Erste Stierstädter Rad-Rallye begeistert die Schulgemeinschaft

Beeindruckender Auftakt: Die Nachwuchs-Athletinnen des RV Stierstadt eröffnen das Programm auf dem Schulhof mit einer synchronen Kunstrad-Vorführung.Foto: Stefan Beitlich

Oberursel (ow) – Unterricht stand an diesem vergangenen Samstag nicht auf dem Plan, dafür ein Programm, das es in sich hatte: Bei strahlendem Sonnenschein füllte sich der Schulhof der Grundschule Stierstadt schon am Vormittag mit Fahrrädern, Helmen und erwartungsvollen Gesichtern. Rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Kinder, Eltern, Geschwister und vereinzelt sogar Großeltern – waren zur 1. Stierstädter Rad-Rallye gekommen, mit der sich die Grundschule an der Aktion Stadtradeln beteiligte.

Den Auftakt bildete eine Vorführung, die vielen Zuschauerinnen und Zuschauern in Erinnerung bleiben dürfte. Die Kunstradfahrerinnen und Kunstradfahrer des Radfahrvereins „Fahr Wohl“ Stierstadt zeigten Figuren, die man auf zwei Rädern kaum für möglich halten würde: Sowohl die Nachwuchsgruppe als auch die Erwachsenen des Vereins fuhren synchrone Küren, stellten ihre Räder auf das Hinterrad und hielten die Balance in Positionen, die einiges an Körperbeherrschung verlangen. Für die Darbietungen gab es verdienten Applaus.

Nach der letzten Figur verwandelte sich der Schulhof in eine große Mitmachfläche. Am Geschicklichkeitsparcours des ADFC mussten sich Groß und Klein durch eine anspruchsvolle Slalomstrecke, enge Passagen und nachgestellte Kreuzungssituationen manövrieren – und dabei zeigen, dass sie ihr Rad auch bei niedrigem Tempo sicher beherrschen. Ein paar Meter weiter stellte das Verkehrszeichen-Quiz das Wissen der jungen Radlerinnen und Radler auf die Probe. Für eine der längsten Warteschlangen des Tages sorgte schließlich die professionelle Fahrrad-Waschanlage: Wer sein Rad dort abgab, bekam es kurz darauf blitzblank zurück. Um das leibliche Wohl kümmerte sich derweil der Förderverein der Grundschule, der die Gäste mit Getränken und einem reichhaltigen Speiseangebot versorgte.

Das Herzstück der Veranstaltung aber war die Strecke selbst. Die rund zehn Kilometer lange Familienrunde führte weit über die Stierstädter Feldgemarkung hinaus und brachte die Radlerinnen und Radler bis kurz vor die Tore Frankfurts. Unterwegs waren sie überwiegend im eigenen Familienverband: Eltern und Kinder gemeinsam im Sattel, im eigenen Tempo und mit reichlich Gelegenheit für Gespräche.

An mehreren Stationen entlang der Route sammelten die Teilnehmenden Sticker, die am Ende zur Teilnahme an der großen Tombola berechtigten. Verlost wurden Gutscheine für örtliche und regionale Ausflugsziele sowie zahlreiche Sachpreise. Unterm Strich standen 1.800 gemeinsam geradelte Kilometer, die in die Bilanz der laufenden Aktion Stadtradeln einfließen.

Schulleiterin Silke Fritzel-Platen zeigte sich schon während der Veranstaltung begeistert. „So einen Tag kann man nicht im Stundenplan verankern – und genau deshalb ist er so wertvoll“, sagte sie mit Blick auf den vollen Schulhof. Was sie an diesem Samstag besonders beeindruckt habe, sei nicht die Kilometerzahl gewesen, sondern das Bild, das sich entlang der Strecke bot: „Wenn ganze Familien nebeneinander radeln und die Kinder vor Stolz strahlen, weil sie ihre Runde geschafft haben, dann sieht man, wie viel Zusammenhalt in unserer Schule steckt. Solche gemeinsamen Erlebnisse sind es, die eine Schulgemeinschaft tragen.“

Für Organisator Stefan Beitlich stand von Anfang an fest, dass die Rallye kein Wettkampf werden sollte. „Uns ging es nicht um Bestzeiten, sondern um den puren Spaß am Radfahren“, erklärte er. Genau das habe sich an diesem Tag eingelöst: „Wenn Kinder nach zehn Kilometern ins Ziel kommen und als Erstes fragen, ob sie noch eine zweite Runde fahren dürfen – mehr Bestätigung braucht es nicht.“ Die vielen Vorbereitungsstunden seien angesichts solcher Momente schnell vergessen: „Die strahlenden Kinderaugen auf der Strecke und an den Stationen sind die schönste Belohnung für die ganze Arbeit.“

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