Altenhain (nd) – Am vergangenen Wochenende war es im Altenhainer Tal wieder so weit – die Sportfischervereinigung 1966 e. V. Bad Soden öffnete, wie immer am ersten Juliwochenende, ihre Pforten für das zweitägige Fischerfest. Dank des schönen und nicht zu heißen Wetters waren die Besucher zahlreich gekommen. Doch nicht nur die Sonne lockte die Gäste zu dem Gelände in idyllischer Lage. Inzwischen erfreut sich das Fischerfest einfach großer Beliebtheit. „Am Samstag haben sich die Leute die Klinke förmlich in die Hand gegeben – sonntags war es etwas entspannter“, so Heinz Peter Niehaus, zweiter Vorsitzender der Sportfischer.
Ein Hort für die Natur
Nicht nur für Menschen ist die kleine Seenlandschaft, die vom Kahlbach gespeist wird, paradiesisch. Eine Unmenge an Tier- und Pflanzenarten hat hier über die Jahre ein Zuhause gefunden. Große Erlen, Edelkastanien und Buchen säumen die Ufer der beiden Teiche. Sie spenden Schatten an sonnigen Tagen. Auch die Krautschicht hat einiges zu bieten. Wilder Dost, allgemein als Oregano bekannt, Nelkenwurz, Haselsträucher und Brombeeren bilden einen dichten Bewuchs. Auf der Teichoberfläche blühen Seerosen, stets umsummt von verschiedenen Libellenarten. Zwei Kormorane schauten im Laufe des Jahres ebenfalls vorbei. Zur Freude der Fischer waren diese aber wohl nur auf der Durchreise. Denn wer Kormorane am Teich hat, hat bald keine Fische mehr.
Die Fische werden als Jungtiere in die beiden Gewässer gesetzt – sogenannte Besatzfische. Darunter befinden sich Rotaugen, Forellen, Zander und Hechte. Das sind nur einige Arten, die auf dem Vereinsareal leben. In den nährstoffreichen Teichen können sie eine beachtliche Größe erreichen – nicht jeder Fisch beißt im Laufe seines Lebens auch wirklich an.
Die enorme Hitze des vergangenen Monats machte den Fischen jedoch ebenso zu schaffen, wie sie es manchem Menschen tat. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff speichern als kaltes. Zusätzlich laufen biologische Prozesse bei hohen Temperaturen schneller ab, so arbeitet auch der Stoffwechsel von Pflanzen, Fischen und Mikroorganismen schneller. Das führte zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch.
Um diesen Vorgängen entgegenzuwirken, laufen in beiden Gewässern nun Wassersprudler im Dauerbetrieb. Die Sprudler tragen Sauerstoff in die Seen ein und durchmischen die Wasserschichten. Der Angelsport hat nichts mit der puren Lust am Töten oder dem übermäßigen Konsum von Fisch zu tun, sondern ist vor allem eng mit dem Naturschutz verwoben. Landschaftspflege und der Erhalt von Biotopen spielen dabei eine große Rolle. Nicht ohne Grund ist das Vereinsgelände Naturschutzgebiet.
Besucher haben Spaß
„Bei dem warmen Wetter beißen eigentlich keine Fische an – wenn, dann nur sehr kleine“, erklärte Steffen Kraft, erster Vorsitzender des Vereins. Fische, die für den Verzehr zu klein sind, werden vorsichtig vom Haken gelöst und wieder ins Wasser gesetzt. Doch auch wenn der große Angelerfolg ausblieb, hatten die Gäste viel Spaß. „Das Fest war schön – wir haben zwar nichts gefangen, aber vor allem für die Kinder war es eine schöne Sache“, erzählte ein Besucher aus Kelkheim, der mit seinen Kindern und seinem Vater gekommen war, der in Bad Soden lebt. Es war nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, dass sie das Fischerfest besuchten. Während die Erwachsenen die laue Brise und die Ruhe auf dem Vereinsgelände genossen, erlebte der Nachwuchs viele kleine Abenteuer an den Gewässern.
Forellen und Heringsbrötchen
Natürlich war auch die Verpflegung wieder vom Feinsten. Die 250 geräucherten Forellen waren am Sonntagnachmittag bereits alle verkauft. Diese stammten nicht aus den Teichen im Altenhainer Tal, sondern wurden vorgeräuchert geliefert und vor Ort fertiggeräuchert. Wer keine Forelle ergattern konnte, schaute jedoch nicht in die Röhre. Allerlei Bratwurstsorten, Pommes, Salate und Heringsbrötchen waren mehr als genug vorhanden. Dazu gab es kühle Getränke – von Cola über Fassbier und Wein bis hin zu Apfelsaftschorle von der Apfelschmiede. Kaffee und eine Auswahl an Kuchen rundeten die Kulinarik ab. „Es war wie immer ein gelungenes Fest“, so Steffen Kraft.
Schon am 18. Juli geht es mit dem Feiern im Altenhainer Tal weiter. Der Verein zelebriert sein 60-jähriges Bestehen mit geladenen Gästen, unter anderem aus der Stadtpolitik – ein wahrlich großes Jubiläum für die Vereinsmitglieder.
Nicht nur die mächtigen Bäume spendeten während des Fischerfestes Schatten auf dem idyllischen Vereinsgelände. Zusätzlich waren zwei große Pavillons aufgestellt worden. Foto: Diehl


