Hochtaunuskreis (how) – Wie kann ein gerechter Gott eine Welt lenken, in der Menschen Leid, Ungerechtigkeit und Schicksalsschläge erfahren? Mit dieser bis heute bewegenden Frage beschäftigte sich der spätantike Philosoph Boethius (um 480–525) unter besonders dramatischen Umständen. Im Kerker, wo er auf seine Hinrichtung wartete, verfasste Boethius sein berühmtestes Werk: den „Trost der Philosophie“. Darin setzt er sich mit der Frage auseinander, wie sich das Leid des Einzelnen mit einer gerechten göttlichen Weltordnung vereinbaren lässt. Auf Grundlage der neuplatonischen Philosophie seiner Zeit entwickelt er Gedanken, die den Zweifel an einer von Gott gelenkten und letztlich gerechten Weltordnung überwinden sollen. Die Schrift wurde weit über die Antike hinaus bedeutsam. Als eine der wichtigsten Vermittlungen platonischen Gedankenguts prägte der „Trost der Philosophie“ die geistige Entwicklung des lateinischen Mittelalters nachhaltig. Bis heute bietet das Werk Anlass, über Glück und Unglück, Freiheit und Schicksal sowie über die Frage nachzudenken, was ein gutes und erfülltes Leben ausmacht. Der Gesprächskreis Philosophie lädt am Donnerstag, 27. August, um 18.30 Uhr zu einer kostenlosen Online-Veranstaltung über Boethius und seinen „Trost der Philosophie“ ein. Interessierte sind willkommen. Die Anmeldung ist per E-Mail an Wolfram Juretzek, wjuretzek[at]yahoo[dot]com oder unter Telefon 0172-7302222 möglich.
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