Bad Soden (nd) – Am vergangenen Donnerstag wurde der neue Defibrillator des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) feierlich in Betrieb genommen. Das Gerät befindet sich an der Außenwand der Rettungswache des DRK in der Hunsrücker Straße 5. Wichtig war der Stadt Bad Soden und den Mitgliedern des Rettungsdienstes, dass der Defibrillator für jedermann frei zugänglich ist.
Automatisierter externer Defibrillator (AED)
Der neue Defibrillator ist nicht ohne Grund frei zugänglich, denn jeder Bürger soll ihn im Notfall benutzen können. Das medizinische Gerät gibt bei Gebrauch genaue Anweisungen und auch der Schock wird nur ausgelöst, wenn es wirklich nötig ist. Der Herzrhythmus des Patienten wird vom AEG automatisch gemessen. Den Menschen soll die Angst genommen werden, Fehler zu machen. „Man kann nichts „schlimmer“ machen – der Defibrillator erhöht die Überlebenschance; die Herzdruckmassage ist trotzdem nötig – das Gerät dient nur der Unterstützung“, erklärte Bereitschaftsarzt Reinhard Volz. Nach der Anwendung muss der Apparat unbedingt zurückgebracht werden, damit er für den nächsten Notfall wieder bereitgestellt werden kann. Die beiliegenden Klebepads sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und werden danach ersetzt. „Der Hersteller des Defibrillators ist der Gleiche, der die Rettungsdienste im Main-Taunus-Kreis mit Rettungsgeräten ausstattet“, so Jack Roemig, Beisitzer des Vorstandes. Das hat den Vorteil, dass die ankommenden Einsatzkräfte die Elektroden an den Klebepads einfach an ihre Geräte anschließen können und sie nicht erst neue Elektroden aufkleben müssen. Das spart wertvolle Zeit, die in Notsituationen entscheidend sein kann.
„Wir haben in Bad Soden zehn bis zwölf Defibrillatoren in öffentlichen Gebäuden, allerdings sind diese teilweise nur zugänglich, wenn die Gebäude geöffnet sind – ein dauerhaft zugängliches Gerät war uns sehr wichtig“, bestätigte Bürgermeister Frank Blasch.
Mehr Standorte gesucht
Probleme mit der Rückgabe der genutzten Defibrillatoren gab es bisher weder in Bad Soden noch in den umliegenden Gemeinden. Auch vor Missbrauch ist das Gerät geschützt, da der Schock nur ausgelöst wird, wenn der Herzrhythmus dementsprechend ist. Die Standorte der Apparate sind in der DEFI-Map der App „Region der Lebensretter“ verzeichnet. Wird ein Notruf abgesetzt, wird das Rettungssystem der Lebensretter automatisch in Gang gesetzt. Über die App werden Rettungskräfte informiert, die dem Einsatzort am nächsten sind. Normalerweise sind die ersten Rettungsmittel nach rund sieben Minuten da – oft zu spät. Durch die App „Region der Lebensretter“ verkürzt sich diese Zeit auf zwei Minuten. „Nach drei Minuten sinken die Überlebenschancen rapide“, erklärte Reinhard Volz.
Die Anschaffung und Installation des automatisierten externen Defibrillators kosten rund 3.000 Euro. Er ist mit einer Wetterschutzhaube und mit einer Heizung ausgestattet, damit die Batterie im Winter nicht kaputtfriert.
Für weitere Geräte werden Sponsoren gesucht. Beispielsweise wäre der Dalles in Neuenhain ein guter Standort für einen weiteren Defibrillator und in der Kernstadt sollen ebenfalls zwei bis drei davon zur Verfügung gestellt werden. Auch Firmenwerbung von Sponsoren kann an den Apparaten angebracht werden.
In Niederhöchstadt wird in den kommenden Monaten ebenfalls ein AED angebracht. „Wir freuen uns sehr, das durch die Eschborner Fördermitglieder bezahlte Gerät am Platz an der Linde installieren zu können“, bestätigte Robert Bechtel vom DRK Eschborn.
Am 25. September bietet das DRK im Neuenhainer Bürgerhaus ein Training in Herz-Lungen-Wiederbelebung an. Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Mitglieder des DRK Bad Soden würden sich über viele Teilnehmer freuen. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit und das sollte es den Leuten auch sein“, so Jack Roemig.
Wer das Projekt unterstützen möchte, erhält Informationen direkt beim DRK Bad Soden (...)