Vernissage „Interspaces“ bei Claus Blumenauer Immobilien

Insgesamt 13 Glasplatten wurden bei diesem dreidimensionalen Foto hintereinander gesetzt.

Königstein (iba) – Das Licht am großen Kronleuchter ging an, plötzlich wurde es stiller im Raum. Würde die Vernissage der Ausstellung „Interspaces“ jetzt offiziell eröffnet? Zumindest blickten nahezu alle Gäste in den Räumen der Claus Blumenauer Immobilien GmbH auf Inhaberin Martina Güttler, die auf der Treppe stand und erwartungsvoll in die Runde blickte. „So, jetzt hat mein Kooperationspartner doch schon das Licht angemacht. Sind denn überhaupt schon alle da? Gut, dann fangen wir an.“

Alle werden willkommen geheißen, die Künstler und die Gäste, die Kunden und die, die es im Idealfall noch werden sollen, neue Freunde und alte Bekannte.

„Als wir damals hier eingezogen sind, hieß es von der Wirtschaftsförderung der Stadt, dass das hier im Idealfall ja ein Kommunikationsraum sein sollte, nicht unbedingt Immobilienmaklerbüro. Tja, jetzt sind wir trotzdem hier, aber das mit der Kommunikation, das wollen wir auch – hier soll kommuniziert werden, heute natürlich am liebsten über Kunst!“

Martina Güttler sagte das mit einem Lächeln, so ganz ernst gemeint war der „Rüffel“ wohl nicht, wenngleich sie sich das mit dem Kommunizieren wohl zu Herzen genommen hat. Sie redete nach links und agierte nach rechts, hier wurden Hände geschüttelt, dort wurde angestoßen.

Dr. Roland Held übernahm derweil, der Kurator der Aleph Art Gallery in Darmstadt stellte die einzelnen Künstler kurz vor und lenkte dann die Aufmerksamkeit auf den großen Bildschirm in der Mitte des Raumes: Ein Australier grüßte per Videobotschaft, erklärte seine Begeisterung für Kunst, präsentierte sein Wohnzimmer – und das, was darin hängt, nämlich ein Ölbild von Karen Shahverdyan. Der gebürtige Armenier ist einer der drei Künstler, deren Werke bei der Vernissage präsentiert wurden.

Der Fotograf Stuart Lawson ist der zweite, seit den 60ern fotografiert der Brite, spezialisiert hat er sich auf den Tanz, genauer gesagt, auf das Ballett, dem er seit rund zehn Jahren hauptsächlich seine Aufmerksamkeit schenkt. Zwei Bücher hat er über seinen Blick hinter die Ballettkulissen inzwischen verfasst, seine Werke darüber in fünf Ländern ausgestellt.

Die dritte ist Elke Emmy Laubner, die Wahl-Darmstädterin ist seit den frühen 90ern als freischaffende Künstlerin tätig, stellte unter anderem schon in Frankfurt, Wiesbaden, Budapest und Amsterdam aus.

Drei unterschiedliche Künstler, drei unterschiedliche Stile, viele unterschiedliche Werke, allesamt hier in Königstein zu bestaunen. Ob Güttler denn einen Favoriten habe? „Ach, das darf man ja eigentlich nicht sagen, Eltern haben ja auch kein Lieblingskind. Aber Shahverdyan finde ich toll, ich mag diese klassischen amerikanischen Kulissen, Cadillacs, Weiten, dass er mit Öl malt. Und die Besonderheiten die er einbaut, wie die Sache mit dem Modellauto.“

Besagtes Modellauto (ein silberner Mercedes 300 SL) steht auf einem Podest in einer Ecke, so weit, so gewöhnlich. Daneben hängt aber das Ölgemälde, dort ist der gleiche Mercedes zu sehen – der aber in einen völlig anderen Kontext geworfen wurde, umfunktioniert zum Baustellenfahrzeug, Pylonen im Kofferraum und Farbkleckse inklusive.

„Für all das hier muss ich Salomea [Rathmann] danken“, so Güttler weiter, „ohne sie hätten wir das in dieser Form gar nicht realisieren können.“ Rathmann ist Gründerin und Geschäftsführerin der Aleph Art Gallery in Darmstadt – und entsprechend vernetzt. Das Blumanuer-Team sorgte für die Räumlichkeiten, Rathmann besorgte die Künstler, respektive die Kunstwerke, die man sich in der Frankfurter Straße in Königstein an den Adventssamstagen bis Weihnachten anschauen kann. Zwischen 11 und 16 Uhr sind alle Kunstinteressierten bei der Filiale der Blumenauer Immobilien herzlich willkommen.

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