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Kostendruck erfordert Einsparmaßnahmen bei der „Herzensangelegenheit“ Burgfest

Das Orchester im Burgfest-Streichkonzert: Dem Vorstand des Burgvereins war anzusehen, dass die nötigen Entscheidungen nicht leicht gefallen sind. Foto: Schnurawa

Königstein (js) – Es ist kein leichter Weg, den das Burgfestkomitee in diesem Jahr beschreiten muss, führt er doch zu erheblichen Veränderungen, die zulasten der Burgfestfreunde gehen. Dennoch sind diese Umstrukturierungsmaßnahmen unausweichlich.

Wie in jedem Jahr fand auch 2015 wieder eine Jahreshauptversammlung im Hotel „Königshof“ statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Präsidentin Birgit Becker, die sich in besonderem Maße auch an die anwesende Ehrenbürgerin Annemarie Ramm sowie die Ehrenmitglieder Karl-Heinz Nurtsch und Karlheinz Ernst, Träger des Commodore Ordens richtete, legte man zum Gedenken der verstorbenen Mitglieder (Dr. Göke Frerichs, Karl Kolb und Dr. Winfried Reibert) eine kurze Schweigeminute ein. Ihnen, sowie wie vielen anderen, die sich oftmals bereits seit vielen Jahrzehnten für dieses so bedeutende Fest in verschiedener Weise engagierten, sei größter Respekt gezollt. Denn durch ihre langjährige Mitgliedschaft unterstützten sie nicht nur den Verein, sondern trügen auch weiterhin dazu bei, dass die Tradition des Vereins aufrechterhalten bliebe, so die Vorsitzende: „Die Geschichte des Burgvereins wird durch dieses Fest und seine Freunde am Leben erhalten.“

Großen Anlass zur Freude gab es für Ulrike Pfaff, die anlässlich ihres diesjährigen 30-jährigen Burgfräulein-Jubiläums eine der legendären Burgfestkerzen verliehen bekam. Weitere Mitglieder, die ebenfalls eine Anerkennung für ihre langjährige Treue erhalten sollten, waren leider nicht anwesend, wie überhaupt viele der sonst eifrigen Besucher der Jahreshauptversammlung diesmal verhindert waren. Dazu zählten auch Burgfräulein Nora I, das sich zurzeit auf einer Reise befindet, aber ihre herzlichsten Grüße überbringen ließ. Ebenfalls verhindert war Bürgermeister Leonhard Helm, der jedoch, sehr zur Freude aller, im Anschluss an seinen anderen Termin noch einen kurzen Besuch abstattete.

Pflichtgemäß ließ der Burgverein das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Viele Erlebnisse wie beispielsweise die Burgfest-Buch-Präsentation im Kurbadrestaurant, die Begleitung des Ritterturniers, der Weihnachtsmarkt oder die Bereitstellung einer neuen Homepage für den Burgverein bestimmten 2014 und brachten viele, schöne Erinnerungen mit sich. Ein wenig ambivalent gestaltete sich der Start ins neue Jahr für das Präsidium, das einerseits am stets so bedeutungsträchtigen Neujahresempfang wieder das große Geheimnis um das neue Burgfräulein lüften durfte, wobei andererseits dieses tolle Ereignis auch spürbar von der finanziellen Sorge um das Burgfest überschattet wurde. Doch so viel ist schon mal sicher, dass die neue Anwärterin für den Burgthron Isabelle Hunkel ist, die es sich nicht nehmen ließ, bei der Jahreshauptversammlung Präsenz zu zeigen.

Auf die Rückschau wagte man sich schließlich an einen Blick in die Zukunft mit den vielen, bevorstehenden Terminen, wo vor allem der Fokus auf dem dieses Jahr erstmalig „komprimierten Burgfest“ liegt, das aufgrund von Sparmaßnahmen statt, wie bisher bis Montag, nur noch von Freitag bis einschließlich Sonntag stattfinden soll. Die Entscheidung sei ihnen sehr schwergefallen, betonte die Präsidentin, die weiß, dass das Burgfest eine „Herzensangelegenheit“ für die Königsteiner darstellt. Die Kosten müssten allerdings dringend reduziert werden, um den weiteren Erhalt des Heimatfestes nicht zu gefährden, begründete sie die Entscheidung des Präsidiums.

Dabei sind die Gründe für diesen so radikalen Schnitt vielfältig. Es habe im letzten Jahr große, finanzielle Einbußen gegeben, die nicht nur allein im schlechten Wetter begründet lägen, bestätigte auch Schatzmeister Alexander Freiherr von Bethmann die im Gegensatz zum Vorjahr deutlich schlechtere Kassenlage. Dabei resultiere die Bilanz 2014 teilweise auch aus dem im Vorjahr wesentlich größeren Spendenaufkommen, das vor allem dem Jubiläumsjahr mit der 700-Jahr-Feier zuzuschreiben gewesen sei. Aufgrund der noch zu bezahlenden Umsatzsteuer sowie noch vielen, kleineren, offenen Rechnungen ergebe sich ein Verlust von immerhin 6.000 Euro, welche Einsparungen demnach dringend erforderlich machten, konstatierte Bethmann.

Allerdings ist die Verkürzung auch nicht ganz unproblematisch, bringt sie doch einige Veränderungen für die Besucher hinsichtlich des zeitlichen Ablaufes mit sich. So werde der Frühschoppen, weiterhin eintrittsfrei, beispielsweise statt montags nun samstags zwischen 11 und 13 Uhr auf der großen Festwiese stattfinden. Des Weiteren wird die Schlüsselübergabe nun nicht mehr am Alten Rathaus geschehen, sondern soll während des Empfangs dem Burgfräulein vor dem Rathaus im Burgweg übergeben werden, wobei auf den kleinen sich stets daran anschließenden Festzug vollends verzichtet werden soll. Das Burgfräulein und sein Gefolge werden jedoch weiterhin dem St. Josef-Krankenhaus einen Besuch abstatten. Ebenfalls eine – kleinere – Änderung ergebe sich außerdem hinsichtlich der Zeit des Festumzuges, der nun bereits eine halbe Stunde eher beginnen werde. Somit kann das am Sonntag anschließend stattfindende Kinderprogramm bereits um 15.30 Uhr starten. Der Mitgliederempfang wird um 17 Uhr im Kosakenkeller sein. Da nun das Burgfest schon sonntags endet, wird der „Ausklang“ zwangsweise ebenfalls vorverlegt und beginnt um 18.30 Uhr. Die gute Nachricht ist, dass an diesem letzten Abend bis 2 Uhr gefeiert werden darf.

Weiterhin bekannt gegeben wurde eine Änderung hinsichtlich des Abschussortes des Feuerwerkes, welches, wie Birgit Becker erläuterte, aufgrund der neuen Brandschutzverordnungen nicht mehr von der Burg abgeschossen werden dürfe. Aus diesem Grund müsse auf einen anderen Platz ausgewichen werden, der jedoch das Schauen des Feuerwerks innerhalb der Stadt nicht mehr ermögliche, gut sichtbar sei es jedoch von der Burg aus.

Was den Festplatz auf der Burg angeht, so wird man hier auch auf kleinere Umbauten treffen, die allerdings zu keinen größeren Beeinträchtigungen führen werden, sondern sogar eher von Vorteil sind. Ab sofort wird nämlich die bisher von den Sicherheitskräften der DRK, Feuerwehr und Polizei genutzte „Schneidhainer Bastion“ vollständig den Ständen zur Verfügung stehen, so dass „alles unter einem Dach“ sein wird. Die Sicherheitskräfte werden sich dann auf der kleinen Festwiese aufstellen. Schon bald beginnt – weit vor dem Burgfest – die Saison der Veranstaltungen im Freien wieder und dabei sollte man sich einen Termin unbedingt vormerken: Am 18. April um 10.30 Uhr startet nämlich die sogenannte „3BurgenWanderung“ als kleiner Jahresauftakt, bei der die vier Burgvereine (Eppstein, Kronberg, Königstein und Oberreifenberg) gemeinsam mit dem Heimatverein Falkenstein und den beiden Taunusclubs aus Königstein und Kronberg von Burg zu Burg ziehen werden. Jeder ist zum Mitwandern herzlich eingeladen, eine Anmeldung sollte allerdings rechtzeitig erfolgen.

Selbstverständlich wird sich der Verein auch am Ritterturnier, das vom 15. bis 17. Mai stattfinden wird, wieder unterstützend beteiligen, bis schließlich – das darf an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt bleiben – das Burgfest vom 17. bis 19. Juli gefeiert wird. Das weitere Veranstaltungsprogramm ist auf der Homepage www.burgverein-koenigstein.de zu finden.

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