Sportfischervereinigung 1966 feiert ihr 60-jähriges Bestehen

Die Sportfischer und ihre Gäste genossen die Jubiläumsfeier des Vereins. Vorstandsmitglied Steffen Kraft präsentierte die Ehrenurkunde vom Verband Hessischer Sportfischer. Fotos: Diehl

Altenhain (nd) – Am vergangenen Samstag feierte die Sportfischervereinigung 1966 e. V. Bad Soden ein großes Jubiläum – das 60-jährige Bestehen des Vereins. Zu diesem Anlass waren viele Gäste aus der Politik und dem Vereinswesen geladen, darunter Oliver Schmarowski vom Verband Hessischer Sportfischer e. V. sowie die Stadtverordneten Sofia Kretschmer, Christian Gutbier und Hannes Kerschbaumer. Bei herrlichem Wetter traf man sich auf dem Gelände der Hobbyangler im Altenhainer Tal. Neben dem offiziellen Teil erwartete die Gäste ein gemütlicher Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen an den beiden idyllischen Angelteichen. Die Bewirtung übernahm die Freiwillige Feuerwehr Fischbach.

Grußwort der Gäste

Begrüßt wurden die Besucher von Vereinsmitglied und Moderator Timo Schley. „Sechzig Jahre sind nicht nur eine Zahl, sondern unzählige Arbeitsstunden und gelebte Gemeinschaft und Kameradschaft“, erklärte Schley. Christian Gutbier überreichte eine Spende im Namen der Stadt, die Vorstandsmitglied Steffen Kraft dankend entgegennahm. Als leidenschaftlicher Kastaniensammler kommt Gutbier häufig am Vereinsgelände vorbei. „Man sieht, wie viel Arbeit im Gelände steckt“, so der Stadtverordnete. Oliver Schmarowski, Referent für Casting und Turnierwurfsport des Verbandes Hessischer Sportfischer, überreichte eine Ehrenurkunde vom Verband. Er ist selbst begeisterter Angler und würdigte die Arbeit des Vereins.

Bewegte Vereinsgeschichte

„Die Geschichte unseres Vereins liest sich wie ein Roman“, resümierte Steffen Kraft. Er erzählte auch, dass er zu Zeiten der Vereinsgründung selbst erst drei Jahre alt war. Die Reise durch die bewegten vergangenen sechzig Jahre trug seine Tochter, Malin Kraft, vor. Als sich im Jahr 1966 eine Handvoll Menschen zusammenschloss, um der gemeinsamen Vorliebe des Fischens zu frönen, ahnte noch niemand, welche Entwicklung der Verein durchleben würde. Zwei Jahre später wurde es konkreter und es wurde ein Ausschuss zum Grundstückserwerb gegründet. Als schließlich ein Gelände gefunden war, kam unerwartete Unterstützung zum Einsatz. Die Vereinsmitglieder fragten bei der US-Army in Eschborn an, ob diese Soldaten zur Hilfestellung schicken könnte. Die Army sagte prompt zu. Tatsächlich halfen alsbald amerikanische Soldaten beim Bau des ersten Teiches. In den Jahren 1969 und 1970 kamen so, sage und schreibe, 4.458 freiwillige Arbeitsstunden zusammen. Bei den Sportfischern wuchs indes der Wunsch nach einer Schutzhütte. 1972 begann die Planung und die Anträge für die Schutzhütte wurden gestellt. Als diese zwei Jahre später fertiggestellt wurde, war die Freude bei den Vereinsmitgliedern groß. Doch es sollte ein herber Rückschlag folgen: Bereits 19 Tage später wurde die Schutzhütte durch Brandstiftung komplett zerstört. Doch die Sportfischer gaben nicht auf. Sie stellten einen neuen Bauantrag, der 1977 bewilligt wurde. Zwischenzeitlich kaufte der Verein neue Grundstücke dazu, sodass 1979 der obere Teich fertiggestellt werden konnte. Heute besteht die Arbeit der Mitglieder hauptsächlich aus der Pflege von Wegen und der Anlage. Vor allem ist es aber ein Ort des gelebten Naturschutzes. Eisvögel, Biber sowie zahlreiche Amphibien- und Insektenarten haben hier ihr Zuhause gefunden. „Die Vereinsgeschichte ist eine Geschichte von Ausdauer und Zusammenhalt“, so Malin Kraft.

Ehrungen

Auch die Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaft sollten an diesem Nachmittag nicht fehlen. Udo Friedrich, Steffen Kraft und Jürgen Hatz wurden für ihre mindestens 25-jährige Vereinsarbeit mit dem Silbernen Verbandsabzeichen des Verbandes Hessischer Sportfischer ausgezeichnet, Wolfgang Niemann bekam für mindestens 40 Jahre Vereinsarbeit das Goldene Verbandsabzeichen. Zusätzlich wurde Steffen Kraft das Große Silberne Ehrenabzeichen für seine Arbeit im Vorstand verliehen.

Die Vorstandsmitglieder Peter Niehaus und Steffen Kraft bedankten sich herzlich für die warmen Worte, tollen Präsente und das zahlreiche Erscheinen der Gäste.

Nun wurde es Zeit für den inoffiziellen Teil, der Raum für viele Gespräche sowie kleine Geschichten und Anekdoten bot. „Die Schutzhütte ist aus alten Telegrafenmasten gebaut, die damals Eberhard Preis organisierte“, erzählte Wolfgang Niemann. Generell habe man stets versucht, Baumaterialien wiederzuverwenden. Es werden noch viele weitere Jahre Vereinsgeschichte folgen, die unzählige neue Geschichten rund um die idyllische Naturlandschaft im Altenhainer Tal hervorbringen werden.

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