Kelkheim (kez) – In der kalten Jahreszeit füttern wir regelmäßig Vögel. Da wir in Fischbach direkt am Wald wohnen, kommen viele Vögel an unsere Futterstellen im Garten und am Haus. Vor allem Meisen: Die Blaumeise, die Kohlmeise, die seltenen Weiden- und Schwanzmeisen sowie der Kleiber, aber auch das Rotkehlchen, der Buchfink und natürlich die Amseln finden sich ein und sind Futtergäste. Im Sommer kamen noch Kernbeißer, Stare und manch andere Gäste dazu. Doch unsere Futterstelle hat sich offenbar „herumgezwitschert“, denn auch Eichelhäher, Buntspechte und sogar Elstern erscheinen, um sich zu bedienen.
Sogar die großen Ringeltauben beobachten von einem Baum in der Nachbarschaft genau, wann wir die Küche verlassen, um sich an den extra für sie bereit gelegten Maiskernen zu bedienen. Vor Jahren wurden sie sogar handzahm. Doch das ist schon lange her, denn Katzen lauerten ihnen unter einer Hecke versteckt auf, um sie zu jagen. Ausgerissene Federn zeugten davon, dass sie dabei hin und wieder Erfolg hatten, denn die Tauben wurden immer vorsichtiger.
Die gefiederten Gäste haben ihren Rhythmus: Morgens um 9 Uhr herrscht der größte Andrang, da kann es vorkommen, dass sich mehr als zehn Meisen einfinden, um sich die Schnäbel zu füllen. Vor allem Kohl- und Blaumeisen streiten sich dann am Futterhäuschen um die besten Plätze. Kommt aber der Kleiber, müssen alle anderen Platz machen, denn mit dessen spitzem Schnabel ist nicht zu spaßen!
Damit wir die Tiere besser beobachten können, haben wir zusätzlich Futterschälchen direkt auf den Stufen zur Terrasse aufgestellt. Dann kann es vorkommen, dass vier Meisen gleichzeitig anfliegen. Als es richtig kalt war, saßen sogar Blau- und Kohlmeise beisammen, um ihren Hunger zu stillen. Inzwischen haben sie sich an uns Menschen gewöhnt und fressen weiter, wenn man sich der trennenden Glasscheibe nicht allzu sehr nähert.
Doch kürzlich war ein neuer Gast zu sehen: Offenbar hatte eine Hausmaus den „Braten gerochen“ und bediente sich an den Nüssen. Doch die geringste Bewegung lässt sie blitzschnell verschwinden. Nach ein paar Minuten lugte sie wieder vorsichtig unter der Treppe hervor, um kurz darauf geschickt eine Treppenstufe zu erklimmen und weiter zu fressen. Wir sind nicht so glücklich über den Neuzugang, denn die Mäuse haben offensichtlich „unsere“ kleinen Eidechsen (Kelkheimer Zeitung Dezember 2023) auf dem Gewissen. Im Frühjahr 2024 warteten wir vergeblich auf die jungen Eidechsen, die im Steinhaufen überwinterten. Sie müssen während der Winterruhe Opfer der Mäuse geworden sein, weil sie sich als wechselwarme Tiere während dieser Zeit nicht bewegen können. Doch wir freuen uns, dass wir seit langem keine Waschbären mehr gesehen haben. Zur Sicherheit stellen wir aber die Futterschälchen nachts zurück ins Haus.

