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Tödliche Messerstiche am Parkplatz Stadtmitte

Blumen und Kerzen in der Georg-Pingler-Straße drücken das Mitgefühl der Königsteiner aus. Die Busse signalisieren aber auch die Nähe des Tatortes zu Schulkindern, die zum Glück in den Ferien waren. Schon lange machen sich besonders die Anwohner bereits ihre Gedanken zur Sicherheit in dieser „Ecke“ der Stadt (siehe dazu auch Artikel „wALK und tALK“ sowie Leserbrief auf Seite 7). Foto: Friedel

Königstein (hhf) – Besonders erschreckend war die Uhrzeit: Um 16.30 erstach am vergangenen Mittwoch, 19. Juli, ein 45-jähriger Inguschetier einen 42-jährigen Deutsch-Usbeken am Rand der Georg-Pingler-Straße. Vorangegangen war ein Streit, der Täter hatte, wie sich nachher herausstellte, mit 2,74 Promille kurz vor der Tat ein Küchenmesser gekauft und dann damit zugestochen. Vermutlich zu betrunken, um klare Fluchtgedanken zu fassen, wurde er nur wenig später auf einer Parkbank in der Nähe festgenommen, ihm droht nun eine Anklage wegen heimtückischen Mordes.

Beide Männer wohnten in Königstein und stammen aus Osteuropa, offensichtlich waren sie befreundet. Opfer Woldemar, der seinem Kumpel vermutlich schon einige Male geholfen hatte, lebt schon lange hier, Täter Hussein ist erst vor knapp drei Jahren als Asylbewerber hier angekommen. Gerade um ihn hatte sich der „Freundeskreis Asyl“ intensiv gekümmert, bis sein Alkoholismus jede weitere Unterstützung unmöglich machte.

Nicht zum ersten Mal herrschte daher bei den Paten und Helfern tiefe Bestürzung, als sie nun von dem Unglück erfuhren. Natürlich wollen sie „unverdrossen weitermachen“, da die meisten ihrer Schützlinge gewaltfrei und hilfsbedürftig sind, doch berührt sie die Hoffnungslosigkeit im Fall Hussein sehr, seit sie erkennen mussten, dass ihm zumindest von ihrer Seite nicht zu helfen war und sie ihre Kräfte für die vielen anderen aufsparen mussten.

Reichlich Unmut äußern schließlich vor allem die Anwohner des Kapuzinerplatzes und der Konrad-Adenauer-Anlage, die sich schon lange über Betrunkene, Dreck, Lärm und Autorennen in der Nacht oder andere Umtriebe in dieser Gegend ärgern. Sie fordern – wohl nicht ganz zu Unrecht – einmal mehr Unterstützung von Stadt und Polizei.

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