Hochtaunuskreis/Main-Taunus-Kreis (kez) – Mit der neuen Initiative „Waldzukunft Taunus“ begann am vergangenen Samstag ein groß angelegtes Wiederbewaldungsprojekt für geschädigte Waldflächen im Taunus. Ziel ist es, die durch den Klimawandel stark belasteten Forstgebiete mit heimischen Setzlingen zu stabilisieren und langfristig einen artenreichen, widerstandsfähigen Mischwald zu entwickeln.
Kooperationsprojekt
Hinter der Aktion steht eine Kooperation des Hochtaunuskreises und des Main-Taunus-Kreises gemeinsam mit der Taunus Sparkasse sowie dem Bergwaldprojekt e.V.. Die praktische Umsetzung der Pflanztage übernimmt der Verein in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Forstverwaltung von HessenForst.
Die Idee: Bis zu 100 freiwillige Helferinnen und Helfer kommen an den Pflanztagen zusammen, um gemeinsam junge Bäume in die Erde zu setzen. Ziel ist es nicht nur, neue Wälder entstehen zu lassen, sondern auch ein Bewusstsein für die Bedeutung intakter Ökosysteme zu schaffen. Der unmittelbare Einsatz in der Natur soll die Teilnehmenden für Klimawandel, Artenvielfalt und den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen sensibilisieren.
Die erste Pflanzaktion fand am Samstag, 18. April, im Kronberger Stadtwald statt. Eine weitere folgt dort bereits diese Woche am Samstag, 25. April. Im Herbst wird die Initiative fortgesetzt, dann steht am 31. Oktober eine Pflanzaktion im Sulzbacher Wald im Main-Taunus-Kreis auf dem Programm. Insgesamt sollen bei den ersten Maßnahmen rund zwei Hektar Waldfläche wiederbewaldet werden.
Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Familien, Freundesgruppen oder Einzelpersonen können sich über die Website des Bergwaldprojekts anmelden, es sind noch Plätze frei. Die Arbeitstage beginnen jeweils um 9 Uhr und dauern bis etwa 17 Uhr. Für Verpflegung vor Ort ist gesorgt.
Der Wald stirbt
„Im Laufe der Jahrhunderte wurden im Taunus viele Fichtenreinbestände geschaffen. Seit 2017 sterben diese aufgrund des Klimawandels großflächig ab. Dem wollen wir mit unserer Initiative entgegenwirken“, betont Landrat Ulrich Krebs. Die Pflanztage, finanziert durch die Taunus Sparkasse, würden gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt organisiert und ermöglichten vielen Menschen ein aktives Mitwirken an der Zukunft des Waldes.
Auch aus Sicht der Umweltbildung hat das Projekt große Bedeutung. „Die Teilnehmenden lernen nicht nur die enorme Bedeutung des Waldes für Boden, Wasser, Klima und Biodiversität kennen, sondern entwickeln auch eine wertschätzende Beziehung zur Natur“, erklärt Peter Naumann vom Bergwaldprojekt. Die erlebte Selbstwirksamkeit fördere zudem Motivation und Verantwortungsbewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil.
Für die Forstpraxis ist die Unterstützung ebenfalls notwendig: „Auf vielen Flächen reicht die Naturverjüngung leider nicht aus und wird zusätzlich durch Brombeeren stark behindert. Hier sind gezielte Pflanzmaßnahmen sinnvoll und notwendig“, erläutert Carolin Scheller, Revierleiterin des Forstamts Königstein bei HessenForst.
Das Bergwaldprojekt
Das Bergwaldprojekt selbst engagiert sich seit über 35 Jahren für den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen in Wäldern, Mooren und Offenlandschaften. Im Jahr 2026 sollen deutschlandweit mehr als 5.000 Freiwillige in über 170 Projektwochen aktiv werden. Die Finanzierung erfolgt überwiegend über Spenden sowie Kooperationspartner wie die Taunus Sparkasse.
Mit der „Waldzukunft Taunus“ verbindet die Region damit praktischen Umweltschutz mit gelebtem Gemeinschaftssinn – und setzt ein sichtbares Zeichen für die Zukunft des Waldes im Zeichen des Klimawandels. Mehr zu den aktuellen Projekten und zu den Anmeldungen findet sich hier: www.bergwaldprojekt.de
