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Königsgucker

Während zur Zeit die Feuerwehr ein besonders wachsames Auge auf unsere Wälder hat, kann sich der Königsgucker etwas entspannen und in der gut durchgewärmten Wohnung auch mal die Augen schließen. Das ist ganz gut, um sich an alte Geschichten zu erinnern, und da taucht auch schon eine auf, aus der Zeit als Jugendleiter.

Nach einem heißen Wandertag im Pfälzer Bergland kam die Gruppe wieder zur Jugendherberge zurück, eine idyllische, großzügige Anlage in einem eigenen kleinen Tal in der Nähe von Dahn. Wegen der Abgelegenheit gab es dort nicht nur einen Löschteich, sondern die örtliche Feuerwehr musste auch regelmäßige Übungen abhalten, immerhin wären im Ernstfall ja etliche Menschenleben in Gefahr, die Herberge war stets gut ausgebucht. An diesem Tag war so ein Übungstag.

Natürlich interessierten sich die Kinder – gut 40 an der Zahl – für das Treiben der Feuerwehr, die den Löschteich sorgfältig abgesperrt hatte und die Hausmeisterwohnung ausgiebig wässerte. Nase für Nase, Schritt für Schritt kam das Publikum den Akteuren näher und kroch um die Absperrungen herum, sickerte in den Strafraum ein.

Die Jungs von der Pfälzer Wehr reagierten darauf geschickt mit einer Richtungsänderung ihrer Fontänen, immer wieder, knapp vor die Füße der Belagerer, die sich trotzdem weiter heranschlichen. Dann war die Zeit um, die Pumpe verstummte und der Einsatz schien zu Ende zu sein – so lange bis die Stimme vom Freizeitleiter deutlich zu hören war: „Wasser Marsch!“ tönte es über den Teich, sein Zeigefinger deutete auf die Speerspitze der Barrikadenstürmer. „Dürfen wir? Echt?“, schallte es zurück, dann sprang die Pumpe wieder an und die triefenden Kinder wussten ab sofort, wie schnell die Feuerwehr sein kann, wenn es wichtig ist. Natürlich bestellten sie dann einen weiteren Angriff auf ihren verräterischen Chef, der für seine Unkameradschaft auch sofort mit einem Volltreffer belohnt wurde. Nachher gab es allerdings noch guten Pfälzer Wein für ihn und ein Lob der Feuerwehr: „Endlich mal einer, der weiß, wie man mit Gaffern umgeht – und mit Kindern.“

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