125 Jahre FFW Falkenstein Erfolgsgeschichte über vier Generationen

Übergabe der Ehrenplakette des Landes Hessen an Ulrich Hofmann (Mitte) und Heiko Martens (rechts) durch Ministerialdirigent Milberg. Fotos: Scholl

Falkenstein (gs) – Es waren die Worte von Heiko Martens, amtierender Stadtbrandinspektor für ganz Königstein, die vielen Anwesenden aus dem Herzen sprachen. In seiner Dankesrede anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Falkenstein beantwortete er die Frage, ob es in 125 Jahren auch noch eine Feuerwehr geben wird ganz klar mit „Ja“, denn keine noch so moderne Technik wird jemals den Einsatz eines Feuerwehrmannes ersetzen können.

Dieser persönliche Einsatz werde von der Gesellschaft gefordert und erfahre eine hohe Wertschätzung, so Martens. Dass das persönliche Engagement der Einsatzkräfte bei den Mitbürgern hoch geschätzt wird, dafür stand die Anwesenheit von nicht weniger als 96 geladenen Gästen, die es sich nicht nehmen ließen, an den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Falkenstein teilzunehmen.

Zehn Grußworte

Der Wettergott meinte es gut an diesem feierlichen Tag und bescherte den Falkensteinern und ihren Gästen eine laue Frühsommernacht, in der es sich auch zu später Stunde noch vortrefflich feiern ließ. Bevor der ganze Ortsteil zum Grill & Chill eingeladen war, erfolgte der offizielle Teil der Feierlichkeiten, in dessen Verlauf nicht weniger als zehn offizielle Vertreter aus Stadt, Landkreis und befreundeten Wehren Grußworte an die Falkensteiner Feuerwehrmänner überbrachten und diese damit in vielerlei Hinsicht ehrten. Ulrich Hofmann, Wehrführer Falkenstein, eröffnete den Abend mit einem kleinen Rückblick auf die Gründung der Wehr vor 125 Jahren und dem Hinweis, mit welch einfachen Mitteln die Feuerwehrmänner damals Vorlieb nehmen mussten, um Brände zu bekämpfen. Angefangen mit ledernen Löscheimern, über Handspritzen bis hin zu modernen Löschfahrzeugen reichte der Rückblick, nicht ohne auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Ellbogenmentalität unserer Gesellschaft – gepaart mit einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt – mache die Nachwuchsgewinnung zunehmend schwieriger und Hofmann stellte die Frage: „Warum machen wir das eigentlich?“ Die Antwort auf diese Frage ließ die anwesenden Gäste applaudieren: „Freundschaft über den Dienst hinaus, der Stolz auf den erfolgreichen Einsatz und nicht zuletzt das Vertrauen in den Kameraden“ seien die drei Säulen, die jeden Einsatz tragen und die aktiven Mitglieder ihre Gesundheit für die Allgemeinheit riskieren lassen.

Älteste Bürgerinitiativen

Landrat Ulrich Krebs ehrte an diesem Abend „eine der ältesten Bürgerinitiativen im Hochtaunuskreis“ und blickte ebenfalls auf die Geschichte zurück, denn trotz zweier Weltkriege und mehrerer politischer Systeme habe die FFW Falkenstein die Zeiten überdauert und habe an Stärke nichts eingebüßt. Krebs sah in der Wehr ein Stück Identität des Ortes und einen „stetigen Anlaufpunkt der Bürger in sich wandelnder Zeit“.

In seiner Eigenschaft als Vertreter des Innenministeriums, Leiter der Abteilung Brand und Katastrophenschutz, sowie als Stadtbrandinspektor in Kronberg war auch Ministerialrat Gunnar Milberg unter den Gratulanten. Er lobte die gute Kameradschaft unter den Wehren im Hochtaunuskreis und das Bestreben, sich gegenseitig zu helfen. So unterstützten die Kronberger beim jüngsten Hausbrand am Königsteiner Bahnhof, während die Königsteiner der Kronberger Wehr beim Hochwasserschutz unterstützend zur Seite standen. Milberg überreichte zudem anlässlich des 125-jährigen Jubiläums die Ehrenplakette des Landes Hessen an die Freiwillige Feuerwehr Falkenstein.

Hervorragende Organisation

Norbert Fischer (Kreisfeuerwehrverband Hochtaunus) freute sich ebenfalls über ein „starkes Jubiläum“ und verwies in seiner kurzen Ansprache auf 62 Wehren im Hochtaunuskreis, die über 2.300 aktive Mitglieder verfügten. Besonders stolz war er auf die Tatsache, dass die hervorragenden Organisationsstrukturen weit über die Landesgrenzen hinaus gefragt seien und auch aus dem Ausland hinreichend Nachfragen kämen, wie eine solch gut funktionierende Organisation denn einzurichten wäre.

Unter den Gratulanten waren die Ortsvorsteherin von Falkenstein, Lilo Majer-Leonhard, der Vorsitzende des Vereinsringes und Stadtrat Jörg Pöschl, sowie der Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann und der scheidende Erste Stadtrat Walter Krimmel. Sie alle waren voll des Lobes über die Einsatzfreude und das Engagement der aktiven Feuerwehrmänner und -frauen. Von Walter Krimmel stammte auch die Betrachtung, dass es vier Generationen von Falkensteiner waren, die die Geschicke der FFW bislang lenkten und sich für das Gemeinwohl aller einsetzten. Eine Betrachtung, der man nicht genug Respekt zollen kann.

Ganz besonders freuten sich die Mitglieder der Feuerwehr über die Abordnung der befreundeten Wehr der Falkensteiner Partnerstadt Le Mêle-sur-Sarthe, die eigens zu den Festivitäten nach Falkenstein gekommen waren, um ihren deutschen Kollegen zu gratulieren und ihr Geschenk zu überbringen. Überhaupt konnten sich die Vertreter der FFW Falkenstein über zahlreiche Geschenke – darunter eine St. Florians-Figur – und diverse monetäre Zuwendungen freuen. Nach so vielen lieb gemeinten und dankenswerter Weise recht kurz gehaltener Ansprachen, durften sich die Gäste über ein gut bestücktes warmes Buffet freuen, das mit schmackhaften Köstlichkeiten aufwartete – ob zarter Lachs, Gnocchipfanne mit mediterranem Gemüse oder bodenständiges Geschnetzeltes – für das leibliche Wohl der Gäste war gesorgt.

Vereinsring bewirtet

Die Mitglieder des Vereinsringes bewirteten traditionsgemäß die Mitglieder der Feuerwehr und ihre Gäste, damit diese gemeinsam dieses wunderbare Jubiläum feiern konnten. Nach Öffnung der Hallentore verlagerte sich ein Teil der Feierlichkeiten nach draußen, wo die Gäste einen wunderbaren Sommerabend verbringen durften. Zu späterer Stunde waren auch alle Bürger Falkensteins eingeladen, das 125-jährige Jubiläum der Feuerwehr mitzufeiern. So füllten sich die Bierzeltgarnituren rasch mit Gästen, die gerne auf einen Schoppen oder ein Grillwürstchen vorbeigekommen waren, um „ihrer“ Feuerwehr die Ehre zu erweisen und gemeinsam mit den Einsatzkräften einen schönen Abend zu verbringen.

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