Wo ist das Mädchen Annika Seidel, das seit zwanzig Jahren vermisst wird?

Seit fast zwanzig Jahren, seit dem September 1996 fragt man sich in Kelkheim: „Wo ist das Mädchen Annika Seidel?“ Seit dem vergangenen Dienstagabend sind es Millionen von Zuschauern, die sich zumindest einige Zeit mit dieser Frage beschäftigen, nachdem das ZDF innerhalb der Sendung Aktenzeichen XY Ungelöst, die nur verschwundenen Kindern galt, diesem Thema widmete.

Fälle, bei denen die Hoffnung zuletzt stirbt. Hoffnung, an die sich nicht nur die Verwandten, sondern auch die Kriminalbeamten klammern, die diesen Fall zu bearbeiten haben. Auch wenn der Fall zwanzig Jahre immer wieder auf den Tisch kommt, um zu versuchen, das Geheimnis zu klären. Im Fall Annika Seidel sind es Rudolf Kleinecke und Andreas Nickel von der Kriminalpolizei in Hofheim. Sie erhielten in dieser Sendung die Möglichkeit, diesen geheimnisvollen Fall noch einmal in die Öffentlichkeit zu bringen, in der Hoffnung, dass sich doch noch der eine oder andere Hinweis ergibt, der zur Lösung des Rätsels beitragen kann. Und sei die Hoffnung nach zwanzig Jahren auch noch so gering.

Eigens für die Sendung erarbeiteten die Fachleute der Kriminalpolizei zwei Bilder, die Annika Seidel heute darstellen könnten, als heute 31-jährige junge Frau, als Vorlage ein Bild, das seit Jahren als Fahndungsfoto diente.

An diesem Fall ist vieles mysteriös. Es scheint so, dass so manches nicht zueinander passt – und doch wieder Verbindungen auftauchen.

Akribisch haben die Kriminalbeamten versucht, die letzten Stunden des Mädchens in Kelkheim mit Hilfe eines Stadtplans und Zeugenaussagen zu rekonstruieren.

Da wurde der Weg aufgezeichnet, den das Mädchen mit ziemlicher Sicherheit an diesem 10. September 1996 ging, am Kaufhaus Rita Born vorbei bis zur Zoohandlung, wo sie Futter für ihren Hund kaufen wollte, in der sie aber nie ankam. Ein in der Nähe des Kaufhauses geparktes Auto könnte der Schlüssel sein. Eine Zeugin hat das Fahrzeug gesehen, wie Annika Seidel daneben stand.

Bei aller Hoffnung. Die Polizei geht davon aus, dass Annika Seidel einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel und nicht mehr lebt.

Denn, so sagen Zeugen, dass Annika Seidel noch ein paar Tage nach ihrem Verschwinden in der Nähe des Gimbacher Hofes gesehen worden sei, dass man sie auch 13 Kilometer weiter mit einem Mann beobachtet habe. Was wirklich geschehen ist, wissen nur die unmittelbar Beteiligten oder der Beteiligte. Doch wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, auch bei der Kripo.

Zumindest geht es auch darum, den Fall aufzuklären, damit die Akten geschlossen werden können.

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