Drohendes Kita-Aus
Unsere Leserin Alicia Knoll-Unsöld, Waldhohlstraße, Schneidhain, schreibt zur drohenden Schließung der Kita kinder(t)räume in Schneidhain Folgendes:
Als Eltern stehen wir fassungslos und wütend vor der Situation unserer Kindertagesstätte in Königstein-Schneidhain. Was uns in der jüngsten Sitzung geschildert wurde, lässt kaum Zweifel daran: Der Fortbestand der Einrichtung ist akut gefährdet. Die Kita muss aufgrund eines massiven finanziellen Defizits zum 31. März 2026 schließen. Sodann stehen 15 Kinder und ihre Familien von heute auf morgen ohne einen gesicherten Betreuungsplatz dar – und aus unserer Sicht wäre das vermeidbar, wenn die Stadt jetzt handelt. Unsere Perspektive ist eindeutig: Der Betreuungsplatz ist vertraglich gekündigt, sofern kein Wunder geschieht.
Die Betreiberin der Kita, Frau Regina Gerock, legte uns offen, dass der Standort seit 2022 massive Verluste einfährt. Ihre Ausführungen stützte sie auf offizielle Dokumente, die wir Eltern in der Sitzung selbst einsehen konnten und deren Angaben und Zahlen wir bestätigen können. Nach diesen Unterlagen erhält die Einrichtung keinerlei finanzielle Unterstützung durch die Stadt Königstein. Um den Betrieb überhaupt aufrechtzuerhalten, werde seit Jahren an allen Ecken gespart: keine Reinigungskraft, keine Sonderzahlungen für das äußerst engagierte Betreuungsteam, selbst die Verwaltung erbrachte ihre Arbeit ehrenamtlich. Garten- und Handwerksarbeiten würden von Personal und Familien in Eigenleistung übernommen. Ein Zustand, der aus unserer Sicht untragbar ist.
Trotzdem habe man die Kita weitergeführt – in der Hoffnung, dass sich nach zahlreichen Gesprächen mit der Stadt endlich etwas bewege, vor allem mit der Wahl der neuen Bürgermeisterin. Doch diese Hoffnung habe sich bislang nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die wirtschaftliche Lage habe sich inzwischen dramatisch verschärft.
Besonders schwer wiegen die belegten Hinweise, die Frau Gerock in der Sitzung vortrug. Anhand von Haushaltsauszügen habe sie dargelegt, dass abweichende Aussagen zu den tatsächlichen Angaben im Haushaltsplan 2025 der Stadt Königstein gemacht worden seien. Zudem zeigten diese Zahlen, dass unterschiedliche Krippen und Träger innerhalb der Stadt offenbar unterschiedlich behandelt werden. Darüber hinaus schilderte sie eine jahrelang schwierige Zusammenarbeit mit der Stadt, mangelnde Gesprächsbereitschaft sowie fehlende Unterstützung durch das Jugendamt.
Sollte die angekündigte Schließung Realität werden, stehen 15 Familien ohne Betreuungsplatz da. Für viele von uns ist das existenziell: Berufstätigkeit, Planungssicherheit und das Wohl unserer Kinder hängen an dieser Einrichtung. Frau Gerock bot in Eigeninitiative Ersatzplätze in ihren Kitas in Kelkheim, Bad Soden oder Kriftel an – doch für viele Familien sind lange Fahrwege und ein erzwungener Wechsel des Umfelds keine tragfähige Lösung
Von zentraler Bedeutung ist außerdem, dass unsere Kinder einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, dem hier offenbar nicht entsprochen wird. Selbst wenn die städtische Einrichtung im August 2026 eröffnen sollte, entstünde zwangsläufig eine Betreuungslücke.
Wir appellieren eindringlich an die Stadt Königstein: Die Schließung zum 31. März 2026 ist kein unabwendbares Schicksal. Sie kann verhindert werden, wenn jetzt entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Was wir brauchen, sind Transparenz, ehrliche Gespräche und konkrete Unterstützung – nicht weitere Verzögerungen.
Kinderbetreuung ist keine Verhandlungsmasse. Sie ist eine Pflichtaufgabe der Stadt und des Jugendamts – und betrifft hier ganz konkret unsere Kinder.