Trauer um Wolfgang Bödicker

Steinbach (stw). Die SPD trauert um ihren langjährigen Genossen Wolfgang Bödicker, der nach einem erfüllten Leben am Mittwoch, 28. Januar, im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Mit großer Dankbarkeit und tiefer Trauer nimmt die SPD Abschied von einem Sozialdemokraten, der über Jahrzehnte das politische und gesellschaftliche Leben in Steinbach entscheidend mitgeprägt hat. Wolfgang Bödicker stand für Verlässlichkeit, soziale Gerechtigkeit und eine demokratische Kultur des respektvollen Miteinanders.

Geboren in Frankfurt, zog er 1967 mit seiner Frau Käthe nach Steinbach, wo er gemeinsam mit seinen Söhnen Stefan und Jürgen seine Heimat fand. Der Wohnungsbaugenossenschaft „Volks-Bau- und Sparverein“ blieb er über viele Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender eng verbunden – ein Ausdruck seiner tiefen Verwurzelung in der Stadtgesellschaft.

Sein Einsatz für Arbeitnehmerrechte begann früh: Bereits mit 16 Jahren trat er aus Überzeugung in die Gewerkschaft ÖTV ein. Zunächst beschäftigt bei der Stadt Frankfurt, danach bei den Stadtwerken Frankfurt. Später engagierte er sich bei der Fraport AG über viele Jahre hinweg als Betriebsratsvorsitzender. Dort wie auch darüber hinaus galt er als verlässlicher Vertreter der Beschäftigten – klar in der Sache, loyal im Handeln und immer den Menschen zugewandt.

Auch politisch war Wolfgang Bödicker seit seiner Jugend fest in der SPD verankert. Von 1972 bis 2001 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an, ab 1985 als Fraktionsvorsitzender. Von 1989 bis 2001 führte er als Stadtverordnetenvorsteher die Sitzungen des Parlaments mit Ruhe, Würde und großem Ausgleichsvermögen. Anschließend übernahm er bis 2006 Verantwortung als Mitglied des Magistrats. Darüber hinaus brachte er sein Gerechtigkeitsempfinden als ehrenamtlicher Richter an Arbeits- und Landesarbeitsgerichten ein.

Für viele in der SPD war er weit mehr als ein erfahrener Mandatsträger. Moritz Kletzka, SPD-Fraktions- und Parteivorsitzender, würdigt ihn mit den Worten:

„Wolfgang Bödicker war für uns ein moralischer Kompass. Sein Einsatz für Gerechtigkeit und sein unerschütterlicher Glaube an das demokratische Miteinander bleiben uns Vorbild und Verpflichtung.“

Wie sehr er Menschen verbinden konnte, zeigte sich bis zuletzt. Bettina Wehrheim, stellvertretende SPD-Vorsitzende, erinnert:

„Beim Wiedersehen im Höck‘scher Hof 2025 wurde noch einmal deutlich, wie sehr Wolfgang Bödicker die Menschen verbunden hat. Seine ruhige, herzliche Art und sein ehrliches Interesse an seinem Gegenüber haben ihn ausgezeichnet. Genau so werden wir ihn in Erinnerung behalten – als Brückenbauer mit Haltung und Menschlichkeit.“

Seine Verdienste fanden vielfache Anerkennung: Er erhielt unter anderem den Ehrenbrief des Landes Hessen, den Hessischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie 2013 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Steinbach – die höchste Auszeichnung der Kommune.

Dass er bis ins hohe Alter eng mit seiner Partei verbunden blieb, zeigte sich zuletzt bei der Mitgliederehrung der SPD im Jahr 2025 im Hökschen Hof, bei der auch das beigefügte Foto entstand – ein Bild, das ihn so zeigt, wie viele ihn kannten: aufmerksam, herzlich und den Menschen zugewandt.

Mit seinem Wirken als Stadtverordnetenvorsteher bleibt er auch seinem Amtsnachfolger Vorbild. Jürgen Galinski, heutiger Stadtverordnetenvorsteher und langjähriger Weggefährte, sagt: „Wolfgang Bödicker hat dieses Amt mit Würde, Fairness und großem Respekt vor allen demokratischen Kräften ausgeübt. Sein Rat, seine Erfahrung und seine Menschlichkeit werden uns sehr fehlen.“

Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Käthe, seinen Söhnen und seiner Familie. Die SPD wird Wolfgang Bödicker ein ehrendes Andenken bewahren.

Wolfgang Bödicker bei seiner Ehrung mit Andrea Rahlwes und Parteivorsitzenden Moritz Kletzka im Jahr 2025 im Höck‘schen HofFoto: Dennis Komp



X