Friedrichsdorf (fch). Der Sound der „Celtic Folk Music“ ist unverkennbar. Er geht vom ersten Ton an ins Ohr und ins Blut. Mit großer Spielfreude punktete die deutsch-schottische Band „Cara“ vor Kurzem beim Publikum im Forum. „Cara“ das sind die Frontfrau, Sängerin, Geigerin und diatonische Akkordeonistin Gudrun Walther, Sängerin, Pianistin und Songwriterin Kim Edgar, der den irischen Dudelsack „Uilleann Pipes“ spielende und singende Simon Pfisterer, Jazz-Gitarrist und Sänger Jürgen Treyz. Mit dabei hatte die Band ihr achtes Studioalbum „Grounded“. Die zwölf Titel sind ein gängiger Mix aus Eigenkompositionen und Bearbeitungen traditioneller Stücke im bekannten Cara-Sound. Die Bandbreite im Konzert reichte vom 1963 veröffentlichten Bob Dylan-Klassiker „Lay Down Your Weary Tune“ über die traditionellen, schottischen Balladen „The Woman Died“ und „The False Lover Won Back“ bis zu „Is’n It Time To Be Worried“. Die glockenklaren, textbasierten Balladen und die instrumentalen Verneigungen vor der Gälischen Folklore geben den vier Musikern und Sängern immer wieder Gelegenheit, ihr stimmliches und instrumentales Können zu demonstrieren. Wie bei „The Windhorse“, einem wilder Ritt, bei dem die Spielfreude der Instrumentalisten greifbar ist. Dagegen spielen in der Bearbeitung des Bob Dylan Songs „Lay Down Your Weary Tune“, der eine Hommage an die Schönheit der Dinge und die Klänge ist, die uns umgeben, wie auch in der Eigenkomposition „The Spell Of Winter“ die Umgebung und die Natur eine tragende Rolle. „Is’n It Time To Be Worried“ schrieb Gudrun Walther nachdem Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Immer wieder informiert die Band ihre Zuhörer kurz über Hintergründe zu den Inhalten, Anekdoten oder die Entstehung der einzelnen Lieder. So handelt es sich beim Titel „The Cockle Gatherer“, um die Bearbeitung eines gälischen Arbeiterliedes. Das lernte Sängerin Kim Edgar in abgewandelter Form bereits in der Schule kennen. Immer wieder spiegeln die teils melancholischen Lieder ein Gefühl der Verbundenheit und der Hoffnung inmitten zermürbenden Nachrichtenfluten wider. Typisch für den Klang der irischen und keltischen Folklore ist der des irischen Dudelsacks „Uilleann Pipes“ zu Deutsch „Ellenbogen-Pfeifen“. Die virtuos von Simon Pfisterer, der vom Tegernsee stammt, gespielten „Uilleann Pipes“ klingen leiser und weicher als Dudelsäcke wie etwa die schottischen Great Highland Pipes. Simon Pfisterer ist ein herausragender Interpret der „Uilleann Pipes“. Der „Bachelor of Irish Music and Dance“ lebt und arbeitet als Profimusiker halb in Irland und halb in seiner Heimat Bayern.
Ihre am Klavier komponierten und eindrücklich interpretierten Songs spiegeln die Begeisterung für Horror und Mythen, Geschichte und Feminismus vom Kim Edgar wider. Sie gilt als eine der besten britischen Songwriterinnen aus Schottland. Ihre Songs brachten ihr den Titel „Scotland’s very own Tori Amos“ ein.
Der studierte Jazz-Gitarrist und Produzent Jürgen Treyz veröffentlichte über 80 CDs mit eigener Musik, darunter Kinderlieder. Er erhielt für seine Kompositionen zahlreiche Auszeichnungen. Mit Gudrun Walther gehört er zu den bekanntesten Folk-Musikern Deutschlands. Die Sängerin ist die vielleicht versierteste Fiddlerin im Land. Ihre Kompositionen wurden von internationalen Bands gecovert und sie hat zahlreiche Projekte mit namhaften Musikern realisiert. Im Forum begeisterte die Band „Cara“ durch Authentizität, Virtuosität, Spielfreude und musikalischer Vielfalt. Sie nahmen ihr Publikum mit temperamentvollen Tanzmelodien mit in die Klangwelten irischer Pubs, mit märchenhaften Balladen in die Vergangenheit oder in poetische Welten, ohne dabei den Gegenwartsbezug zu verlieren. Mit zwei stürmisch herbeigeklatschten Zugaben endete die Premiere der Band „Cara“ im Forum Friedrichsdorf.
