Königstein (kw) – Der Abschied von den Abiturienten wird an der Bischof-Neumann-Schule in vielen Akten gefeiert: Schon Wochen vor den mündlichen Prüfungen finden Abi-Streich und der Abschied in den Tutorien statt. Anschließend werden die in den Orchestern, Bands und Chören engagierten Musikerinnen und Musiker mit wertschätzenden Worten im Rahmen des Sommerkonzerts verabschiedet. Einen Tag später folgte die Akademische Feier, die offizielle Verabschiedung mit Übergabe von Ehrungen und Zeugnissen. Und zwei weitere Tage später setzte der rauschende Abi-Ball in der Stadthalle in Oberursel den Schlusspunkt.
Im Rahmen der Akademischen Feier sprachen, eingerahmt von hochkarätigen musikalischen Darbietungen des Abiturjahrgangs, Sabine Harfst, Aufsichtsratsmitglied der St. Hildegard-Schulgesellschaft mbH, Philipp Gramberg, Schulelternbeirat, und Jennifer Müller, Freunde und Förderer der BNS e.V. Der Verein der Ehemaligen der BNS e.V. wandte sich in einer Videobotschaft an die Abiturientinnen und Abiturienten und ihre Familien, ebenso kam Schulsprecher Max Laufs vor den Abiturienten zu Wort.
Die Rede des Abiturjahrgangs hielten Ella Behn und Anton Becher. Darin blickten sie sehr humorvoll und beschwingt auf die Zeit zwischen Einschulung, Corona und das Wiedererwachen in der 9. Klasse. Die Freude über gemeinsame Unternehmungen und die Überraschung, dass der Abiturjahrgang doch stark zusammengewachsen ist, wurde für die Zuhörenden spürbar.
Schulleiter Jens Henninger überraschte das Auditorium mit dem Schwerpunktthema seiner Rede. „Eine Sache unterscheidet Sie oder zumindest einen guten Teil von Ihnen von allen anderen Abiturjahrgängen. Die Tatsache, dass ich noch nie mit einem Drittel eines Jahrgangs in Frankfurt im Waldstadion war, um dort gemeinsam im Stehblock ein Spiel der Eintracht zu schauen. Und sehr wahrscheinlich werden Sie auch auf lange Zeit der einzige Jahrgang bleiben.“ Er spannte den Bogen über die sportliche Entwicklung der Eintracht in den letzten acht Jahren zu der achtjährigen Schulzeit der Abiturientia an der BNS. „Diese Entwicklungen zeigen: In acht Jahren kann sich enorm viel verändern, im Sport wie in Ihrem Leben. Als Sie an der BNS starteten, war vieles noch ungewiss. Heute stehen Sie mit dem Abitur da, so wie die Eintracht plötzlich als europäische Spitzenmannschaft dasteht. Was braucht es, um dahin zu kommen? Es brauchte Leidenschaft, Geduld und Glauben an das eigene Können. Genauso dürfen Sie mit Leidenschaft und Geduld Ihre nächsten Ziele ansteuern. Lernen Sie von der Eintracht: Erfolg kommt selten über Nacht, sondern ist das Ergebnis von Einsatz und Zusammenhalt und manchmal auch der Mut, im entscheidenden Moment über sich hinauszuwachsen“, so der Schulleiter.
Er mahnte aber anschließend und erinnerte an Helmut „Sonny“ Sonneberg, den „Frankfurter Bub“ und glühenden Eintracht-Fan, der als Junge das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte. „Er hat am eigenen Leib erfahren, wohin Ausgrenzung, Hass und Rassenwahn führen. Bis zu seinem Tod im Februar 2023 mit 91 Jahren blieb er ein Mahner gegen das Vergessen. Er hat unermüdlich seine Lebensgeschichte als Holocaust-Überlebender an die jüngeren Generationen weitergegeben, auch bei der Eintracht, wo er als herausragender Repräsentant des Vereins geehrt wurde. Sonny stand entschieden für die Werte, für die Eintracht Frankfurt eintritt und für die auch wir als Bischof-Neumann-Schule stehen.“
Obwohl Sonnys Leben auch später nicht immer einfach war, fand er stets Halt im Sport oder, wie er es persönlich sagte: „Bei allem Leid, das ich erlebt habe, hat mich meine Eintracht-Familie nie fallengelassen. Man hat mich bei meinem Verein nie ausgegrenzt. Man hat mich aufgefangen.“ Diese bewegenden Worte von Sonny Sonneberg zeigen, wie viel Kraft in echter Gemeinschaft und Solidarität steckt.
Der Schulleiter gab den Absolventinnen und Absolventen noch zwei wichtige Botschaften mit auf den Weg: „Erstens: Haben Sie den Mut, für Ihre Werte einzustehen. Zweitens: Erkennen Sie die Kraft, die im Sport und in der Gemeinschaft liegt.“
Erste ukrainische Absolventin
Einer der weiteren Höhepunkte war in diesem Jahr die Ehrung der ersten ukrainischen Abiturientin an der BNS. Die Tutorin, Marietta Grandemange, würdigte Diana, die vor etwas mehr als drei Jahren mit wenigen Deutschkenntnissen aus der Ukraine an die BNS gekommen war: „Mit großer Entschlossenheit, beeindruckendem Fleiß und bemerkenswertem Lerneifer hast du dich innerhalb kürzester Zeit nicht nur in eine neue Sprache, sondern auch in ein völlig neues Schulsystem eingearbeitet. Du hast dich den sprachlichen, fachlichen und persönlichen Herausforderungen mit Stärke und Ausdauer gestellt – und heute hältst du dein Abiturzeugnis in den Händen.“ In Anerkennung ihrer besonderen Leistung wurde der Schülerin die Pro Virtute-Medaille verliehen.
Preise für besonderes Engagement
Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele Schülerinnen und Schüler in Arbeitsgemeinschaften (Schulsanitätsdienst, Orchestern, eigene AGs geleitet u.v.m) für die BNS engagiert und damit zum besonderen Profil der Schule beigetragen. Mit der Pro Virtute-Medaille ausgezeichnet wurden auch diejenigen, die entweder mit besonders hohem Einsatz oder in mehreren AGs engagiert waren: Carla Beitel, Anton Becher, Calliope Bert, Paul Eberhardt, Christian von Falkenhausen, Noah Fidyka, Theodor Gonzalez-Faitz, Luise Glazinski, Clemens Gmelin, Sophia Kang, Jee-In Lee, LuA Lee, Julia Racky, Ella Richter, Jonathan Trautmann, Oliver Wenzel und Benita Voß.
Mit dem Schulträgerpreis für herausragendes soziales und musikalisches Engagement wurde in diesem Jahr Mina Boss geehrt. Sie hatte als Stimmführerin der Cellogruppe nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch mit Übersicht und Verantwortungsbewusstsein Stimmproben geleitet. Sie hatte sich parallel zum Schulalltag zur Musikmentorin ausbilden lassen und die erworbenen Kenntnisse gezielt in die Probenarbeit eingebracht. Sie war ebenso in der Schülervertretung aktiv und maßgeblich bei der Umsetzung der Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei engagiert.
Für exzellente Leistungen in Mathematik wurde Frank Jeschke mit dem Buchpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgezeichnet. Für herausragende Leistungen im Fach Physik erhielten Frank Jeschke und Sophia Kang den Buchpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, verbunden mit der Mitgliedschaft in der DPG. Darüber hinaus wurden Maximilian Geißler, Henrik Groß, Jonathan Trautmann und Katharina Gudelj-Marjanovic mit einer Urkunde sowie der Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für ihre besonderen Leistungen in der Physik gewürdigt.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ehrte ebenfalls Frank Jeschke für seine herausragenden Leistungen im Fach Chemie mit einer Urkunde und einem Buchpreis. Ebenso wurden Alexander Heuberger und Florian Schminke für ihre Leistungen mit einer Urkunde dieser Gesellschaft ausgezeichnet.
Der Hessische Altphilologenverband gratulierte Luisa Schuck und Calliope Bert mit Urkunden und Buchpreisen zu ihren hervorragenden Leistungen im altsprachlichen Unterricht und in der antiken Kultur.
Abschließend wurde im Namen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Paul Winniger für seine ausgezeichneten Leistungen im Fach Katholische Religion mit einer Urkunde und einem Buchpreis geehrt.
Insgesamt hatte der Abiturjahrgang 2025 hervorragend abgeschlossen: Unter den 88 Absolventen stand bei 49 die Eins vor dem Komma, der Notendurchschnitt lag bei 1,89, sechsmal gab es die Traumnote 1,0.
Liste der Abiturientia 2024/25 Bischof-Neumann-Schule 2025
Alexis Abel, Constantin Adams, Leonie Amereller, Anton Becher, Elias Bechold, Ella Behn, Valentin Behn, Carla Beitel, Calliope Bert, Tim Bettendorf, Béla Biering, Mina Boss, Elisabeth v. Buchwaldt, Vincent Carbonare, Behra Dawod, Paul Disselbeck, Paul Eberhardt, Louella Encz, Sophie Falkenhan, Christian Freiherr v. Falkenhausen, Noah Fidyka, Leander Finger, Ferdinand Fritsch, Nicolas v. Gaudecker, Maximilian Geißler, Jan Giebel, Luise Glazinski, Clemens Gmelin, Theodor Gonzalez Faitz, Henrik Groß, Katarina Gudelj-Marjanovic, Nicolas Haas, Ruben Halfbrodt, Emilia Hatheyer, Till Haupt, Ben Heberlein, Fabian Herzum, Alexander Heuberger, Carla Hofmann, Anna Hollwitz, Linus Hynek, Frank Jeschke, Katharina John, Jinju Sophia Kang, Sophia Kleese, Jasper Kling, Kunwoo Kevin Ko, Samuel Kolpak, Philipp Krasz, Diana Kulinich, Titus Lang, Heidi Laufs, Lu A Lee, Jee-In Lee, Titus Lotz, Emil Marwede, Maximilian Maurer, Franziska Mirow, Joris Müller, Carl von Mutius, Maria Mutter, Nils Nentwig, Nele Peya, Moritz Pilot, Pascal Plagenz, Julia Racky, Ella Richter, Tobias Robinson, Janne Ruegenberg, Constantin Sauerhering, Florian Schminke, Luisa Schuck, Michael Schulz-Schomburgk, Jan Selzer, Bernhard Trankalis, Jonathan Trautmann, Paul Truckenbrodt, Paul Vogel, Fabian Weck, Oliver Wenzel, Jakob v. Wersebe, Charlotte Wiesinger, Florentine Windhagen, Paul Winninger, Marius Winter, Leonard Zellhorn, Benjamin Zintz
