Ein kleines Mehr, das viel bewegt: Rotary Action Day unterstützt die Kelkheimer Tafel

Andreas Kerl und Robert Hoffmann von den Rotariern schätzen die Unterstützung des REWE-Marktes unter Leitung von Ali Osman Kayabasi. Bürgermeister Albrecht Kündiger zeigen solche Aktionen, dass bürgerliches Engagement dort hilft, wo es gebraucht wird. Foto: J. Ulbricht

Kelkheim (ju) – Wer am Samstag, 9. Mai, seinen Einkauf bei REWE in der Stadtmitte erledigt, wird gleich am Eingang auf sie stoßen: Kisten und Tische, gefüllt mit Dingen des täglichen Bedarfs – haltbare Lebensmittel, Konserven, Nudeln, Reis, aber auch Toilettenpapier und Hygieneartikel. Daneben stehen Mitglieder des Rotary Clubs Kelkheim, freundlich ansprechbar, bereit zu erklären, worum es geht. Ihre Bitte ist so einfach wie wirkungsvoll: „Kaufen Sie doch eins mehr.“

Zum dritten Mal organisieren die Kelkheimer Rotarier gemeinsam mit dem REWE-Markt diese Aktion im Rahmen des weltweiten Rotary Action Day. Und längst hat sich gezeigt, wie viel Wirkung hinter dieser kleinen Geste steckt.

Hilfe, die direkt ankommt

Die gespendeten Produkte gehen direkt an die Kelkheimer Tafel. Dort werden inzwischen rund 100 Familien versorgt – etwa 300 Menschen. Für eine Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern ist das eine Zahl, die nicht abstrakt bleibt. Sie steht für Nachbarn, für Menschen aus der eigenen Umgebung, deren Alltag oft von knappen Budgets geprägt ist.

Einmal in der Woche öffnet die Tafel ihre Türen. Dann werden Lebensmittel ausgegeben, sorgfältig vorbereitet von rund 50 Ehrenamtlichen. Sie holen Waren ab, sortieren, stellen zusammen und sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. „Was hier geleistet wird, ist beeindruckend“, sagt Robert Hoffmann von den Rotariern. „Ohne dieses Engagement würde vieles nicht funktionieren.“

Im vergangenen Jahr bezog die Tafel ihre Räume in der Hornauer Straße, die ihr von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden. Damals wurden etwa 50 Familien unterstützt. Dass sich diese Zahl inzwischen verdoppelt hat, zeigt, wie gut die Strukturen greifen – und zugleich, wie groß der Bedarf geworden ist. „Es ist ein zweischneidiges Gefühl“, weiß Hoffmann. „Einerseits sind wir froh, dass mehr Menschen erreicht werden. Andererseits wünscht man sich natürlich, dass weniger darauf angewiesen wären.“

Gerade deshalb setzen die Rotarier auf die unmittelbare Hilfe vor Ort. Die Aktion „Kauf eins mehr“ lebt davon, dass viele kleine Beiträge zusammenkommen. „Es geht nicht um große Beträge“, betonen die Organisatoren. „Eine Packung mehr im Einkaufswagen – das kann für jemanden am Ende entscheidend sein.“

Engagement im Alltag

Die Atmosphäre an diesem Tag ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Kein Druck, keine großen Worte – sondern Gespräche auf Augenhöhe. Wer möchte, legt etwas dazu. Wer Fragen hat, bekommt Antworten. Und wer einfach nur einkauft, nimmt vielleicht den Gedanken mit, dass Helfen manchmal ganz unkompliziert sein kann.

Unterstützt wird die Aktion von REWE und dessen Marktleiter Ali Osman Kayabasi, die die Fläche und die logistische Grundlage bieten. „Diese Aktion liegt uns sehr am Herzen und wir unterstützen sie gern und auch weiterhin“, verspricht Kayabasi. REWE wird, auch wie im vergangenen Jahr, die Anzahl der verkauften Artikel für die Tafel verdoppeln. „Das ist Ehrensache.“ Die Rotarier selbst begleiten den Tag vor Ort, sammeln die Spenden und sorgen dafür, dass sie schnell bei der Tafel ankommen.

Der Rotary Action Day ist weltweit ein Tag des Engagements. In Kelkheim zeigt sich, was das konkret bedeuten kann: Menschen helfen Menschen – direkt, greifbar und ohne Umwege.

Und vielleicht ist es genau das, was diese Aktion so besonders macht. Dass sie nicht weit weg stattfindet, sondern mitten im Alltag. Am Eingang eines Supermarkts. Mit Dingen, die jeder kennt. Und mit der Möglichkeit, mit einer kleinen Entscheidung einen Unterschied zu machen.



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