Reges Interesse an Infoveranstaltung zu „Wärmepumpe im Altbau“

Glashütten (kw) – Vor wenigen Tagen meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie, dass mit rund 299.000 Geräten erstmals mehr Wärmepumpen als Gasbrennwertkessel verkauft wurden. Doch für welche Gebäude lohnt sich ein Einbau oder eine Umrüstung? Denn in Hessen ist laut Statistischen Bundesamt fast jedes vierte Gebäude ein Altbau, der vor 1950 errichtet wurde. Aus erster Hand berichtete Dipl.-Ing. Thomas Berger, wie der Einbau in sein rund 160 Jahre altes eigenes Wohnhaus erfolgreich funktionierte, im Rahmen einer Informationsveranstaltung, die von Bündnis 90/Die Grünen Glashütten ausgerichtet wurde.

Vor rund 30 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern sowie Fachleuten aus der Heizungsbaubranche ging Berger anschaulich und nachvollziehbar durch die Planung und technischen Aspekte. Dabei wurde sehr schnell klar: Das Wichtigste ist, im Vorhinein die Heizlast des Gebäudes – also den Energiebedarf in Abhängigkeit der Außentemperatur – und den Heizbedarf pro beheiztem Quadratmeter und Jahr im Gebäude zu ermitteln. Dieser liegt idealerweise bei unter 100 kWh/m2 und Jahr. Wenn dies nicht erreicht wird, sollten Wärmeverluste reduziert – beispielsweise durch die Isolierung von Dach und Außenwänden sowie von Fenstern – und gegebenenfalls die Heizfläche vergrößert werden. Thomas Berger dazu: „Wenn man sich überlegt, eine Wärmepumpe in einen Altbau einzubauen, sollte auf jeden Fall vorab ein Energieberater herangezogen werden, der eine Energiebilanz für das Gebäude erstellt.“ Denn mit den so ermittelten Werten lässt sich dann auch abschätzen, wie leistungsfähig die Wärmepumpe sein muss.

In der anschließenden Diskussion ging es dann um konkrete Fragen, etwa unter welchen Umständen sich der Betrieb über eine Photovoltaikanlage lohnt. Berger war auch hier gut vorbereitet und zeigte anhand eines Jahresverlaufs, dass sich der Verbrauch durch die Wärmepumpe und der Ertrag aus der PV-Anlage gegenläufig verhalten: Im Winter liefert die PV-Anlage zwar weniger Energie, als die Wärmepumpe verbraucht, in den Übergangszeiten kann eine PV-Anlage den Energiebedarf einer Wärmepumpe jedoch durchaus decken.

Nach über einem Jahr Betrieb zieht Berger eine positive Bilanz: Der Energieverbrauch mit der Wärmepumpe ist sogar etwas niedriger als mit der Gasheizung, und das, obwohl die Wärmepumpe ohne Nachtabsenkung betrieben wird. „So ist es tatsächlich das ganze Jahr über im Haus wärmer, als es mit der Gasheizung war.“



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