1700 Jahre Credo mit großem Programm

Königstein (kw) – Im Jahr 325 n. Chr., vor 1700 Jahren, trafen sich über 300 Bischöfe aus dem ganzen römischen Reich in der kaiserlichen Residenz zu Nicäa – oder Nikaia, wie es manchmal geschrieben wird (heute Icnik in der Türkei). Dorthin hatte Kaiser Konstantin alle Bischöfe eingeladen, um sich hinsichtlich des für sein Reich immer wichtiger werdenden christlichen Glaubens über die Frage auseinanderzusetzen, welcher Natur Jesus Christus ist. Auch wenn die Motive des Kaisers vor allem politischer Natur gewesen sein dürften, stellt dieses Treffen von Nicäa einen Meilenstein in der Geschichte des Christentums dar. Damals war die Kirche noch nicht in eine kaum mehr zu überblickende Anzahl von Konfessionen geteilt. Das Glaubensbekenntnis (lateinisch „Credo“) von Nicäa, das bis heute in feierlichen Gottesdiensten gebetet wird, vereint daher die weltweite Christenheit in dem einen Glauben, dass Jesus Christus „eines Wesens mit dem Vater“ ist.

Theologische Vorträge in St. Marien

In den vergangenen Monaten haben sich engagierte Mitglieder der katholischen Pfarreigremien gemeinsam mit Kaplan Moritz Hemsteg zusammengesetzt und ein Programm erstellt, um dieses wichtige Jubiläum vor Ort zu feiern. Den Auftakt macht Prof. Johannes Arnold aus Frankfurt, der am 24. März aufzeigen wird, wie die verschiedenen christlichen Gruppen zur Zeit Konstantins zu der Frage standen, ob und inwieweit Jesus Christus wahrer Gott ist. Ihm folgt am 28. April der evangelische Theologe Dr. Kurt Bangert, der über die grundsätzliche Bedeutung der christlichen Bekenntnisse referieren wird. Am 12. Mai wird der Juraprofessor Ulrich Burgard, Mitglied des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde, über die „Auferstehung Christi – Fakt oder Fake?“ sprechen. Last but not least wird Prof. Stefan Herzberg aus Frankfurt der Frage nachgehen, ob ein Glaube überhaupt Dogmen – so nennt man kirchliche Lehrsätze – benötigt. Alle Vorträge finden in St. Marien in Königstein statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Geistliche Abendmusik

Darüber hinaus wird es ein geistliches Programm geben: Der junge Kirchenmusiker Ferdinand Fahn (Orgel) und Mareike Beckmann (Barockvioline) werden die Credo-Reihe mit monatlich stattfindenden geistlichen Abendmusiken in St. Peter und Paul, Kronberg, thematisch begleiten. Mechthild Löhr, Mitglied des Pfarrgemeinderates, wird dazu kurze geistliche Impulse geben. Die Termine hierfür sind 6. April, 11. Mai sowie 9. Juni (jeweils um 18 Uhr).

Ökumenischer Gottesdienst

Schließlich werden die Christen der Region das gemeinsame Glaubensbekenntnis in einem großen ökumenischen Gottesdienst feiern. Dieser findet am 15. Juni um 11.15 Uhr in St. Marien, Königstein, unter der Beteiligung der evangelischen Gemeinden von Königstein, Falkenstein, Kronberg und Schönberg statt.

Sämtliche Veranstaltungen der 1700-Jahr-Feier sind für alle Interessierten ohne Anmeldung offen. Die Organisatoren aus der katholischen Pfarrei Maria Himmelfahrt im Taunus freuen sich, mit christlichen Geschwistern anderer Konfessionen und mit allen Bürgerinnen und Bürgern dieses wichtige Jubiläum feiern zu können.



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