Kronberg (nel) – Das diesjährige zweite Adventswochenende gehörte in Kronberg ganz dem 53. Weihnachtsmarkt. Zwischen Altstadt und Burg reihte sich ein Stand an den nächsten, und trotz anhaltenden Nieselregens füllten sich die Gassen schon am Samstagnachmittag mit Besucherinnen und Besuchern, die dick eingepackt dem Wetter trotzten. Mehr als 90 Stände sorgten dafür, dass vom Beginn der Altstadt bis hinauf zur Burg überall Lichterglanz, Düfte und Stimmengewirr zu spüren und zu hören waren.
Kulinarisch zeigte sich der Kronberger Weihnachtsmarkt so vielseitig wie die Stadt selbst. An vielen Ecken duftete es nach Thai Food und Pfifferlingsgerichten, nach „Oma Lisbeths Maultaschen“, Crêpes, Grünkohl und auch klassischen Würstchen. Glühwein, Kinderpunsch und Kakao wurden in einheitlichen roten Pfandbechern ausgeschenkt, die an allen beteiligten Ständen zurückgegeben werden konnten – ein praktisches System, das Müll vermeidet und für einheitliche Wege sorgt. Wer es lieber süß mochte, fand Gebäck und zahlreiche andere Leckereien, während die herzhafte Fraktion an deftigen Speisen der lokalen Gastronomie Gefallen fand.
Starkes Engagement durch Vereine
Den besonderen Reiz des Kronberger Weihnachtsmarktes macht stets das starke Engagement der örtlichen Vereine und Initiativen aus. In den Hütten stellten sich unter anderem der Angelsportclub Kronberg, der Reitclub, die Jugendfeuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz vor. Auch Rotary Club, Lions Club, EFC und Obsthof Krieger, Weingut Orben, Montessori Kronberg, die Kreativwerkstatt, die Bootakademie, der Verein für Geschichte und „Aktives Kronberg“ waren mit eigenen Angeboten vertreten. Viele Stände kombinierten Information mit Verkauf – etwa in Form von selbst hergestellten Produkten, deren Erlös sozialen Projekten zugutekam oder die Vereinsarbeit unterstützen soll.
Familien mit Kindern konnten den Markt nicht nur kulinarisch genießen, sondern auch einiges erleben. Das Kinderzeltlager informierte über Freizeiten und Aktionen, der Opel-Zoo war mit einem mobilen Streichelzoo vor Ort und brachte Schafe und Ziegen mitten in die Stadt. Der Nikolaus ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls über den Markt zu schlendern, kleine Gäste zu begrüßen und für leuchtende Augen zu sorgen. Inmitten des Trubels boten die Musikbeiträge immer wieder Momente zum Innehalten: Verschiedene Gruppen, darunter Ensembles der Altkönigschule, sorgten mit weihnachtlichen Liedern und stimmungsvollen Arrangements für den passenden Klangteppich.
Enge Verbindung zu Partnerstädten
Internationales Flair brachte einmal mehr die enge Verbindung zu den Partnerstädten. Delegationen aus Aberystwyth und Le Lavandou waren mit eigenen Ständen vertreten und boten Spezialitäten aus Wales und Südfrankreich an. So wurde deutlich, dass der Kronberger Weihnachtsmarkt nicht nur ein rein lokales Ereignis ist, sondern auch ein Ort lebendiger und internationaler Städtepartnerschaft. Besucher konnten sich durch verschiedene landestypische Produkte probieren und gleichzeitig mehr über die befreundeten Städte erfahren. Wer dem dichten Gedränge in den Gassen für einen Moment entfliehen wollte, folgte den wanderlustigen Menschen hinauf zur Burg. Dort lud eine Ausstellung mit kunsthandwerklichen Arbeiten zum Stöbern ein – ein etwas ruhigerer, aber nicht weniger stimmungsvoller Teil des Marktes. In den historischen Räumen wurden handgemachte Kugeln, Karten, gestickte Arbeiten, Schmuck und Kerzen angeboten. Besonders ins Auge fielen die Zinnfiguren von Michael Dengel und die Holzideen von Markus Röder, die den Charakter der Burg als Ort traditioneller Handwerkskunst unterstrichen. Gerade hier bot sich die Gelegenheit, noch individuelle Weihnachtsgeschenke zu finden, fernab von Massenware, stattdessen mit Liebe ausgewählt.
Auch organisatorisch war der Weihnachtsmarkt gut eingebettet: Auswärtige Gäste konnten mit Bus und Bahn anreisen oder ihr Auto auf dem großen Werksparkplatz im Süden der Stadt abstellen, von wo aus ein Shuttlebus im Taktverkehr Richtung Innenstadt pendelte.
Am Ende dieses zweiten Adventswochenendes blieb der Eindruck eines Weihnachtsmarktes, der seinen besonderen Charme aus der Mischung von Lokalkolorit, internationaler Note und großem ehrenamtlichem Engagement zieht. Kronberg zeigte sich als historische Burgstadt, in der die Menschen gemeinsam feiern, sich begegnen und den Advent auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art begehen – selbst dann, wenn der Himmel grau ist und nur die Lichterketten und viele strahlende Augen die kleinen Gassen erhellen.
