Walldorf (iba) – Es gibt Geräusche, die kein Fußballer leiden kann. Das raunende „Ouuuh“ des Publikums, wenn ein Fernschuss ganz knapp über das Tor geht; der Abseitspfiff, wenn sich ein Stürmer in aussichtsreicher Position freigelaufen und nur noch den Torwart vor sich hat; oder das „Patsch“ eines Balles, der am Pfosten landet. Der Ex-Fischbacher und Ex-Hornauer Hendrik Sexauer ärgerte sich nach Abpfiff wahrscheinlich immer noch über dieses vermaledeite „Patsch“, das er Mitte der zweiten Halbzeit hören musste.
Die Eintracht kam mit Volldampf aus den Startlöchern, Walldorf hatte den vermeintlich schwersten Gegner gleich zum Rückrundenauftakt erwischt, ließ sich aber vom Tempo der Gäste vorerst nicht beeindrucken, im Gegenteil: Ein strammer Pass nach außen, Sexauer setzte sich gegen Ochojski durch, scharfe Hereingabe vor das Tor – 1:0 durch Zhakishev (16.)!
Dann drehten die Gäste auf, 1:1 durch Kumashiro (24.), 1:2 durch Staff (28.), sollte die SGE ihrer Favoritenrolle gerecht werden? Nein, Bennett Kruse hatte etwas dagegen, 2:2 (55.), die Hausherren waren wieder in der Spur. Dann kam ein gut getimter Ball aus der Walldorfer Hälfte, Sexauer hatte sich freigelaufen (und ein Mitspieler war mitgelaufen), Schuss oder Querpass? Keine Zeit zum Nachdenken, Sexauer zog ab, der Ball flog Richtung SGE-Tor... und dann hörte man dieses „Patsch“, Pfosten, Glück für die Gäste, Eintracht-Schlussmann Siljevic hätte den wohl nicht gehalten. So kam es aber, wie es im Fußball meistens kommt, nur wenig später ein Getümmel auf der Gegenseite, viele Spieler vor dem Walldorfer Tor, Kumashiro hielt mit dem Vollspann einfach drauf und irgendwie landete der Ball im Tor. 2:3 (69.), das auch der Endstand.
Die Gastgeber spielten lange gut mit und waren eigentlich gleichwertig, standen aber beim Abpfiff mit null Punkten da. Walldorf weiter Tabellensiebter, Sexauer weiter mit fünf Saisontoren; viele scharf getretene Standards, eine Torvorlage und ein „Patsch“ haben leider nicht zur Überraschung gereicht. Dennoch: Den Aufstiegsfavoriten geärgert, 90 Minuten auf Augenhöhe gespielt, fast ein Tor gegen die Eintracht erzielt – nicht schlecht für einen Kelkheimer, der von ein paar Jahren noch in der Kreisliga gespielt hat.







