Zuckerwatte, „Bombardino“ und eine Minidampfeisenbahn beim Hüttenzauber in Schneidhain

Mareike Hofmann und Sabine Blumenauer (hinten v.l.) boten mit Sofie, Maximilian und Eva frische Zuckerwatte an. Diese kam bei den kleinen Gästen besonders gut an. Fotos: Diehl

Schneidhain (nd) – Der Duft von Orangen, Zuckerwatte und Glühwein zog am vergangenen Samstag über den Platz vor der Heinrich-Dorn-Halle in Schneidhain. Das feucht-nebelige Dezemberwetter hatte die Besucher nicht davon abgehalten, dem alljährlichen Hüttenzauber einen Besuch abzustatten. Inmitten des bunten Treibens und zu weihnachtlichen Klängen fuhr wieder die kleine, dampfbetriebene Eisenbahn des Dampfbahnclub Taunus e.V. – die Hauptattraktion für die jüngsten Gäste. Organisiert wird der Hüttenzauber vom Heimat- und Brauchtumsverein Schneidhain (HBV).

Mandarinen aus Kalabrien

Sabrina und Nico Sferrazza hatten einen vitaminreichen Gruß aus dem Süden Europas mitgebracht. An ihrem Stand konnte man Orangen aus Sizilien und Mandarinen aus Kalabrien erstehen. Vor dem Kauf einer Steige der orange leuchtenden Früchte durfte man selbstverständlich eine Kostprobe nehmen. Eine Geschmacksexplosion, die Erinnerungen an Sommerurlaube weckte.

Die Kerbeborsch und -mädels boten selbst gebackene Waffeln in Weihnachtsbaumform an – inzwischen eine feste Tradition beim Hüttenzauber. Unermüdlich bereiteten Adrian Klinger, Clemens Schmitt, Tobias Rettig, Max Högn und ihre Mitstreiter die süße Leckerei zu. Besonders beliebt war die „Eltern-Auszeit-Aktion“: „Ein Bombardino für dich und eine Waffel für dein Kind!“, stand auf der Speisekarte der Kerbeborsch. Bombardino ist ein heißer Cocktail aus Eierlikör mit Brandy, Rum oder Whisky und heißer Milch. Dazu kommt ein krönendes Sahnehäubchen. Wer nicht vor Ort etwas naschen wollte, konnte sich alternativ ein Glas mit selbst gemachtem Apfelweingelee aus Schnaademer Äpfeln mitnehmen. Der mit Zimt verfeinerte Aufstrich ist eine leckere Abwechslung zu den üblichen Konfitüren.

Heißer Ebbelwoi durfte nicht fehlen

In flüssiger Form gab es das hessische Gold an einem anderen Stand. Der HBV selbst bot Glühwein, Kakao mit Rum, heißen Aperol und natürlich heißen Ebbelwoi an. Da das nasskalte Wetter bei längerer Verweildauer doch recht ungemütlich wurde, waren die heißen Getränke eine willkommene Aufwärmung. Für den ein oder anderen durfte es trotzdem ein kaltes Bier werden. Zur herzhaften Ergänzung gab es, ebenfalls beim HBV, Wildbratwurst, Rindsbratwurst oder Steak im Brötchen und, als vegetarische Variante, mediterranen Fetakäse vom Grill.

Die frische Zuckerwatte von Sabine Blumenauer und Mareike Hofmann stand, vor allem bei den kleinen Besuchern, besonders hoch im Kurs.

Selbstgefertigte Geschenkideen

Der Hüttenzauber steht vor allem für selbstgefertigte Produkte aus Schneidhain. Kommerzielle Händler sucht man dort vergebens. Wie schon in den vergangenen Jahren war auch Petra Dorn wieder dabei. Bei ihr wurde man auf der Suche nach kleinen Weihnachtsgeschenken und Dekorationsartikeln fündig. „Gemeinsam mit meiner Schwester, Michaela Bieber, habe ich seit dem Herbst gebastelt; früher sind wir dieses Mal nicht dazu gekommen“, so Petra Dorn. Trotzdem ist alles rechtzeitig fertig geworden, und so hatte der Besucher des Standes eine große Auswahl an niedlichen Christbaum- und Geschenkanhängern sowie kleinen Krippen und Engelsfiguren. Beim Verkauf wurde Petra Dorn von ihrer Tochter Lisa Büttner unterstützt.

Ebenfalls selbst gemachte Produkte gab es wieder am Stand von „Herzenshandwerk“. Bianca Högn, Olivia Thiele und Miriam Maschke hatten selbst gebackene Plätzchen, Schmuck, Honig und Bienenwachskerzen im Angebot. Ein besonderer Hingucker waren Glastassen, die mit einer bestimmten Ätztechnik bearbeitet wurden. Ein aufwendiges Verfahren mit einem lohnenswerten Ergebnis – natürlich auch selbst gemacht. „Mitglied im Schnaademer Glühverein“, stand darauf geschrieben. „Die Kaufkraft war in diesem Jahr deutlich schwächer, aber es hat trotzdem Spaß gemacht“, meinte Miriam Maschke. In der Tat waren zwar viele Besucher gekommen, doch der Verkauf an den Ständen lief teilweise wohl eher schleppend.

Der Zug hat keine Bremsen

Während die Erwachsenen einen Glühwein oder eine Bratwurst genossen, fuhr der Nachwuchs vergnügt mit der Minieisenbahn. Als Lokführer lenkte Bastian Voß vom Dampfbahnclub Taunus die kleine Eisenbahn in Runden über den liebevoll geschmückten Platz vor der Heinrich-Dorn-Halle. „Wir kommen seit vier Jahren und machen das gern für die Jungs vom HBV“, so Sascha Kessler, ebenfalls Mitglied im Dampfbahnclub. Pünktlich zum Feierabend waren die kleine Bahn und die Miniaturschienen wieder weggeräumt. Die letzte Fahrt gebührte den Schnaademer Kerbeborsch und -mädels. Dazu erklang das Lied „Der Zug hat keine Bremsen“ von Lorenz Büffel, Malle Anja und Mia Julia Brückner. Eine Riesengaudi, die ein bisschen Kerbestimmung mitten im Dezember aufkommen ließ. „Das ist inzwischen Tradition“, erklärte Oliver Ernst, zweiter Vorsitzender des HBV, lachend.

Neuer Baum im Kuckuckstreff

Der HBV organisiert im Dezember nicht nur den Hüttenzauber, sondern sorgt auch für die weihnachtliche Straßenbeleuchtung und schmückt den Weihnachtsbaum im Kuckuckstreff. Da der Baum, der im vergangenen Jahr gepflanzt worden war, den Sommer leider nicht überlebte, steht jetzt ein neues, kleineres Bäumchen am Dorfmittelpunkt. „Wir haben jetzt einen Baum mit Wurzelballen gekauft und er scheint gut anzugehen“, so Oliver Ernst.

Für den Sommer wurden schon Gießdienste vereinbart, damit es dem jungen Gewächs nicht zu trocken wird. Gepflanzt wurde der Nadelbaum von Alex Kilb und Benny Spilling. „Es soll nachhaltig sein, deswegen wollen wir nicht jedes Jahr einen gefällten Baum aufstellen“, erklärte Alex Kilb. Der vorherige Baum war umgepflanzt worden und hatte wohl doch zu viel Wurzelwerk verloren. Das neue Nadelgewächs stammt von der Baumschule Peselmann in Bad Homburg.

Der besinnliche Hüttenzauber, die weihnachtliche Straßendekoration und der geschmückte Baum bringen echte Feiertagsstimmung und für die Schneidhainer steht fest: Weihnachten kann jetzt kommen. „Der Hüttenzauber war sehr schön und ich glaube, es waren noch mehr Leute als im letzten Jahr da“, bestätigte Besucher Davide Cappello.

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