Kronberg (kez) – Zum zweiten Mal in diesem Frühjahr gab es Nachwuchs bei den Trampeltieren im Opel-Zoo. Bereits Ende März wurde Jungtier Chuck geboren, der mit seiner Mutter Emily inzwischen inmitten der Herde auf der Kamelwiese zu sehen ist. Fast genau einen Monat später – am 28. April – brachte die Trampeltierstute Vlocka ein weibliches Jungtier zur Welt, das von den Tierpflegern den Namen Victoria erhielt. Auch diese beiden werden zunächst einige Tage im Vorgehege verbringen, aber sicher auch bald mit ihren Artgenossen auf der großen Wiese zusammenkommen.
Dort ist bereits zu sehen, dass das dicke Winterfell der Trampeltiere in großen Fetzen ausgeht. Man kann sich gut vorstellen, wie gut die Tiere damit gegen Kälte geschützt sind. Sie stammen aus den Trockengebieten Asiens, wie zum Beispiel der Wüste Gobi. Das Klima wechselt dort zwischen Dürre und Hitze bis 50 ° C im Sommer und Frosttemperaturen bis -25° C im Winter.
Trampeltiere gehören zu den Großkamelen und haben zwei Höcker, Dromedare hingegen nur einen. Diese Höcker sind allerdings keine Wasserspeicher, wie viele vermuten. Wenn Kamele in der Trockenzeit viel Wasser verlieren, können sie Wasser aus dem Muskelgewebe und anderen Organen mobilisieren. Bei den meisten anderen Tieren einschließlich uns Menschen dickt das Blut bei mangelnder Wasserzufuhr ein und verursacht Kreislaufprobleme. Bei Kamelen hingegen passiert dies nicht, ihre Körperfunktionen werden daher wenig beeinträchtigt. Haben sie nach der Durstperiode die Möglichkeit zu trinken, können sie in wenigen Stunden bis zu 200 Liter Wasser aufnehmen und die Verluste schnell ausgleichen.
Durstperioden werden die beiden Trampeltier-Jungtiere im Opel-Zoo in nächster Zeit bestimmt nicht haben, denn ihre Mütter geben ausreichend Milch, von der sie sich in den nächsten Monaten ernähren. Zudem beginnen sie relativ bald, wie die erwachsenen Tiere das frische, saftige Grün auf der Kamelwiese abzuweiden.
