Neuenhain (es) – Eine herzliche Begrüßung der 1. Vorsitzenden Anke Sieper zu Beginn stimmte die Besucher zum diesjährigen Frühjahrskonzert der beiden Musikformationen MON und MONsters ein. Ein besonderer Gruß galt Herrn Landrat Michael Cyriax und Bürgermeister Dr. Frank Blasch, die sich, wie viele Fans, an diesem sonnigen Samstagnachmittag zum Konzert eingefunden hatten.
MONsters begeisterten mit Klassik und Rock
Auf der Bühne saß eine bunte Truppe von elf Mandolinern und zehn Gitarristen verschiedener Altersgruppen, vorwiegend aber der Nachwuchs. Es erklang – noch – mit zartem Klang die Suite in A-Dur von Jens Herwarth (*1938) und ließ Frühlingsgefühle beim Zuhören aufkommen.
Sogleich folgte eine neapolitanische Tarantella von Luigi Ricci (1805-1859), hier ein Arrangement von Meike Trommer, die auch bis zur Pause das Jugendorchester MONsters dirigierte. Wippende Füße der Kinder und Jugendlichen, hohe Konzentration und präzises Zusammenspiel waren gerade in den schnellen Läufen erlebbar.
Erstaunlich, wie das junge Orchester den Wechsel der verschiedenen Kompositionen bewältigte. Nach der flotten Tarantella folgte das zarte, wunderschöne „Hijo de la Luna“ von Jose-Maria Cano-Andres, das vielen Zuhörern bekannt gewesen sein dürfte. Eine schwingende Bewegung, wie bei einem Wiegenlied, zeigte sich im Wechselspiel von Mandolinen und Gitarren, klar und führend dirigiert von Meike Trommer.
Eine kleine Formation von älteren Spielern widmete sich im Anschluss einer Komposition von Johnny Smith (1922-2013) und unterstützte den flotten Rhythmus durch das Schlagen einer Cachon.
Zunehmend wurde die Musikauswahl rockiger, ganz nach dem Geschmack der jungen Musikerinnen und Musiker. „Mission impossible“ mit düster wummerndem E-Gitarrenbass zeugte davon, wie ein Mandolinenorchester sich eine Zukunft schafft. Auch die weiteren Musikstücke „Elephant’s Blues Rock“, Tiger’s Tango“ und „Seven Nation Army“, die bis zur Pause folgten, zeigten, dass E-Gitarre und Trommelklang bei den Kindern und Jugendlichen zu einer erweiterten Spielfreude an modernen Kompositionen führt.
Die Phantasie eines tanzenden Elefanten und eines Tigers mit Giraffe durch das Mandolinen- und Gitarrenspiel darzustellen, war eine gut gemeisterte Herausforderung.
So manches Kind hatte an diesem Abend seinen ersten Auftritt – wie der 8-jährige Valentin – bzw. erste Solopartien, hier von Emma, Marianna und Jan, zu bewältigen. Stolz und glücklich nahmen die MONsters mit ihrem dicken Nilpferd-Maskottchen den großen Applaus des begeisterten Publikums entgegen.
Musikalische Reise durch die Jahrhunderte
Nach der Pause nahmen sieben Mandoliner, fünf Gitarristen und ein Kontrabassist ihre Plätze ein.
Das Programm versprach eine musikalische Wende hin zu klassischen Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten. Das MON unter der Orchesterleitung von Helmut Oesterreich begeisterte mit großem Klangvolumen, technischem Können und harmonischem Zusammenspiel. Ob die dynamische Sonate D-Dur, KV 381, von Mozart aus dem 18. Jahrhundert oder John Dowlands eher melancholische Tänze aus dem 16. Jahrhundert und Joaquin Turinas fantastischer Tanz des 19. Jahrhunderts erklangen – das Orchester arbeitete brillant die klanglichen Unterschiede heraus.
Eine echte Herausforderung war der Sprung in die Moderne. Die Komposition von Philipp Glass (1937), im 2. Satz minimalistisch, klanglich schwebend, zeugte vom weiten Repertoire des MON, ebenso vom Können, als die eigens von Rodrigo Guzman (1973) für das MON komponierte „Ecos del Putumayo“, eine Förderpreis-Auftragsarbeit erklang.
… wenn der Orchesterleiter tanzt
Die Jubiläumsschrift „100 Jahre MON – 2024“ gibt die großartige Leistung dieses Orchesters sehr ausführlich wieder. Aus den ersten kleinen Anfängen haben sich zwei Orchester entwickelt, die über die Grenzen Deutschlands hinaus in Konzerten wirken und die aus der Musikwelt für Mandoline und Gitarre nicht mehr wegzudenken sind. Dass es in Neuenhain gelingt, den Nachwuchs zu begeistern, ist ein großes Plus und nicht selbstverständlich. Das ehrenamtliche Engagement und die Orchesterleitung haben es verstanden, mit der Zeit zu gehen und in die Zukunft zu führen.
Der Abschluss des Konzertes führte beide Orchester zusammen. Das Publikum wurde zum rhythmischen Schnipsen angeleitet, um den Sound von Henry Mancinis „Pink Panther“ komplett zu machen. Cachon, E-Bass und E-Gitarre kamen nochmals zum Einsatz, als die Zugabe Bill Haleys „Rock Around The Clock“ erklang. Begeistertes Klatschen und die Bewegung im Publikum verführten den Orchesterleiter Helmut Oesterreich spontan dazu, sich eine Partnerin zu schnappen und einen flotten Rock’n Roll mit ihr aufs Parkett zu legen.
Ein fröhliches Konzert, das Hoffnung auf weitere Auftritte von MON und MONsters macht. Hier zu ersehen: www.mon1924de

