Hofheim (kez) – Im April 2026 waren im Main-Taunus-Kreis 7.280 Personen arbeitslos. Darunter waren 2.873 Langzeitarbeitslose und somit 121 Prozent mehr als noch 2019. Der starke Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit im Main-Taunus-Kreis ist hessenweit der zweithöchste prozentuale Wert. Außerdem liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen mit 39,4 Prozent im Main-Taunus-Kreis über dem Landesdurchschnitt von 36,1 Prozent.
Kommunales Jobcenter gefordert
„Das kommunale Jobcenter muss die Möglichkeiten der neuen Grundsicherung ab dem 1. Juli konsequent nutzen“, erklärte dazu Thomas Frey, der Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Rhein-Main-Taunus. „Denn rund 3.000 Langzeitarbeitslose im Landkreis sind auch Folge unzureichender Aktivierungsmöglichkeiten im bisherigen Bürgergeld. Jobcenter und Landesregierung müssen dafür schon jetzt Anzahl und Taktung der persönlichen Einladungen als ein zentrales Aktivierungsinstrument deutlich nach oben schrauben. Rund 15.000 unbesetzte Helferstellen in Hessen bieten sehr konkrete Einstiegschancen. Ist eine Sofortvermittlung in Arbeit nicht möglich, sollten Arbeitslose die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen der Arbeitsverwaltung von der Weiterbildung bis zum Eingliederungszuschuss nutzen.“
Die Tatsache, dass es heute deutlich mehr Langzeitarbeitslose im Main-Taunus-Kreis gebe, sei aber auch Folge der längsten Wirtschaftsflaute in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. „Deswegen“, so Frey, „muss der Bundesgesetzgeber endlich Reformen für geringere Arbeitskosten durch ausgabesenkende Sozialreformen, mehr Flexibilität beim starren Arbeitszeitgesetz, günstigere Energiepreise und weniger Bürokratie angehen. Die Hessische Landesregierung muss den heimischen Standort etwa mit schnelleren Genehmigungsverfahren unterstützen. Dies stärkt die Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen.“
Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände vertritt die branchenübergreifenden Interessen von 82 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Hessen, in denen über 100.000 Unternehmen mit 1,5 Millionen Beschäftigten Mitglied sind.
