Turnhalle verwandelt sich in einen „Hip-Hop-Dancefloor“

Die Kids gaben alles, um mit Rapper Kelechi Onyele mithalten zu können.

Foto: Schnurawa

Königstein (js) – Wer wünscht sich das als Schüler nicht, dass sich die Turnhalle mal in einen Dancefloor verwandelt, auf dem zu angesagten Hip-Hop-Rythmen mal so richtig abgetanzt werden darf? Für die Schüler der Klassen 7 bis 9 des Taunusgymnasiums sowie 5 bis 10 der Friedrich-Stoltze-Schule wurde dieser Traum Wirklichkeit und das sogar schon zum zweiten Mal. Zur Abwechslung hieß es mal nicht stillsitzen und pauken, sondern stattdessen heiße Moves mit einem echten Superstar einstudieren. Hip-Hop-Künstler Kelechi Onyele war bereits zum zweiten Mal in Folge Ehrengast im Taunusgymnasium und heizte mit heißen Beats so richtig ein. An vielen Schulen ist er bereits schon mal zu Gast gewesen, doch dass er erneut in Königstein zum Tanzen motivieren durfte, war vor allem Lehrerin Ulrike Hemerka geschuldet, die aufgrund eines persönlichen Kontaktes zu dem Künstler die Gunst der Stunde nutzte und ihn kurzerhand an die Schule einlud. „Beim Tanz kann man sich mit dem Körper einfach wunderbar ausdrücken und gerade das ist für die Jugendlichen so besonders wichtig“, weiß Ulrike Hemerka, die selbst ausgebildete Tanz- und Bewegungspädagogin ist und an der Schule neben den Fächern Biologie und Deutsch eine Tanz-AG leitet. Es fiele gerade jungen Leuten teilweise sehr schwer, ihre Gefühle offen zu kommunizieren. Da sei das Tanzen einfach ein gutes Ventil, um der Emotion freien Lauf zu lassen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt sei die Gesundheitsförderung.

Viele junge Leute stünden sportlichen Aktivitäten eher ablehnend gegenüber, was es umso diffiziler mache, sie für etwas gewinnen zu wollen. „Aus genau diesem Grund kam mir der Gedanke mit Rapper und Hip-Hop- Künstler Kelechi Onyele“, gab die Tanz- und Bewegungspädagogin zu verstehen, der es vor allem ein großes Anliegen ist, Kids den Sport näherzubringen und zugleich auch ein wenig attraktiver zu machen. Doch damit nicht genug.

Außer der Gesundheitsförderung spielen noch weitere Faktoren eine bedeutende Rolle, weiß die Lehrerin. So erleichtere Tanzen das Knüpfen von Kontakten und fördere außerdem das Selbstbewusstsein. Demnach hält es Körper und Seele zusammen und mehr noch, es bringt beide sogar in Einklang miteinander. Da waren die zwei Euro Eintritt allemal eine gute und vor allem günstige Investition in Anbetracht dessen, dass man nicht nur einen echten Star hautnah erleben konnte, sondern obendrein auch noch etwas Gutes für die körperliche Fitness tat und mit dem Erlös zudem interne Schulprojekte unterstützte.

„Es ist toll, dass wir mal was mit der Stoltze-Schule gemeinsam machen können, ohne dass es Stress gibt“, verriet der Achtklässler Moritz Grafe schmunzelnd. Wie gut die Veranstaltung auch dieses Mal wieder angenommen wurde, zeigte die immens große Zahl von rund 300 Teilnehmern, die den Saal nicht nur füllten, sondern auch teilweise eine äußerst große Disziplin und vor allem ein erstaunlich großes Durchhaltevermögen beim Nachtanzen an den Tag legten. Mit viel kreativen wie auch witzigen Spieleinlagen gelang es dem Profi-Rapper, die Kids wie bereits im Jahr davor in den Bann zu ziehen. Besonders beliebt war das Spiel, bei dem eine Lehrerin auf die Bühne zitiert wurde, welche sodann die Aufgabe erhielt, die vorgetanzten Moves der ambitionierten Nachwuchstänzer bestmöglich zu imitieren. Dies sorgte nicht nur für gehörig viel Abwechslung, sondern auch für gute Laune und Spaß. Wie keinem Zweiten gelingt es Künstler Onyele, die Jugend mit seinem Dance-School-Projekt in den Bann zu ziehen und durch seine Authentizität und Offenheit zu begeistern, mitzureißen und auch vor allem auch zu motivieren, was ihm gerade durch sein pfiffiges und temperamentvolles Naturell gelingt. Dabei ist er im wahrsten Sinne des Wortes ein Star zum Anfassen. „Es macht einfach gute Laune mit ihm und wahnsinnig viel Spaß“, schwärmte eine Schülerin.

Dass das Dance-School-Projekt allerdings überhaupt ein weiteres Mal zustande kommen konnte, sei vor allem auch der guten Unterstützung der Schulleitung zuzuschreiben“, lobte Lehrerin Ulrike Hemerka. Außerdem hätte es mit dem „Ein-Tages-Coaching“ auch ohne die Einverständniserklärung der Eltern niemals geklappt.

Ein ebenfalls großer Dank gilt den beiden Sponsoren, Dr. Broermann Stiftung (Asklepios Klinik fördert u.a Präventionsprogramme zur Förderung von Gesundheit für Jugendliche) und dem „WOB (World of Breakfast) Taunusgymnasium. Unter Letzterem versteht man einen Zusammenschluss von ehrenamtlich tätigen Müttern, die im Dienste gesunder Ernährung für die tägliche Frühstückbereitstellung zuständig sind.

Bei so viel Bewegung kam der eine oder andere ganz schön ins Schwitzen und da wurde es auch irgendwann einmal Zeit, den Akku aufzuladen. Hierfür war jedoch auch bestens gesorgt. An einem kleinen von Schülern organisierten Imbissstand gab es kleine Snacks, um neue Energie zu tanken.

Da durften selbstverständlich auch die Verabschiedung und der feierliche Ausklang von Rapper Kelechi Onyele nicht zu kurz kommen. Tosender Beifall, der zweifellos auch der Schulleitung sowie vor allem Ulrike Hemerka galt, war der größte Dank, den die Schüler leisten konnten. Gekrönt wurde der Abschluss jedoch vor allem auch durch die Dankesworte der Schülervertretung, welche im Namen aller auch noch ein paar Blümchen für die Organisatorin überreichte. Damit ging ein wohl für alle Beteiligten unvergesslicher Vormittag zu Ende, der an die stille Hoffnung geknüpft sein mag, dass man vielleicht auch nächstes Jahr den Star-Rapper wieder im Taunusgymnasium willkommen heißen darf.

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