemälden in allen Formaten und jeden Genres sorgten neben den Mitgliedern der Künstlergemeinschaft PrismO, weitere Künstlerinnen und Künstler aus Nah und Fern mit außergewöhnlichen Werken. Wie Angelika Reinike mit ihren „Freu-Stücken“. Sie bereiten gute Laune und sind echte Hingucker. Gezaubert aus Klecksen, mit denen sie durch feinen Pinselstriche die Werke wie von Zauberhand entstehen lässt. Das Naturwunder der Polarlichter hat Martin Schreck in seinem Bild vom Oberursel Marktplatz eindrucksvoll eingefangen. Die Fülle an unterschiedlichen Stilen spiegelt sich im Gemeinschaftsstand der holländischen Künstler aus Leiden, der „Verenigingdeleidscheart“, kontrastreich wider.
Die vier holländischen Maler, das sind Ton Abspoel, Justus Dick Backhuizen van den Brink, Pieter Haanstra, und Hennie Liktrink, kommen immer wieder gerne nach Oberursel. Diesmal haben sie eine Palette an Frauenportraits im Gepäck.
Eindrucksvoll wurden am zauberhaften Stand von Porzellanmalerin Annette Andernacht auch die großformatigen Bilder von Fahad Jeruz Galiwango präsentiert. Der junge Künstler mit Wurzeln in Uganda lebt in Bühl. Er zeigt in eindrucksvollen Bildern Hirten aus seiner Heimat und agiert als Mittler zwischen den Kontinenten. Baumstämmen schenkt Knut Beyer ein „Drittes Leben“. Nach ihrem Leben als Baum, dem Einsatz als Balken oder Eisenbahnschwellen gestaltet er sie zu Kunstwerken um, wahlweise zum Aufhängen oder Aufstellen. Er bearbeitet sie kunstvoll mit dem Spachtel und grundiert sie zusätzlich. Danach sind ihre eingearbeiteten Botschaften wie Liebe, Frieden oder Freiheit deutlich lesbar. Lindenholz verarbeitet Bianca Scheich und erzählt mit ihren bunten Objekten wie der „Arche Noah“ gleichzeitig sehr eindrucksvolle Geschichten. Raffinierte Glasobjekte waren am Stand von Dorte Sukavi zu bestaunen. Porzellanmalerin Monika Hoksch hat sich der Kunst des Upcycling verschrieben. Warum alte Sammeltassen und Porzellangeschirr wegwerfen, dafür sind sie viel zu schade. Sie bemalt die geretteten Teile raffiniert neu und haucht ihnen so neues Leben als Etageren, Baumaufhänger, Kräuter- oder Pflanzenschalen ein.
Großen Wert legt der Kulturkreis auf die Nachwuchsförderung. Im Rahmen der Kunstschau stellte er den Nachwuchskünstlern Luka von Hacht, Maja Knebel und Laeticia Zenker einen Gemeinschaftsstand zur Verfügung. Dadurch erhielten sie die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und ihre interessanten Werke einem breiten Publikum vorzustellen. Neben ihren wundervollen Heimatbildern stellte die energiegeladene Birgit C. Morgenstern diesmal eine gemalte „Klima-Ampel“ aus roten, gelben und grünen Paprika vor. Ein origineller Hingucker, exakt am Puls der Zeit. Ebenso wie die „Äpfel vom Ende der Welt“, jederzeit in jedem Supermarkt und jetzt auch als Gemälde zu kaufen. Nach dem lohnenden Rundgang lockte die Cafeteria mit Kaffee und Kuchen, bewirtschaftet vom Verein „Frauen helfen Frauen“. Der Verkaufserlös geht zu 100 Prozent ans Frauenhaus. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hatte Bürgermeisterin Antje Runge übernommen, die bei der Vernissage lobende Worte für diesen außergewöhnlichen Künstlermarkt fand.
