Tipps zum wassersparenden Gärtnern im Klimawandel

Richtiges Wässern der Pflanzen spart kostbares Nass.Foto: jwvein/Pixabay

Hessen (kez) – Am kommenden Wochenende steht in Hessen die nächste Hitzewelle ins Haus. Die brütende Hitze macht nicht nur Menschen und Tieren zu schaffen, sondern auch der blumenbunten Pflanzenwelt. Da im Juli in Hessen bislang erst 12,9 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge des Monats gefallen sind, ist die Trockenheit überall zu spüren. Auch in den Gärten kämpft die oft durstige Pflanzenpracht mit der Dürre und lechzt nach Gießkanne und Wasserschlauch. „Für Gartenbesitzer heißt es nun, schonend mit dem kühlen Nass umzugehen und sich Gedanken darüber zu machen, wie man wassersparend gärtnern kann. Ein ‚Immer mehr‘ macht beim Bewässern keinen Sinn und kann im Klimawandel teuer werden“, erklärt NABU-Gartenexperte Dr. Berthold Langenhorst. Mit ein paar Tipps zum wassersparenden Blumengießen im Garten zeigt der NABU Hessen auf, was man selbst zur Anpassung an die Klimaerwärmung rund ums Haus tun kann. Hierbei sind der Zeitpunkt des Gießens, die richtige Stelle, die Berücksichtigung des Wasserbedarfs, ein guter Bodenschutz und die Nutzung von Regenwasser wichtige Faktoren, um den Wasserverbrauch zu verringern.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, verbrauchen Pflanzen viel Wasser. Es ist aber nicht sinnvoll, sie dann zu gießen, weil das vergossene Wasser in der Hitze schnell wieder verdunstet, bevor es die Wurzeln im Boden erreichen kann. Idealerweise sollte man früh morgens gießen, damit die Pflanzen für den heißen Tag gerüstet sind. Alternativ kann auch in den Abendstunden gegossen werden. Wer häufig gießt, tut seinen Pflanzen keinen Gefallen. Es empfiehlt sich, lieber seltener und dafür ausgiebig zu wässern, weil damit ein stärkeres Wurzelwachstum in tieferen Schichten angeregt wird. Das hilft den Pflanzen dabei, Wasser generell besser aufzunehmen.

An der richtigen Stelle wässern

Die manchmal zu beobachtende Praxis, Pflanzen großflächig mit einem Sprenger zu beregnen, führt zu hohen Wasserverlusten durch Verdunstung. Besser ist es, gründlich direkt im Wurzelbereich der Pflanzen am Erdboden zu gießen. Bei besonders durstigen Pflanzen kann man dazu gut einen kleinen Blumentopf nahe der Wurzeln in den Boden eingraben und ihn als Wassertrichter nutzen.

Bedarfsgerecht gießen

Pflanzen haben einen unterschiedlichen Wasserbedarf und reagieren bei Trockenheit auf verschiedene Weise. Nicht jede Pflanze braucht permanent Wasser, manche können gut einige Zeit darauf verzichten. So brauchen junge Keimlinge öfter Wasser als ältere mehrjährige Pflanzen mit tiefen Wurzeln. Auch Pflanzen mit großer Blattmasse verdunsten mehr Wasser. Es ist sinnvoll, sich über den Wasserbedarf der einzelnen Pflanzenarten zu informieren und jede bedarfsgerecht zu gießen.

Offenen Boden vermeiden

Mulch auf Blumenbeeten verhindert nicht nur wirksam das Wachstum von unerwünschten Konkurrenzpflanzen, sondern hemmt auch die Verdunstung von Wasser aus dem Boden. Das gemulchte Beet trocknet nicht so schnell aus wie das frisch geharkte. Zusätzlich unterstützt das Mulchmaterial den Humusaufbau und hilft mit dabei, einen gesunden Boden zu entwickeln, der Wasser auf Dauer besser aufnehmen und halten kann.

Regenwasser nutzen

Die beste und kostengünstigste Bewässerung des Gartens lässt sich mit Regenwasser bewerkstelligen, das in Regenwassertonnen oder Zisternen gesammelt wird. Es fällt kostenfrei vom Himmel und besitzt einen pH-Wert, den viele Pflanzen lieben. Damit der Wassersammler nicht zur Falle für Tiere wird, sollte er stets abgedeckt sein, das schützt auch vor Verdunstung. Wichtig ist es zudem, große Gefäße kindersicher aufzustellen.

Klimagerechtes Gärtnern

Auf längere Sicht hin empfiehlt der NABU, den Garten klimagerecht umzugestalten. „Man sollte sich überlegen, ob es sinnvoll ist, Blumen mit hohem Wasserbedarf anzupflanzen. Besser ist es, mehr Natur im Garten zuzulassen. Heimische standortgerechte Pflanzen sind meist besser an Wetterextreme angepasst als Zuchtsorten“, so Langenhorst. Ein leicht welliges Profil mit Hügeln und Senken schützt gut vor Austrocknung und Überschwemmung bei Starkregen. Die Hügel leiten das Wasser in die Senken, so kann es sich dort sammeln und langsam versickern. Wichtig im Garten sind zudem Hecken und Sträucher. Sie halten Wind ab, schützen vor Verdunstung und erhalten die Bodenfeuchte. Auch den Rasenmäher sollte man im Sommer getrost längere Zeit stehen lassen. Kurz geschorene Rasenflächen trocknen schnell aus. Wenn das Gras etwas länger werden darf, beschattet der Rasen sich selbst und braucht deutlich weniger Wasser.



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