Friedrichsdorf (bin) – Es gehört zu den größten und traditionsreichsten Festen in Friedrichsdorf: Am Wochenende lockte der 43. Hugenottenmarkt zahlreiche Bürger in die Stadtmitte. Drei Tage und Abende lang wurde gemeinsam gefeiert, zu Live-Musik getanzt, den vielfältigen Bühnenauftritten applaudiert und an rund 60 Ständen geschlemmt und geplaudert.
Der Hugenottenmarkt erstreckte sich über den Landgrafenplatz, entlang der Bahnstraße und den Rathausvorplatz bis zur zweiten großen Bühne hinter dem Rathaus. Damit fiel das Fest größer aus als in den vergangenen Jahren. Auch das Programm wurde auf zwei Bühnen erweitert, auf denen an allen drei Tagen zahlreiche Bands auftraten. Hinzu kamen ein umfangreiches Kinderprogramm mit Mitmachaktionen und einer Rally sowie ein Kunsthandwerkermarkt. Die rund 60 Stände versorgten die vielen Besucher kulinarisch mit Spezialitäten vom Grill, Burgern, Crêpes und Kartoffelspezialitäten sowie internationalen Speisen und vegetarischen und veganen Gerichten. Apfelwein, Cocktails, regionaler Wein und Bier rundeten das Angebot ab.
Traditionell wurde der Hugenottenmarkt, der im Jahr 1981 erstmals stattfand, mit dem Fassanstich eröffnet. Mit kräftigen Schlägen trieb Bürgermeister Lars Keitel den Zapfhahn in das Bierfass. Zufrieden beobachteten die Organisatoren des Vereins Hugo gemeinsam mit zahlreichen Besuchern den gelungenen Auftakt und nahmen das anschließende Freibier gerne entgegen. Wie jedes Jahr gebührte dabei das erste frisch gezapfte Fassbier dem Landgrafen Friedrich II. Vorsitzender Nicolas Schallmayer stellte ihm den Bierkrug hoch oben auf seine Säule, von der er das bunte Treiben auf dem Landgrafenplatz beobachtete.
„Der Hugenottenmarkt ist ein traditionsreiches Fest, welches jedes Jahr von ganz vielen Menschen aus Friedrichsdorf und Umgebung begeistert angenommen wird“, sagte Bürgermeister Lars Keitel. „Ich freue mich darauf, mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen und gemeinsam drei Abende voller Musik zu genießen.“ Gemeinsam mit Kreistagsabgeordneten Renzo Sechi lobte Keitel das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Vereins Hugo, die den Markt organisiert hatten.
Nach dem Tod des langjährigen ersten Vorsitzenden Ernst Gruner und dem Wegzug des zweiten Vorsitzenden stellte sich der Vorstand des Vereins im Jahr 2025 neu auf. Seitdem bilden Nicolas Schallmayer als Vorsitzender, Eric Smejkal als stellvertretender Vorsitzender, Schriftführer Jannik Bucher und Kassenwartin Trixi Smejkal den Vorstand. Unterstützung bei der Organisation erhielt das Team zudem von Mitglied Simone Schmitt.
Der kurzfristige Wechsel im vergangenen Jahr hatte dazu geführt, dass der Hugenottenmarkt kleiner ausfiel. Umso größer war nun die Freude, den Besuchern wieder ein umfangreiches Programm präsentieren zu können. „Hätten wir die Organisation und den Verein im vergangenen Jahr nicht übernommen, wäre der Markt vermutlich ausgestorben“, berichtete Eric Smejkal. Für viele Friedrichsdorfer hat das jährliche Fest jedoch einen festen Platz im Kalender und ist seit Jahrzehnten Tradition. So auch für Vorsitzenden Nicolas Schallmayer: „Seit ich klein bin, lebe ich in Friedrichsdorf und der Hugenottenmarkt war jedes Jahr ein Highlight. Ich freue mich, neue Ideen und Ansätze einzubringen und bin gespannt, wie diese angenommen werden und sich weiterentwickeln.“
Die Organisation einer Veranstaltung dieser Größenordnung bedeutet viele Monate ehrenamtliche Arbeit. „Seit September zogen wir von Fest zu Fest und sprachen Standbetreiber an“, berichtete Eric Smejkal.
„Dabei haben wir auf die Vielfalt des Angebotes geachtet, so dass sich nichts doppelt.“ Ebenso wichtig sei dem Verein gewesen, auf Qualität zu setzen und hochwertige Angebote auszuwählen.
Rund 80 Prozent der Standbetreiber waren in diesem Jahr erstmals auf dem Hugenottenmarkt vertreten. Neu war außerdem der Kunsthandwerkmarkt vor dem Rathaus. Dort wurden selbst gefertigte Dekorationen sowie handgefertigter Schmuck angeboten. „Das war meine Herzensangelegenheit“, informierte Trixi Smejkal. Vor vielen Jahren habe es bereits einen solchen Markt gegeben, der jedoch im Laufe der Zeit verschwunden sei.
Um den Hugenottenmarkt familienfreundlicher zu gestalten, wurde erstmals ein umfangreiches Kinderprogramm angeboten. Am Samstagmittag lud die Wolkenwelt zum Kindermitmachtanz ein. „Wir machen winke, winke, winke, für den Körperteil-Gruß“, sangen die jungen Kinder und Eltern mit, während sie über die Bühne am Landgrafenplatz tanzten. Im darauffolgenden Lied machten die Kinder dem Krümelmonster nach und liefen wie Pinguine oder Giraffen über die Bühne.
Auf der kleinen Wiesenfläche hinter dem Rathaus bot Trixi Smejkal zahlreiche Spiele für die jüngsten Besucher an. Neben Stelzenlaufen, Sackhüpfen und Klettball-Darts sorgte vor allem ein besonderes Wurfspiel für Begeisterung. „Am meisten Spaß gemacht hat mir, die Wasserbälle in die große Hose zu werfen“, erzählte Fynn. Gemeinsam mit seinem Bruder versuchte er, möglichst viele Wasserbälle in eine übergroße Stoffhose zu treffen. Die Freude der beiden war dabei unübersehbar.
Ein Besuchermagnet war an allen drei Abenden das abwechslungsreiche Musikprogramm auf beiden Bühnen. Schon am Nachmittag füllten sich die Plätze mit Besuchern, die sich auf einen gemeinsamen Sommerabend freuten. „Bereits jetzt ist die Atmosphäre toll und ich bin zuversichtlich, dass der heutige Abend mit der Musik noch großartiger wird“, freute sich der 18-jährige Leo Trüe. „Das Programm ist sehr vielfältig und für jeden ist etwas dabei“, ergänzte Felix Thor, der sich gerade am Stand des Schluckwerks einen Drink geholt hatte. „Außerdem freut es mich, dass die Standbetreiber trotz des großen Andrangs und Stresses so freundlich sind.“
Den musikalischen Auftakt gestalteten am Freitagabend SoularPlexus auf der Landgrafenbühne sowie die Country- und Line-Dance-Band Louisiana auf der Rathausbühne. Am Samstagabend feierten die Besucher mit der Rock- und Partyband InXtreme und der Band Boppin’B auf dem Landgrafenplatz bis spät in die Nacht. Zeitgleich legte DJ Coastar Clubmusik hinter dem Rathaus auf. Den musikalischen Abschluss am Sonntagabend bildeten Afterglow mit Acoustic Rock und Pop sowie Velvet Acoustic Music mit Soul und Pop.
Das abwechslungsreiche Programm wurde von den Besuchern hervorragend angenommen. Drei Tage lang wurde gemeinsam gefeiert, getanzt und gelacht. Damit der Hugenottenmarkt auch in Zukunft stattfinden kann, freut sich der veranstaltende Verein Hugo über neue aktive oder auch passive Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt nur zwölf Euro.
Die Organisatoren und Kommunalpolitiker stoßen auf einen erfolgreichen 43. Hugenottenmarkt an. (v. li.) Kreistagsabgeordneter Renzo Sechi, Nicolas Schallmayer, Bürgermeister Lars Keitel, Friedrichsdorfer Ortsvorsteher Dr. Steffen König, Stadtverordnetenvorsteher Norbert Fischer und Eric Smejkal. Fotos: Felix Biner






