Leuchtende Einsatzfahrzeuge, leuchtende Kinderaugen: Feuerwehr-Einsatz der bunten Art quer durch Kelkheim

Wer braucht schon eine Discokugel, wenn er eine Feuerwehr hat? In mühsamer Handarbeit schmückten die Feuerwehrleute ihre Einsatzwagen und ließen damit die Kelkheimer Innenstadt leuchten – hier vor der Pestalozzi-Schule. Fotos: Baumgartl

Kelkheim (iba) – Der kleine Zeichentrick-Drache Grisu wusste – sehr zum Missfallen seines gestrengen Vaters – schon immer, was er als ausgewachsener Drache beruflich machen wollte: „Ich werde Feuerwehrmann, ich werde Feuerwehrmann!“ Mit dem selben Ausruf werden seit dem  21. Dezember 2025 vermutlich viele Nachwuchskelkheimer ihren Eltern in den Ohren gelegen haben, so etwas wie kurz vor Weihnachten in Kelkheim sieht man schließlich nicht alle Tage!

Der Löschzug wird zum Leuchtzug

Den Ursprung hatte die inzwischen zum Kelkheimer Markenzeichen gewordene „Fire-Truck-Tour“ in der Covid-Pandemie, seitdem ist die Parade von Eppenhain bis hinunter nach Münster (und dann wieder hin zur Endstation in der Stadtmitte) fester Bestandteil der Kelkheimer Weihnachtszeit. „Wir tun das einfach, um den Menschen in der Weihnachtszeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wenn wir das schaffen, dann haben wir doch schon eigentlich alles erreicht, was wir erreichen wollten.“ Der Ruppscher Felix Grams ist Pressesprecher der Kelkheimer Feuerwehr, er hat in Sachen Öffentlichkeitsarbeit die Mütze, respektive den Feuerwehrhelm auf und stand am Sonntag Abend der Maintower-Reporterin Johanna Mihm Rede und Antwort. „Ich weiß, dass einige schon seit Donnerstag am Schmücken sind, teilweise das ganze Wochenende durch, bis einschließlich Sonntag, wenn es dann los geht. Die Zeit, die viele hier ehrenamtlich investieren, ist schon enorm“, so Grams.

Die Feuerwehr drehte die Tour beileibe nicht alleine, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser und die Taucher der DLRG-Ortsgruppe Idsteiner Land waren ebenfalls mit von der üppig beleuchteten Partie. Gegen 17 Uhr wurde in Eppenhain gestartet, nach Stationen in Ruppertshain (trotz Baustelle!) und Fischbach kamen die Wagen dann mit etwas Verspätung die Fischbacher Straße Richtung Bahnschranke in Kelkheim-Mitte herunter gefahren.

„Guck mal, Papa, wie bunt!“ Die ohnehin schon große Kinderaugen wurden noch größer, die Akkus der Smartphones wurden noch leerer, alle wollten den bestmöglichen Schnappschuss und den optimalen Standort: „Komm, wir gehen mal da rüber auf die Verkehrsinsel, da fahren die Autos direkt an uns vorbei.“

Kurze Zwischensation in Kelkheim-Mitte

In der Pestalozzistraße traten alle kurz auf die Bremse. Zum einen wollte man allen Neugierigen die Möglichkeit geben, das perfekte Foto zu machen, zum anderen ist dort die Freiwillige Feuerwehr Kelkheim-Mitte, dort legte der Zug eine kleine Pause ein. Die über einhundert Leute, die zuvor am Bahnübergang standen, holten die Einsatzfahrzeuge langsam wieder ein, knipsten, guckten und staunten. Während einige Eltern darauf achten mussten, dass die kleinen Kinder („Mama, da vorne kommt Schnee aus dem Feuerwehrauto!“) und die großen Kinder („Schatz, da hinten gibt’s Bratwurst!“) nicht in alle Winde verstreut würden, konnten die Einsatzkräfte einmal kurz durchschnaufen, sich organisieren („Ist der Wagen 17 jetzt schon losgefahren?“) oder auch dem eigenen Nachwuchs im Feuerwehrhaus schnell eine Tasse Kinderpunsch holen („Aber erst pusten, der ist heiß.“), bevor die Tour dann fortgesetzt wurde.

Mitte, Hornau, Münster, Mitte

Kurz danach ging es dann also weiter, es mussten ja noch einige Stadtteile an- beziehungsweise abgefahren und weitere Kelkheimer glücklich gemacht werden. Am Rathaus vorbei nach Hornau, dann wieder zurück über Kelkheim-Mitte, von dort nach Münster und schließlich das dritte Mal in die Mitte, zwischen Stadtbücherei und Apotheke ist auf dem neuen Marktplatz ausreichend Fläche, um alle Fahrzeuge abzustellen und noch einmal für das ganz große Gruppenfoto zu posieren.

Ein Aufwand, der sich lohnt

Und alle waren da, die großen und die kleinen Feuerwehr-Fans, Münsterer und Hornauer, das Höchster Kreisblatt ebenso wie der Hessische Rundfunk. Wie denn nach etwa vier Stunden und rund 20 gefahrenen Kilometern sein Fazit nun ausfalle, wollte Johanna Mihm von Grams noch wissen. „Anstrengend, aber auch einfach nur wunderschön, mit den ganzen vielen Menschen auf der Straße – das bestätigt uns in dem, was wir hier machen.“

Das stimmt wohl, so viele zufriedene Erwachsene und so viele große Kinderaugen und rote Bäckchen sieht man sonst wohl nur, wenn Kerb ist und die Kleinen auf das Kettenkarussell dürfen.

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