Mammolshain (kw/mw) – Das Freibad im Woogtal kann in der kommenden Sommersaison nicht wie geplant öffnen. Der Ausfall des Königsteiner Freibads sorgt in der Stadt und den Ortsteilen für viele Gespräche. Eine Öffnung des Freibads zur kommenden Saison sei derzeit nicht realistisch.
In Mammolshain hat diese Nachricht nun einen Gedanken angestoßen, der auf den ersten Blick spontan wirkt, auf den zweiten aber gut zur Entwicklung des Vereins passt: Kann auf dem Gelände des FC Mammolshain perspektivisch ein ergänzendes Angebot für Kinder, Familien und den Ortsteil entstehen?
Auslöser war unter anderem eine Nachricht aus dem politischen Umfeld der Ortsbeiräte vor Ort. Sinngemäß wurde die Idee an den Verein herangetragen, ob angesichts der absehbaren Freibad-Schließung nicht auch ein kleines Becken oder ein familienfreundliches Wasserangebot am Sportplatz denkbar wäre. Noch ist das kein fertiges Projekt. Die Überlegung zeigt aber, in welche Richtung die Diskussion inzwischen geht: Der FC Mammolshain wird zunehmend nicht nur als Fußballverein wahrgenommen, sondern als möglicher Treffpunkt für Freizeit, Familienleben und Dorfgemeinschaft.
Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Monaten hat der Verein bereits mehrere neue Formate angestoßen, die klassische Vereinsgrenzen bewusst erweitern: Pizza-Abende, Ferienangebote, Familienaktionen, Kooperationen mit Schule und Kindergarten, Spiel- und Bewegungsflächen sowie die Idee eines Fußball- und Freizeitparks. Dahinter steckt eine klare Vision: Der Sportplatz soll nicht nur Ort für Training und Spiel sein, sondern ein lebendiger Treffpunkt für den ganzen Ort.
Gerade in Mammolshain könnte das eine besondere Chance sein. Wenn zentrale Freizeitangebote in der Kernstadt zeitweise wegbrechen, wächst in den Ortsteilen der Wunsch nach wohnortnahen Alternativen. Natürlich kann und soll ein Vereinsgelände kein klassisches Freibad ersetzen. Aber mittel- und langfristig könnte ein ergänzendes Angebot entstehen: kleiner, familiennäher, flexibler und stark auf Kinder und gemeinschaftliche Nutzung ausgerichtet.
Dabei geht es nicht nur um ein mögliches Becken. Es geht um die größere Frage, wie in Mammolshain ein moderner Freizeitpunkt entstehen kann, der Sport, Begegnung, Spiel und Aufenthaltsqualität verbindet. Noch steht all das am Anfang. Es gibt keine fertige Bauentscheidung, keine abgeschlossene Planung und keine schnelle Lösung für die diesjährige Badesaison. Aber die Diskussion hat begonnen. Und genau das könnte der eigentliche Wert der aktuellen Situation sein: Dass aus einer schlechten Nachricht für Königstein ein neuer Impuls für Mammolshain entsteht – vielleicht sogar mit einem Becken im Maß von 12,5 x 8 Metern, dem kleinsten üblichen Lehr- und Lernstandard in Deutschland.
Der FC Mammolshain versteht sich dabei zunehmend als Ort, an dem Fußball auf Freizeit trifft. Die Überlegung eines familienfreundlichen Wasserangebots passt deshalb weniger in die Kategorie „verrückte Idee“, als viele zunächst denken. Sie fügt sich in eine Entwicklung ein, die längst sichtbar ist: Der Verein baut Schritt für Schritt an einer neuen Rolle im Ort.
Auch die Bilder, die diese Vision begleiten, erzählen ihre eigene Geschichte: Sie wurden von Uzair Shoukat aus Offenbach unentgeltlich für den Verein gezeichnet. Der junge Mann aus Pakistan konnte erst vor Kurzem nach Deutschland kommen und hat inzwischen ein Stipendium an der Universität Frankfurt erhalten. Der Kontakt nach Mammolshain besteht seit rund zehn Jahren. Nach fünf Jahren des Wartens in Pakistan konnte er nun gemeinsam mit seiner Ehefrau nach Deutschland kommen. Dass er seine Arbeit dem Verein schenkt, ist mehr als kreative Unterstützung – es ist ein Zeichen von Verbundenheit, Hoffnung und neuer Perspektive in Deutschland.
Hinzu kommt eine zweite, ebenso wichtige Ebene dieser Entwicklung: Essen verbindet. Vieles von dem, was derzeit beim FC Mammolshain an neuen Formaten, Familienangeboten und Treffpunkt-Qualität entsteht, ist überhaupt erst möglich, weil sich syrische Geflüchtete, die 2015 nach Königstein kamen, seit 2025 mit großem Einsatz im Verein engagieren und die Gastronomie sowie die Küche tragen. Ihr Beitrag ist ein wesentlicher Grund dafür, dass hier ein neuer Dorfmittelpunkt wächst – offen, gastfreundlich und mit einer Atmosphäre, die Menschen zusammenbringt. Urheber der Idee ist Mohammad Rasho aus dem Woogtal in Königstein.
Gerade darin liegt auch eine politische Botschaft: Integration ist hier kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Menschen, die selbst Flucht, Neuanfang und Teilhabe erfahren haben, bauen heute einen Ort mit auf, der Kinder, Familien und Nachbarschaft zusammenführt. Dass der Verein dies nicht nur zulässt, sondern bewusst stärkt und zurückgibt, macht die Vision eines Fußball- und Freizeitparks Mammolshain noch größer.
Ob daraus irgendwann tatsächlich ein kleines Becken, ein Wasserspielbereich oder ein anderes Sommerangebot wird, hängt davon ab, wie die Idee aufgenommen wird. Klar ist aber schon jetzt: Die Vision eines Fußball- und Freizeitparks Mammolshain wird konkreter. Und sie trifft offenbar einen Nerv.
Wer dazu beitragen möchte, wendet sich für weiterführende Informationen an Marcus Ohlenschläger, 1. Vorsitzender des FC Mammolshain. Weitere Mitwirkende sind Ralf Elzenheimer, Alexander Beulich (2. Schriftführer) und Michael Weickel (2. Vorsitzender).
