2023 traf Oliver Kreuz sein Idol persönlich in Budapest und durfte mit ihm ein kurzes Video drehen. Foto: privat
Auch mit über 80 Jahren gibt Rod Stewart noch rund 30 Konzerte im Jahr. Foto: Management
Schwalbach (MS). Es war im Juni 1978, als der damals 12-jährige Oliver Kreuz in der „Drehscheibe“ im ZDF einen Beitrag über die Kieler Woche sah. Unterlegt war der Nachrichtenfilm mit einem Song, der den Jungen nicht mehr losließ: „I Am Sailing“ von Rod Stewart.
An jenem Nachmittag vor siebenundvierzigeinhalb Jahren entzündete sich eine Leidenschaft in Oliver Kreuz, die bis heute brennt. 211 Konzerte des schottischen Rockstars hat der Schwalbacher mittlerweile besucht, kistenweise hat er Fotos und Erinnerungsstücke angesammelt. Und einmal stand er sogar mit seinem Idol auf der Bühne. Heute weiß er, dass ihn nicht nur die raue Stimme Rod Stewarts fasziniert. Er hat ihn als nahbaren und außergewöhnlich freundlichen Superstar kennengelernt, der immer ein offenes Ohr für seine Fans hat.
Als Oliver Kreuz auf die Welt kam, gehörte Rod Stewart Mitte der 60er-Jahre schon zu den bekanntesten Stars der noch jungen Rock-Szene. Gemeinsam sind sie älter geworden. Der „Teenie“, der einst „I Am Sailing“ hörte, geht auf den Vorruhestand zu. Rod Stewart feierte am vergangenen Samstag seinen 81. Geburtstag – was ihn allerdings nicht daran hindert, nach wie vor mehr als 30 mehrstündige Shows im Jahr auf der ganzen Welt zu spielen. „Er hat immer noch eine enorme Vitalität“, sagt Oliver Kreuz. Anders als viele seiner Zeitgenossen ist Rod Stewart nicht zu einer Karrikatur seiner selbst verkommen. Irgendwie kann er auch jenseits der 80 noch enge Hosen und Leoparden-Jackets tragen, ohne dass es peinlich wirkt.
Oliver Kreuz kann das bestätigen. „Das Konzert Anfang Dezember in Köln war wirklich eines der besten, das ich von ihm gesehen haben“, freut sich der Schwalbacher. Und er ist jemand, der das beurteilen kann: Seit mehr als 40 Jahren besucht er jedes Jahr bis zu neun Konzerte des Weltstars. 211 Auftritte hat er in aller Welt gesehen und ist bis nach Santiago de Chile gereist, um „Baby Jane“ oder „Hot Legs“ live zu hören.
Dabei ist er seinem Idol immer wieder nahe gekommen und hat ihn schon mehrfach persönlich getroffen: „Wenn Rod Stewart auf eine Gruppe von Fans trifft, hält er fast immer an und schreibt geduldig Autogramme. Das ist wirklich nicht selbstverständlich“, berichtet Oliver Kreuz. Er selbst hat Fotos, Bücher, Fußbälle und jede Menge Trikots mit persönlichen Widmungen.
Vor drei Jahren in Budapest lud Rod Stewart den Schwalbacher sogar zu einem Drink ein.Mehr als eine halbe Stunde plauderten sie an der Bar und der Superstar wollte unbedingt wissen, wie Oliver Kreuz Ehefrau mit dessen exzessiver Konzert-Leidenschaft umgeht. Per Selfie-Video hinterließ er Grüße für sie und nannte Oliver Kreuz seinen „Fan No. 1“.
„Das war schon der Wahnsinn“, erinnert sich der so Geadelte, auch wenn er weiß, dass er nicht der einzige ist, der eine intensive Leidenschaft für die Rock-Legende hat, die bis heute mehr als 250 Millionen Platten und CDs verkauft hat. 30 bis 40 „Die hard“-Fans wie ihn gäbe es ungefähr in Deutschland, die auch regelmäßig im Austausch miteinander sind.
Oliver Kreuz hat in dieser Szene zwar nicht die meisten Konzerte, doch er ist einer der wenigen, die mit Rod Stewart sogar schon auf der Bühne standen: 1991 holte der ihn ebenfalls in Köln aus der ersten Reihe nach oben und sang mit ihm gemeinsam den Superhit „Maggie May“. „Ich wollte das erst gar nicht, hatte dann aber keine Wahl“, erinnert sich Oliver Kreuz. Selbst die Bild-Zeitung berichtete damals über ihn.
Was er macht, wenn Rod Stewart in absehbarer Zeit vielleicht nicht mehr auftritt, darüber will sich Oliver Kreuz noch keine Gedanken machen. „Vielleicht schafft er ja noch zehn Jahre“, hofft er. Im Sommer soll es vielleicht nach Salt Lake City gehen – Urlaub in den USA und das 212. Konzert von Rod Stewart.

