Altenhain (iba) – Eigentlich ist ein unbeliebtes Wort im Fußball: Die eigentlich bessere Mannschaft gewinnt nur meistens (aber eben nicht immer). Eigentlich lügt die Tabelle nicht (was sie aber manchmal doch tut). Eigentlich ist das Ergebnis bei Testspielen zweitrangig (Niederlagen schmerzen aber trotzdem, egal ob im Testspiel oder im Punktspiel). Eigentlich wird ja nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird.
Aber manchmal ist es uneigentlich doch äußerst ärgerlich, wenn man ordentlich mitspielt, genauso oft auf das Tor schießt wie der Gegner, eine ähnliche Zweikampfbilanz und ähnliche Passquote hat – sich dann aber doch mit 1:4 geschlagen geben muss.
„Das war echt ein blödes und unnötiges Gegentor. Aus einem eigenen Einwurf! Das hat Kelkheim nicht großartig selbst herausgespielt, das haben wir denen geschenkt.“ Altenhains Trainer Marcel Weigelt war schon zur Halbzeit ordentlich angefressen, seine Mannschaft war im Grunde gleichwertig, lag aber schon nach einer Viertelstunde mit 0:2 hinten, Nick Jordan hatte das 0:1 erzielt (9.), Routinier Patrick Schreiner das 0:2 (15.).
„Und warum Dogi den nicht reinmacht...? Aus der Entfernung trifft er normalerweise im Training neun von zehn Versuchen“, kommentierte Weigelt den Schussversuch seines 10ers kurz darauf: Der Kelkheimer Torwart war weit aus seinem Tor heraus gekommen, die BSC hatte sich den Ball zurückerobert, der Ex-Kelkheimer Dogan Gök hatte den Ball ist aussichtsreicher Position auf dem Fuß – und vergab, es wäre (eigentlich) der 1:2-Anschluss gewesen.
So aber spielten die Gäste ihren Stiefel herunter, erzielten das 0:3 durch Cortez Aguilar (50.) und das 1:4 durch den nimmermüden Tunjic (86.); Heuser hatte für die Hausherren zwischendurch den Ehrentreffer zum 1:3 erzielt (82.).
Etwas zum Schmunzeln gab es nach Abpfiff dann aber doch noch für die Gastgeber, Mannschaftskapitän Gök – der in der Bad Sodener Woche vom 16. Oktober 2025 zu dem inzwischen legendären 9:9 gegen Neuenhain interviewt wurde –, bekam seine eigene Kopie der Ausgabe mitgebracht, formschön eingerahmt für das Wohnzimmer, respektive das Vereinsheim. „Dafür muss ich bestimmt einen ausgeben, da bin ich mir sicher! Aber das bekommt einen Ehrenplatz, so etwas gibt es ja echt nicht alle Tage.“ Eigentlich doch noch ein ganz versöhnliches Ende dieses Fußballnachmittages.



