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Ein dreifach donnerndes Helau für die Königsteiner Weiberfassenacht

Die Resi-Dancers performten gut gelaunt ihren Wild Wild West Tanz zur Musik von Ennio Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“ und heizten ihrem Publikum damit ordentlich ein Foto: Krüger

Königstein – „Helau Königstein! Helau Weiber! Helau Ladies!“, begrüßte die Sitzungspräsidentin Conny alias Cornelia Dembicki-Walzok ihr Damenpublikum zur Königsteiner Weiberfastnachtsparty im karnevalistisch geschmückten Haus der Begegnung. Auch einige Herren der Schöpfung fühlten sich angesprochen von den Narrenrufen und amüsierten sich köstlich über die teils schlüpfrigen Showeinlagen.

Unter den Gästen war auch Bürgermeisterkandidatin Nadja Majchrzak, die kostümiert quasi inkognito die unbeschwerten und herrlich komischen Momente genoss. „Eine willkommene Abwechslung während der anstrengenden Wahlkampfphase“, bestätigte die Kandidatin der ALK. Der „Weiber11enrat“ des Königsteiner Narrenclubs e.V. sorgte für ordentlich „Remmi Demmi“ auf der Bühne. Zunächst legten die Resi-Dancers inklusive der Sitzungspräsidentin einen heißen Wild-West-Tanz aufs Parkett. In Netzstrümpfen und teilweise selbst geschneiderten Korsagenkleidern entfachten die Resis auf der Tanzfläche ein fröhlich buntes Feuerwerk getreu ihrem Wild Wild West Motto. Charmant und wortgewandt führte Connie durch das Programm. Technische Pannen lächelte sie sympathisch weg und fand für jeden noch so kleinen Fauxpas eine liebenswürdige Erklärung. Das Publikum dankte es ihr stets mit einem dreifach donnernden Helau! und einer außerordentlich gelösten Stimmung, die den Raum in ein Meer schunkelnder Bewegungen verwandelte. Frei nach der Devise „Girls just wanna have fun“ tanzten und schunkelten die Gäste im Rhythmus der Musik, die den heiteren Takt vorgab. Für das leibliche Wohl war gesorgt, die Rhythmen waren laut und mitreißend und die Laune der Gäste wurde zunehmend exzentrischer. Als Showact hielt Jörg Werner im roten seidenen Bademantel einen Vortrag über seine Erfahrungen bei der Thai Massage. Nichts ahnend und naiv habe er bei seinem ersten Besuch die freundliche Anweisung der Masseurin, sich zu entkleiden und auf die Liege zu legen, wörtlich genommen, um kurz darauf ihr Entsetzen über seine auf dem Rücken liegend zur Schau gestellte Nacktheit festzustellen. Es folgten ähnliche Anekdoten gleichen Kalibers, dann stockte sein Vortrag. „Ich habe einen Hänger“, vernahmen die Gäste bereits den Tränen nah vor Lachen. Jörg Werner war in seiner Hilflosigkeit und Textunsicherheit derart komisch, dass sein Publikum zunächst glaubte, dies sei Teil seiner Showeinlage. Erst später enthüllte die Sitzungspräsidentin amüsiert, dass man tatsächlich seinen Notenständer vergessen habe, ohne den er nicht von seinem Skript ablesen konnte. Gerade diese kleinen Pannen machten das Weiberfastnachtsfest so ausgelassen und unbeschwert.

Passend zum Wild Wild West Motto führte die Nachwuchs-Stepptanzgruppe „Little Toes up“ in einer Dreier-Besetzung einen schwungvollen Tanz auf. Wunderbar synchron beherrschten sie ihre Stepp-Figuren und hatten sichtlich Freude an ihrem Auftritt, was das Publikum mit einem dreifachen Helau belohnte. Es folgte der lautstarke Einmarsch der befreundeten Sodener Karneval Gesellschaft (SKG e.V.) mit ihrer 70. Prinzessin Nadine I. auf Sodenias Thron. Nach kurzer Rede der Regentin wurde der obligatorische Orden verliehen und bevor Nadine I. mitsamt ihrer Prinzenschaft per Karnevalstusch wieder verabschiedet wurde, gab es eine spontane Tanzeinlage mit Mitgliedern der Gardetanzgruppe, bei der selbst Prinzessin Nadine und ihr Gefolge mitmachten. „Irgendwie ist heute alles durcheinander“, stellte Connie belustigt fest. „Ich mache nie wieder eine Moderation bei Vollmond“, lautete ihr Fazit, was mit einem lautstarken Helau! aus dem Publikum kommentiert wurde. Fröhliches Gelächter begleitete den Einzug des Kronberger Männerballetts. Die ausschließlich männlichen Tänzer widmeten ihre Choreografie dem Christmastanz. „Alle Jahre wieder“ tönte der Klassiker als Popsong aufgemischt aus den Lautsprechern, während ein weiß gekleideter Engel mit schief sitzender Goldhaarperücke die Bühne rockte. Gefolgt von tanzenden Tannenbäumen und kokett gekleideten Weihnachtsmännern mit roten Paillettenhöschen unter den kurzen Weihnachtsröcken, mischten sich noch plüschig-weiße Schneeflocken in den Christmas-Trubel, den das Publikum mit lautem Klatschen begleitete. Eine herrlich komische Nummer, die natürlich nach einer Zugabe schrie. So vielen höherschlagenden Damenherzen konnten die Kronberger Balletttänzer keine Abfuhr erteilen und so genossen die Zuschauer eine urkomische karnevalistische Weihnachtszugabe. Die Trainerin des Männerballetts, Astrid Schleifer, erntete stürmischen Beifall für ihre „sexy Santa-Klöße“, wie die Sitzungspräsidentin die tanzenden Herren schelmisch betitelte.

Der Travestiekünstler Vanessa P. aus Frankfurt heizte das Publikum anschließend richtig auf mit Songs aus den 80ern wie „I will survive“ von Gloria Gaynor. Seine Tanzeinlagen auf mindestens neun Zentimeter hohen Absätzen waren schwindelerregend grazil. So manche Dame im Publikum beneidete ihn sicher heimlich um seine Anmut und seinen schlanken Wuchs. Mit dem Karnevalshit „Komm hol das Lasso raus“ zeigte der Elferrat sein tänzerisches und musikalisches Talent. Das Duo Gnadenlos, ein kreatives Frauen-Power-Paar, das alle Reden selber schreibt, philosophierte in gewohnt witziger Manier über alltägliche Katastrophen und gängige Tücken des Alltags. Mit dem steppenden Burgfräulein Helen zeigte die Science Squad Gruppe Stepptanz auf höchstem Niveau zur Musik von Beyoncé – „We run the world“. Weiter auf dem Programm standen das Männerballett des Närrischen Komitees Antonius aus Frankfurt, die mit ihrer komischen Darbietung den Song „We will rock you“ zum Musikmix von Britney Spears gehörig aufpeppten.

Zum Abschluss des Abends glänzte die Showtanzgruppe Cosmopolitan aus Wallau mit einer wunderbaren Tanzeinlage, die das Publikum stehend applaudierend begleitete. Das Narren- und Jeckenpublikum hatte ganz offensichtlich großen Spaß an allen Darbietungen, was immer wieder lautstark mit einem dreifachen Helau! bekräftigt wurde – der schönste Lohn für die aktiven Karnevalisten, die seit Monaten an dem herrlich bunten Programm feilten.

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